Elisa Spolaczyk schlug die Hände über dem Kopf zusammen, blieb noch einige Augenblicke konsterniert im Dauerregen des Fritz-Lesch-Sportplatzes stehen. Dass die Angreiferin des 1. FC Union ihr Pech am Sonnabendnachmittag kaum fassen konnte, war nur allzu verständlich.

Soeben hatte sie das Spitzen-Derby der Fußball-Regionalliga Nordost gegen den FC Viktoria maximal unglücklich entschieden, als sie eine Freistoßflanke des Gegners mit dem Kopf zum 3:4 (1:2) noch ins eigene Tor beförderte (90.+1).

Viktoria legt schnell mit 2:0 vor – Union durch Rückstand aufgeweckt

Spolaczyks ganz spätes Selbsttor setzte den dramatischen Schlusspunkt unter ein abwechslungsreiches Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Viktoria und Verfolger Union, in dem eigentlich alles für eine Punkteteilung sprach.

„Beide Teams waren heute gleichwertig“, sagte Unions Trainerin Ailien Poese. „Am Ende so unglücklich durch ein Eigentor zu verlieren, ist bitter. Ich bin dennoch stolz auf die Leistung meiner Mannschaft.“

Vor allem bewiesen ihre Köpenickerinnen Stressresistenz. Nach einem frühen 0:2-Rückstand durch Viktorias Marlies Sänger (17., Foulelfmeter) und Beslinda Shigjeqi (26.) kam Union noch vor der Pause durch Zita Rurack zurück (29.), ehe die Gastgeberinnen nach Wiederanpfiff sogar das 2:2 durch Nour Youssef erzielten (48.). Viktorias erneute Führung Nina Ehegöz (51.) egalisierte wieder Rurack (59.).

Viktoria erstmals mit drei Gegentoren in einer Partie

Beide Abwehrreihen agierten sehr offen. Drei Gegentore hatte es für Viktoria in dieser Saison überhaupt noch nicht gegeben. Das Glück war der Auswärtself am Ende trotzdem hold.

Viktoria-Coach Alejandro Prieto erkannte das ebenfalls: „Was für ein spannendes Spiel. Union ist stark zurückgekommen – aber auch wir geben nie auf.“

Beide Teams wollen mittelfristig in der Bundesliga spielen, der Rückrundenauftakt kam vor rund 1000 Zuschauern schon einer Vorentscheidung für den weiteren Saisonverlauf gleich. Viktoria hat nun bereits sieben Punkte Vorsprung auf Union – bei einer weniger ausgetragenen Partie.