Das Motto, mit dem die Fans von Union Berlin das größte Spiel der Vereinsgeschichte am Mittwoch begleiteten, ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Alle in Rot. In der Innenstadt von Madrid, wo am Abend die Champions-League-Premiere der Köpenicker bei Real Madrid im Bernabeu-Stadion steigt, waren die roten Trikots des Berliner Fußball-Bundesligisten nicht zu übersehen.
- Union Berlin vs. Real Madrid: Ein Traum wird real
Auf dem Puerta del Sol, von den Spaniern nur „Sol“ genannt, im Zentrum der spanischen Hauptstadt versammelte sich ein Großteil der mindestens 4000 Anhänger, die sich unter anderem in vier von Union organisierten Fanfliegern auf den Weg nach Madrid gemacht hatten. Dazu passend wurden weiße Mützen an den Fan gebracht, vorn mit der kleinen, aber feinen Aufschrift „Reisekader“ versehen.
Polizeiaufgebot begleitet friedliches Einstimmen
Begleitet wurde das Treiben von einem nicht zu übersehenden Polizeiaufgebot, das jedoch nicht einschreiten musste. Vereinzelt gab es bei sommerlichen Temperaturen von 24 Grad Union-Gesänge. Man stimmte sich ein für den Höhepunkt auf dem Sol.
Gegen 15.15 Uhr versammelten sich die Fans nahe dem Standbild des Madrider Stadtwappens (Bär und Erdbeerbaum). Hinter einem riesigen Banner, in Rot und Weiß gehalten und mit der Aufschrift „Reisekader 1. FC Union Berlin“ versehen, gab es die ersten Schlachtrufe, die auch am Abend im Bernabeu zu hören sein werden.
Union-Gesänge am Puerta del Sol
Zwischen „Kämpfen und Siegen“ sowie dem obligatorischen „Eisern Union“ gab es immer wieder Applaus auch von Schaulustigen auf dem Platz. Gegen 16 Uhr machte sich der Tross per Metro auf in Richtung der rund vier Kilometer nördlich gelegenen Kathedrale des europäischen Fußballs.
- Carlo Ancelotti: Das ist die Schwäche von Real Madrid
Viele Union-Anhänger waren schon vor der Zusammenkunft auf dem Sol zum Stadion unterwegs. Rund zweieinhalb Stunden vor dem Anpfiff war in den Gesichtern eine Mischung aus Vorfreude und auch Staunen ob der Arena zu erkennen. Es war eine Atmosphäre, die sich einer Champions-League-Premiere als würdig erwies.
Im Stadion, während der 90 Minuten, war dann eine Mischung aus begeisternder Unterstützung für die Mannschaft und Selbstironie Trumpf. „In Europa kennt uns keine Sau“ und „Keiner wird es wagen, unseren FCU zu schlagen“ waren des Öfteren zu hören. Und die Mannschaft machte sich die Untestützung von den rund 7000 mitgereisten Anhängern über weite Strecken zunutze.



