Union Berlin

Schon jetzt macht sich Unions großer Kader bezahlt

Union muss beim Gastspiel in Köln auf zahlreiche Profis verzichten. Dank des großen Kaders sollten sich die Probleme aber lösen lassen.

Sebastian Griesbeck (Mitte) ist bei Union Berlin im Mittelfeld gefragt.

Sebastian Griesbeck (Mitte) ist bei Union Berlin im Mittelfeld gefragt.

Foto: Pool / Andreas Gora - Pool/Getty Images

Berlin. Im Sommer rieb man sich durchaus verwundert die Augen. Elf neue Spieler hatte der 1. FC Union für sein zweites Jahr in der Fußball-Bundesliga verpflichtet, obwohl Manager Oliver Ruhnert noch Ende Mai nach dem Klassenerhalt angekündigt hatte, „nicht in die Saison mit einem Kader von 32 oder 33 Spielern“ gehen zu wollen.

Ein Vierteljahr später hatte er seine Aussage ein wenig relativiert. „Die Anzahl von 30 Spielern ist eine, die du unbedingt machen musst“, hatte Ruhnert im Morgenpost-Interview erklärt mit der Begründung: „Wir sind eine Mannschaft, die – gerade was ihr 2021 im Hinblick auf die englischen Wochen blüht – definitiv gut aufgestellt sein muss, um ihr Spiel, das mit viel Aufwand verbunden ist, überhaupt zeigen zu können.“

Bereits am achten Spieltag, im Gastspiel am Sonntag (18 Uhr, Sky) beim 1. FC Köln , kann Union von seinem 30-Mann-Kader profitieren. Der Klub muss es sogar, soll der Aufwärtstrend mit dem siebten Spiel in Folge ohne Niederlage fortgesetzt werden.

Union Berlin muss bis Februar auf Pohjanpalo verzichten

Im Training in den vergangenen Tagen „haben wir ein zehn gegen zehn hinbekommen“, sagte Trainer Urs Fischer. Allein das verdeutlicht, wie ausgedünnt der Kader während der letzten Länderspielpause des Jahres gewesen ist. Und das hat nicht nur etwas mit den Länderspielreisenden (Christopher Trimmel, Julian Ryerson, Joel Pohjanpalo) zu tun.

Allein sieben Profis standen Fischer gar nicht zur Verfügung, weitere drei nur teilweise. Es sind Verletzungen, die Union schon zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison zu schaffen machen. Dass Pohjanpalo sich bei der finnischen Nationalmannschaft verletzte und wegen eines Knöchelbruchs bis Februar ausfallen wird, ist nur die Spitze des Eisberges.

Union Berlin setzt auf Griesbeck im Mittelfeld

Mittelfeldstratege Christian Gentner ist an der Wade verletzt und fällt aus, Grischa Prömel und Keita Endo plagen immer noch muskuläre Probleme. „Für Endo wird es noch nicht reichen“, verriet Fischer am Freitag. Und Marius Bülter, Endo-Alternative für die linke Außenbahn, befindet sich nach seinem positiven Corona-Test immer noch in Quarantäne.

Angesichts der Ausfälle von Gentner und Prömel steht im zentralen Mittelfeld Sebastian Griesbeck vor seinem zweiten Startelfeinsatz. „Ich weiß, was ich kann. Ich fühle mich sehr wohl in der Mannschaft. So wie es im Moment läuft, bin ich sehr zufrieden“, sagte Griesbeck mit Blick auf sein erstes Bundesliga-Jahr.

In der Innenverteidigung wird Fischer auf Robin Knoche, Marvin Friedrich und Florian Hübner zurückgreifen müssen, nachdem Nico Schlotterbeck – gerade erst von seinem Muskelfaserriss genesen – erneut muskuläre Probleme hat. Dazu kommt Langzeitausfall Anthony Ujah sowie die angeschlagenen Marcus Ingvartsen und Akaki Gogia. Wohl dem, der dann über einen großen Kader verfügen kann

Lenz spielt bei Union Berlin mit Maske

Mit Kapitän Trimmel und Ryerson sind immerhin zwei Profis vom Nations-League-Spiel Österreich gegen Norwegen (1:1) gesund zurückgekehrt. Ryerson feierte bei den Norwegern sein 81-minütiges Länderspiel-Debüt, Trimmel – auch nicht ganz fit zur Nationalelf gereist – saß 90 Minuten nur auf der Bank.

Dass die beiden Rechtsverteidiger zur Verfügung stehen, ist sicher kein Nachteil, auch wenn Fischer natürlich im Training bereits Alternativen getestet hat. „Wir haben mit Christopher Lenz und Niko Gießelmann zwei Außenverteidiger, die haben wir im Training auch immer wieder getauscht. Es ist wichtig, auch mal auf der falschen Seite zu spielen“, erklärte Fischer.

Lenz und Gießelmann sind gelernte Linksverteidiger und wären somit auch nur eine Notlösung für die rechte Seite. Dass Lenz nach einem operativen Eingriff an der Nase mit einer Karbonmaske spielen muss, soll nicht unerwähnt bleiben.

Hertha-Manager Preetz lobt Union Berlin

Die Einkaufspolitik der Köpenicker ist natürlich auch dem Lokalrivalen nicht verborgen geblieben. So gab es von Michael Preetz, dem Manager von Hertha BSC, ein Lob für die Bilanz, die Union nach der Auftaktniederlage gegen den FC Augsburg (1:3) hingelegt hat.

„Sie haben einen guten Einstieg erwischt in diese Saison. Sie haben auch einen anderen Spielplan gehabt als wir, haben aber vor allem auch die Chancen genutzt, die dieser Spielplan gegeben hat. Sie machen das aktuell sehr gut und haben schon viele wichtige Punkte eingefahren“, sagte Preetz im ZDF.

Zwölf Punkte haben Union zunächst bis auf Europa-League-Platz fünf geführt. In Köpenick hätte man nichts dagegen, wenn in Köln mindestens ein Zähler hinzukommt.

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