Dies darf man wohl als veritablen Dämpfer für Union Berlin zum Abschluss eines eigentlich großartigen Jahres 2020 bezeichnen. Erst ein ungefährdeter Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga inklusive DFB-Pokal-Viertelfinale, dann der Höhenflug in dieser Saison bis auf Europa-League-Platz sechs – da ist das Aus in der zweiten Pokalrunde gegen den Zweitligisten SC Paderborn irgendwie fehl am Platz. Weil Union den leichten Weg gewählt hat.
Union hat es sich vor allem in der ersten Halbzeit, die Trainer Urs Fischer überraschend deutlich als „unterirdisch“ klassifizierte, zu leicht gemacht mit dem Laissez-faire-Auftritt einer Mannschaft, die gerade gegen Dauermeister FC Bayern gepunktet und Titelkandidat Borussia Dortmund geschlagen hat. Was sollte also gegen Paderborn schon schiefgehen?
Doch gegen die Mannschaft von Ex-Unioner Steffen Baumgart war vor allem Fußballarbeit angesagt, nicht Fußballspielen. Da die Union-Profis dazu vor der Pause nicht bereit waren, wurden sie bitter bestraft. Und das in einem Pokal-Heimspiel, auf das Union seit mehr als sieben Jahren und 13 Gastspielen hatte warten müssen.
Union Berlin verschlankt den Spielplan
Keine Frage, der Spielplan in dieser Saison hält für alle Vereine riesige Herausforderungen bereit. Allein bis 22. Mai warten noch 21 Bundesligaspiele auf die Klubs, vier Partien mehr als in einer normalen Spielzeit. Dank des Coronavirus gibt es mehr englische Wochen und die Winterpause fühlt sich genauso an wie eine ganz normale Länderspielpause.
Da passt es doch ganz gut, es sich ein wenig leichter zu machen und zusätzlichen Spielen aus dem Weg zu gehen. Zum Beispiel solchen Spielen, die in lästigen Zusatzrunden im nationalen Pokalwettbewerb entstehen könnten. Eine Einschätzung, die faktisch richtig ist, mit der man es sich aber natürlich viel zu leicht machen würde.


