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Unsportliches Verhalten: DFB sperrt Unions Hübner

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Michael Färber
Florian Hübner (3.v.l.), Verteidiger von Union Berlin, und Leverkusens Nadiem Amiri (r.) stehen sich gegenüber.

Florian Hübner (3.v.l.), Verteidiger von Union Berlin, und Leverkusens Nadiem Amiri (r.) stehen sich gegenüber.

Foto: Maja Hitij / Getty Images

Unions Hübner wird für zwei Spiele gesperrt, Geldstrafe inklusive. Der Verdacht einer rassistischen Beleidung bestätigt sich nicht.

Berlin. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Florian Hübner von Union Berlin wegen unsportlichen Verhaltens im Bundesliga-Spiel gegen Bayer Leverkusen (1:0) für zwei Spiele gesperrt und den Verteidiger zudem mit einer Geldstrafe belegt. Nach den Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses bestätigte sich der Verdacht einer rassistischen Beleidigung gegen den Leverkusener Nadiem Amiri nicht. Die Ermittlungen gegen Cedric Teuchert aufgrund eines möglichen Verstoßes gegen die DFB-Rechts- und Verfahrensordnung wurden eingestellt.

Direkt nach dem Spiel hatte sich Leverkusens Jonathan Tah dahingehend geäußert, dass Amiri als "Scheiß Afghane" beleidigt worden wäre. Den DFB-Ermittlungen zufolge ist dies jedoch nicht geschehen. Unmittelbar nach dem Spiel hatten Profis beider Klubs, allen voran Hübner und Amiri, versucht, die Situation zu klären, die direkt nach Abpfiff entstanden war.

"Für mein Verhalten in der verbalen Auseinandersetzung mit dem Leverkusener Spieler Nadiem Amiri bin ich zu Recht bestraft worden. Von grundlegender Bedeutung ist für mich, dass das Sportgericht und der DFB davon ausgehen, dass ich selbst zuvor verbal attackiert worden bin und dass meine Äußerungen nicht diskriminierend oder in irgendeiner Weise rassistisch waren", kommentierte Hübner am Donnerstag die DFB-Entscheidung und gestand einen Fehler ein: "Wie vom Sportgericht dargelegt, war mein Verhalten in dieser Situation einfach unsportlich und ich hätte mich raushalten müssen."

Bereits am Tag nach der Partie hatte Amiri per Leverkusener Pressemitteilung wissen lassen, dass die Situation, in der von beiden Seiten "unschöne Worte" gefallen seien, bereinigt sei und er Hübners Entschuldigung angenommen habe. "Mit dem Gegenspieler Nadiem Amiri habe ich mich ausgesprochen und wir haben alles bereinigt. Dazu gehört auch, dass man gegenseitig einen Fehler eingesteht", erklärte Hübner.

Zugleich machte er deutlich: "Meine Familie und ich stehen uneingeschränkt und aus tiefster Überzeugung für Toleranz und Respekt. Jede Art von Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung wird in meiner Familie und von mir zutiefst verabscheut. Ich selbst lebe diese Überzeugung seit meiner Jugend im Sport und im Privatleben."

Union-Präsident Dirk Zingler ließ dazu wissen, dass sowohl Hübner als auch Teuchert "unser Vertrauen als Teil unseres Teams" genießen würden. "Für uns war und ist es eine Selbstverständlichkeit, sie vor falschen öffentlichen Anschuldigungen und Vorverurteilung in Schutz zu nehmen", sagte Zingler: "Dass es auf dem Platz von beiden Seiten Beleidigungen gab, ist äußerst bedauerlich und absolut unnötig. Sich dafür öffentlich zu entschuldigen, zeugt von Größe und Verantwortungsbewusstsein. Beides hätte ich mir auch von der anderen Seite gewünscht."

Hübner wird Union damit zum Rückrundenstart beim FC Augsburg am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) sowie im darauf folgenden Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach eine Woche später (15.30 Uhr, Sky) fehlen.

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