Union vs. Hoffenheim

Union liefert gleich ein Spektakel ab

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Die Profis von Union Berlin feiern ihren Sieg gegen Hoffenheim.

Die Profis von Union Berlin feiern ihren Sieg gegen Hoffenheim.

Foto: Maja Hitij / Getty Images

Union startet mit einem 3:1 gegen die TSG Hoffenheim ins Bundesliga-Jahr 2023. Danilho Doekhi trifft doppelt.

Berlin.  Kevin Behrens konnte in diesem Moment einfach nicht anders. Als Danilho Doekhi, sein Teamkollege beim 1. FC Union, in der Mixedzone Rede und Antwort stand, rief der Stürmer laut: „Danilho! Louis van Gaal!“ Auch wenn van Gaal seinen Posten als Bondscoach der Niederlande nach der WM in Katar an Ronald Koeman abgegeben hat, so war die Richtung, die Behrens damit zum Ausdruck bringen wollte, klar: Unions Innenverteidiger gehört in die Nationalelf des Nachbarlandes.

Der so Gelobte nahm dies mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Sein Anteil am 3:1 (0:1) zum Restart der Fußball-Bundesliga gegen die TSG Hoffenheim ist dennoch nicht hoch genug einzuschätzen. Mit zwei Toren hatte Doekhi die Köpenicker auf die Siegerstraße gebracht – nach einer ersten Halbzeit, die keinen im Lager der Köpenicker so recht erwärmen wollte.

„In der zweiten Halbzeit hatten wir einen anderen Spirit“, erklärte der Niederländer. Trainer Urs Fischer hatte seine Profis in der Pause wachgerüttelt und mehr Energie auf dem Feld gefordert. Und die Mannschaft setzte um, was ihr für die zweiten 45 Minuten mit auf den Weg gegeben wurde. „In der ersten Halbzeit hatten wir vielleicht noch die gut zwei Monate Pause in den Knochen und in den Köpfen“, gestand Jamie Leweling. Sein 3:1 in der Nachspielzeit besiegelte einen Jahresstart, der Union in der Tabelle gleich mal auf Rang drei hievte.

Siebatcheu verschießt Elfmeter für Union Berlin

„Diese Bereitschaft, die Zweikampfführung – das haben wir in der ersten Halbzeit nicht gut gemacht“, bilanzierte Trainer Urs Fischer, „in der zweiten Halbzeit haben wir Mentalität gezeigt, die Mannschaft konnte einen unglaublichen Druck aufbauen. Der Sieg ist aufgrund der dominanten zweiten Hälfte verdient.“ Was der Coach seinen Spielern für den zweiten Spielabschnitt mit auf den Weg gegeben hatte? „Den Gegner noch intensiver anzulaufen, und nicht abzubrechen, sondern durchzuziehen“, sagte Fischer.

Wie wäre die erste Halbzeit wohl verlaufen, wäre der erste Torjubel in einem Pflichtspiel in der Alten Försterei nicht durch das Klatschen des Balles an den Torpfosten übertönt worden? Jordan Siebatcheu war angetreten in jener 24. Minute, nachdem der Hoffenheimer Ihlas Bebou klar mit der Hand zum Ball gegangen war.

Doch der Stürmer, der in der Vorbereitung zu verstehen gegeben hatte, für Union bereit zu sein, wollte es zu genau machen. Enttäuschung statt Ekstase. Es wäre der verdiente Lohn gewesen für die Fischer-Elf, die Mühe hatte, in die Partie zu finden. Bei immer stärker einsetzendem Schneefall und klirrend-kaltem Wind kam der Union-Motor nur langsam auf Touren.

Union Berlin spielt Hoffenheim an die Wand

Hatten die Köpenicker nach acht Minuten noch Glück, dass die TSG einen mustergültigen Konter über Angelino und Tom Bischof amateurhaft abschloss, so fehlten den eigenen Angriffen in letzter Konsequenz die Präzision. Ein Kopfball von Christopher Trimmel (15.), ein listiger Torabschluss von Siebatcheu (19.), dann Janik Haberer und Niko Gießelmann mit einer Doppel-Chance (20.) – Möglichkeiten, die es zu nutzen gilt, will man im Kampf um die Plätze im internationalen Geschäft weiter ein Wörtchen mitreden.

Wie es geht, zeigten die Hoffenheimer in der 44. Minute. Über Robert Skov kam der Ball zu Bebou, der aus 20 Metern einfach mal abzog – 0:1. Sowohl Danilho Doekhi und dann auch Paul Jaeckel, der den gesperrten Diogo Leite in der Innenverteidigung ersetzte, griffen zu unbeherzt ein.

Das alles änderte sich nach dem Seitenwechsel. Union spielte die Gäste förmlich an die Wand, reihte schnell Chance an Chance durch Robin Knoche (48.), Janik Haberer (49.) und Kapitän Christopher Trimmel (55., 68.). Erst Innenverteidiger Doekhi brach den Bann mit seinen beiden Toren (73., 90.). Jamie Leweling erhöhte in der Nachspielzeit auf 3:1.

Juranovic offenbar vor Wechsel zu Union Berlin

Am Rande des Spiels wurde bekannt, dass Union bei der Suche nach einem Ersatz für den zu Borussia Dortmund abgewanderten Julian Ryerson offenbar fündig geworden ist. So soll der kroatische Nationalspieler Josip Juranovic vom schottischen Erstligisten Celtic Glasgow am Sonntag zum Medizincheck an der Alten Försterei sein.

Juranovic ist bei Celtic noch bis 31. Mai 2026 unter Vertrag, so dass für Union eine Ablösesumme fällig wird, die bei acht Millionen Euro liegen soll. Darüber hinaus würden weitere knapp drei Millionen Euro an Boni fällig. Der 27-Jährige ist eigentlich rechter Verteidiger, kann aber auch auf der linken Seite eingesetzt werden. Welches Spektakel er bei Union erwarten kann, wurde am Sonnabend gegen Hoffenheim wieder deutlich. (Mitarbeit: Lilly Purtz)

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