In einer S-Bahn-Station in Frankfurt am Main ist am Samstag ein 21-jähriger Wachmann niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. Unter dringendem Tatverdacht nahm die Polizei am frühen Sonntagmorgen einen 49-jährigen Bettler fest. Dabei leistete der Verdächtige erheblichen Widerstand und fügte einem Beamten mit einem Messer und einer Schere eine etwa 20 Zentimeter lange Stich- und Schnittwunde am Arm zu.
Laut Polizei lief der Bettler am Samstagnachmittag mit einem Zettel durch die Bahn, auf dem das Wort "Hunger“ geschrieben war. Das Opfer habe ausgesagt, es sei von dem 49-Jährigen lautstark beschimpft worden. Mit den Worten: „Ich steche dich ab“ sei der Täter wenig später nach Verlassen der S-Bahn auf dem Bahnsteig auf ihn losgegangen. Dann habe er einen Druck in der Brust gespürt. Ein weiterer Wachmann rief daraufhin den Notarzt, während der Täter, ein Deutscher kasachischer Herkunft, zunächst unerkannt flüchtete. Der Wachmann wurde mit einer lebensgefährlichen Verletzung in ein Krankenhaus gebracht und dort sofort operiert. Am Sonntag war der Wachmann außer Lebensgefahr.
Täter per Videoüberwachung gefunden
Ein anderer Wachmann erkannte am Sonntagmorgen auf der Videoüberwachungsanlage den Tatverdächtigen wieder. Als der Bettler an der Station Konstablerwache gestellt wurde, griff er einen Polizisten unvermittelt mit einem Messer und einer Schere an. Der Beamte ist aber weiter dienstfähig. Der 49-Jährige wurde überwältigt und festgenommen.
Bei der ersten Vernehmung machte der Verdächtige weder konkrete Angaben zum Tatgeschehen noch zum Motiv. Am Montag soll er dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Zwischenfall sorgte im Frankfurter Nahverkehr für erhebliche Störungen: Für etwa zwei Stunden standen sämtliche S-Bahnen in Richtung Osten und einige U-Bahnen still. Erst am frühen Abend begann sich der öffentliche Nahverkehr wieder zu normalisieren.
AP/ras




