Warten auf Angelina

Ein lang ersehnter, aber nicht ganz gelungener Film

Barbara Auer, Gudrun Landgrebe, Leslie Malton... Die Besetzung klingt nach einem deutschen Topfilm, jahrelang geplant und umgesetzt. Von wegen. Spontan, zunächst ohne Drehbuch und in der Wohnung des Regisseurs entstand "Warten auf Angelina", ein Film über das Warten auf Angelina Jolie in Berlin. Es sollte mehr solcher Filme geben - nur anders.

Solches Kino ersehnen wir uns! Filme, die schnell und witzig auf aktuelle Themen reagieren, die mit kleinem Stab und ohne große Fördergelder auskommen, mit minimalem Aufwand, aber maximalem Einsatz. Die Idee zu "Warten auf Angelina" kam Hans-Christoph Blumenberg im Mai, unter der Dusche, als er hörte, Brad Pitt und Angelina Jolie würden sich ein festes Heim in Berlin suchen. Wie wäre es, überlegte er, wenn sich ein Fan und ein Paparazzi auf die Lauer legten, um die Stars zu erwarten? Über den Dächern von Berlin, auf einer Dachterrasse wie seiner eigenen?

Gesagt, getan. Blumenberg gewann Florian Lukas für den Part des Paparazzis, noch ohne Drehbuch, entwickelte dieses mit ihm. Dann kam Kostja Ullmann mit an Bord, mit dem Blumenberg schon "Die letzte Schlacht" gedreht hatte. Der Regisseur stellte seine eigene Behausung für den Dreh zur Verfügung. Und los ging's, intim in kleinstem Team.

Maik (Lukas) und Momme (Ullmann) besetzen die Wohnung, die nicht die ihre ist. Beide wollen den anderen loswerden. Und müssen doch wohl oder übel mit einander auskommen. Ein stetes Belauern, Giften, Austricksen. So warten sie, wie Wladimir und Estragon in Becketts "Warten auf Godot". Und natürlich kommt ihr Godot, ihre Angelina nicht. Dafür kommen allerhand andere attraktive Damen: Barbara Auer, Gudrun Landgrebe, Leslie Malton, Jana Pallaske, Jördis Triebel. Überhaupt herrscht erstaunlich viel Verkehr in dieser Wohnung. Aber die beiden, idol- bzw. berufsblind, erkennen ihre Chance nicht.

Ein mehr als sympathischer Plot. Nur leider nicht mehr. Zu einer männlichen Variante von "Sommer vorm Balkon" hat das nicht gereicht. Erst recht nicht für eine deutsche Version von "Die Filzlaus", in der Lino Ventura & Jacques Brel ein Paar wider Willen spielten, oder gar für die vielen "Odd Couple"-Filme von Jack Lemmon & Walter Matthau. Das alles hatte Hans-Christoph Blumenberg zwar im Sinn, aber dafür sind seine beiden Jungs einfach noch nicht alt, kantig, zerknittert und die Dialoge nicht scharf genug. Nicht mal als Berlin-Film kann "Warten auf Angelina" punkten. Das könnte auch vor jeder anderen Skyline spielen.

Schade. Solches Kino sehnen wir uns dann doch nicht herbei. Und trotz der schnellen Produktion sieht der Film jetzt schon ganz schön alt aus. Die Pitts sind bekanntlich nicht für immer nach Berlin gezogen; und der Flughafen Tempelhof, auf dem der Paparazzi ankommt, ist auch längst dicht.

Warten auf Angelina

Deutschland 2008

89 min., ohne Altersangabe

Regie: Hans-Christoph Blumenberg

Darsteller: Florian Lukas, Kostja Ullmann, Gudrun Landgrebe

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