Brenden Aaronson, neuer offensiver Mittelfeldspieler bei Union Berlin, ist gut gelaunt. Die intensive Trainingseinheit am Montagvormittag scheint dem 22-Jährigen, der vom Premier-League-Klub Leeds United ausgeliehen wurde, wenig ausgemacht zu haben. So steht der US-Amerikaner (22 Länderspiele, sechs Tore) am Fuße der Kitzbüheler Alpen und spricht unter blauem Himmel in Bramberg am Wildkogel über...

… seine ersten Tage bei Union Berlin:

„Es war ein überragender Start für mich. Jeder hat mich mit offenen Armen empfangen. Ob Teamkollegen oder Trainerstab, alle sind sehr nett.“

… seine Lieblingsposition:

„Ich spiele gern im zentralen Mittelfeld, aber auch auf dem Flügel. Das spielt für mich keine Rolle. So lange ich nach vorn spielen und in den Strafraum gehen kann, ist es immer gut für mich.“

… die Qualität seines neuen Teams:

„Was man wirklich positiv über das Team sagen kann: Wir sind sehr, sehr gut in der Verteidigung. Wir sind in großartiger Verfassung und es wird sehr schwer werden, uns in die Knie zu zwingen. Mit den neuen Spielern werden wir auch mehr Torgefahr ausstrahlen. Das sieht schon sehr gut aus.“

… Trainer Urs Fischer:

„Es ist sehr viel Taktik und ähnliches, das ich zu lernen habe. Ich habe allein in den ersten zwei Wochen schon so viel gelernt. Dafür bin ich sehr dankbar.“

… seinen Spielstil:

„Ich habe gern den Ball, will Chancen für mein Team kreieren und natürlich auch selbst Tore schießen. Eines meiner größte Ziele ist, mehr Tore zu schießen (Bestmarke: fünf Tore für RB Salzburg in der Saison 2020/21, d. Red.) und auch viele Vorlagen zu geben. Ich will mich nicht unter Druck setzen, aber ich habe eine positive Denkweise und arbeite im Training an meinem finalen Pass. Ich denke, für einen Mittelfeldspieler sollte man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben, aber mit fünf bis zehn Toren wäre ich zufrieden.“

… die Champions League:

„Ich freue mich sehr darauf, mit diesem Team dort zu spielen. Ich habe sie schon erleben dürfen (acht Einsätze mit RB Salzburg in der Saison 2021/22, d. Red.). Es sind unglaubliche Nächte wie keine anderen, das wird für den Klub herausragend werden. Alle sind aufgeregt, diese Erfahrung machen zu können. Ich freue mich, wieder dabei sein zu können.“

… den Teamabend am Sonnabend:

„Wir hatten sehr viel Spaß. Wir hatten zwölf oder 15 Spieler, die gesungen haben. Als neuer Spieler musste ich auch ran und habe „Party in the USA“ von Miley Cyrus gesungen.“

… über bis zu 150 Fans in den Trainingseinheiten in Österreich:

„In Leeds waren die Fans auch schon außergewöhnlich. Auch hier stehen die Fans klar hinter uns. Sie wollen das Beste für den Klub. Es ist ein super Gefühl während des Trainings, auch dass man gleich als „Fußballgott“ begrüßt wird. Dieses Positive von den Fans hilft uns Spielern enorm. Das gibt uns Spielern viel Selbstvertrauen.“

… seinen Wohnort in Berlin:

„Mich zieht es in die Stadtmitte, auch wegen meiner Freundin, die nachgezogen kommt und hier studieren will, während ich beim Training bin. Und wir sind dichter dran, wenn wir in der Stadt etwas unternehmen wollen. Jedoch nicht zu weit weg vom Stadion, bei dem Berliner Verkehr.“

… seine Entscheidung, Fußball zu spielen:

„In den USA spielt man als Jugendlicher fünf, sechs Sportarten gleichzeitig. Das habe ich auch getan. Mein Vater, der selbst in der Universität und als Halbprofi gespielt hat, hat mich dann in Richtung Fußball gepusht. Es war auch ein wenig einfacher als die anderen Sportarten.“

… seine Verbindung zur Bundesliga:

„Ich habe vorher natürlich mit meinem Bruder darüber unterhalten (Paxton Aaronson spielt seit Januar 2023 für Eintracht Frankfurt, d. Red.). Aber ich kenne auch Joe Scally von Borussia Mönchengladbach, Giovanni Reyna von Borussia Dortmund oder auch John Brooks von der TSG Hoffenheim. Ich habe also eine Vorstellung davon, was mich in der Bundesliga erwartet.“