Kevin Vogt brachte es auf den Punkt. „Heute war es ärgerlich, wie wir die Tore bekommen haben“, sagte der Verteidiger von Union Berlin. Co-Trainerin Marie-Louise Eta sprach in Vertretung des noch gesperrten Cheftrainers Nenad Bjelica von „fehlendem Mut“ und zu „wenig Überzeugung bei Abschlüssen“. Unter dem Strich bedeutet das 0:2 des Berliner Fußball-Bundesligisten bei RB Leipzig vor 44.032 Zuschauern: Der Abstand zu Relegationsplatz 16 beträgt nur noch zwei Zähler.
Was seit dem Vorkommnis um Nenad Bjelica bei der Niederlage beim FC Bayern (0:1) vor eineinhalb Wochen zudem gefehlt hatte, versuchte Union-Präsident Dirk Zingler vor dem Spiel nachzureichen: ein klares Statement in Sachen Cheftrainer. „Wir haben Nenad Bjelica verpflichtet, damit er den Klassenerhalt schafft. Ich gehe davon aus, dass die Entscheidung erst im Mai fällt und er also selbst dann noch auf der Bank sitzt“, sagte der Klubchef bei DAZN: „Es wird ein harter Gang, das ist ganz klar.“
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Überhaupt, so Zingler, „wirkt die Unruhe draußen größer als sie intern ist. Es wird gut gearbeitet, das Trainerteam wächst gut zusammen.“ Was das Verhältnis zwischen Bjelica und der Mannschaft angeht, erklärte der Union-Boss: „Bisher hat kein einziger Spieler das Gespräch mit mir gesucht. Ich habe noch nie erlebt, dass alle Spieler im Kader zufrieden sind. Ich bin mit dem Binnenklima sehr zufrieden.“ Abwehrmann Vogt, erst seit Januar bei Union, bestätigte: „Das ist eine maximal intakte Mannschaft.“
Vertessen mit Startelf-Debüt für Union Berlin
Dass Kevin Behrens dennoch Union verlassen und sich dem VfL Wolfsburg angeschlossen hat, sei dem Wechselwunsch des Stürmers geschuldet gewesen, verdeutlichte Zingler: Es mache keinen Sinn, Spieler aufzuhalten, „die schon mit ihrem Kopf woanders sind. Er wollte gehen. Wenn Spieler den nächsten Karriereschritt machen wollen, dürfen wir das nicht verhindern.“
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Von dem neuen Duo, das Behrens und auch Sheraldo Becker (Real Sociedad San Sebastian) ersetzen soll, stand Yorbe Vertessen in Leipzig in der Union-Startelf. Mittelstürmer Chris Bedia saß auf der Bank, wurde spät eingewechselt. Bei den Köpenickern versuchten Benedict Hollerbach und eben Vertessen, das Offensivspiel im 3-5-2-System anzukurbeln.
Überhaupt Vertessen: Erst wenige Trainingseinheiten mit seinen neuen Teamkollegen absolviert, wirkte der Belgier schon erstaunlich gut als Teil der Mannschaft. Dass er in Leipzig auch gleich die erste Torchance für Union besaß, spricht für sich. Sein Kopfball nach Flanke des nimmermüden Robin Gosens konnte RB-Torwart Peter Gulacsi parieren (32.).
Union Berlin: Schwolow ersetzt Rönnow im Tor
Defensiv wirkte Union ein wenig gefestigter gegen eine Leipziger Mannschaft, die trotz der drei Niederlagen in Folge alles andere als verunsichert war. Mit einem umsichtigen Kevin Vogt in der Abwehr, mit Danilho Doekhi statt des erkrankten Diogo Leite neben ihm und mit Alexander Schwolow im Tor für den ebenfalls erkrankten Frederik Rönnow hielten die Berliner gut dagegen.
Das Restprogramm von Union Berlin
Sonntag, 28. April, 15.30 Uhr: Borussia Mönchengladbach – Union Berlin
Sonntag, 5. Mai, 15.30 Uhr: Union Berlin – VfL Bochum
Sonnabend, 11. Mai, 15.30 Uhr: 1. FC Köln – Union Berlin
Sonnabend, 18. Mai, 15.30 Uhr: Union Berlin - SC Freiburg
Die Sorgen, ob der Ex-Herthaner ein guter Vertreter für Unions Nummer eins sein könnte, zerstreute Schwolow mit blitzschnellem Abtauchen beim Schuss aus Abseitsposition von Lois Openda (28.) und mit sensationellen Reflexen gegen Benjamin Sesko (45.+2) und Dani Olmo (53.). An ihm lag es sicher nicht, dass es in Leipzig die zwölfte Saisonniederlage setzte.

Beim 0:1 nach elf Minuten durch Openda mäanderte der Ball nach einem Freistoß durch den Union-Strafraum. Der RB-Stürmer schaltete am schnellsten und zimmerte das Spielgerät aus spitzem Winkel und über Gosens hinweg unter die Latte. Das 0:2 durch Sesko nach einem Freistoß erlebten Schwolows Vorderleute im Tiefschlaf. Glück hingegen vor dem vermeintlichen 0:3, Schütze Sesko stand im Abseits (57.).
1. FC Union Berlin: Rot für Trimmel nach Foul an Leipzigs Raum
Es folgte die beste Phase von Union, mit Chancen durch Vertessen (63.), durch die eingewechselten Aissa Laidouni (65.) sowie Kevin Volland (69.) – und mit dem jähen Ende der gefühlten Aufholjagd durch den Platzverweis für Christopher Trimmel. Der Union-Kapitän setzte eine Grätsche gegen David Raum zu spät an, traf den Leipziger am Knöchel und sah Rot (73.).
„Insgesamt sind wir zu viel hinterhergelaufen“, analysierte Vogt. Im Nachholspiel am Mittwoch (18.30 Uhr, Sky) im Spiel beim Tabellen-17. FSV Mainz 05 sollte dies nicht passieren.





