Union Berlin

Alte Försterei statt Anfield Road: Karius wechselt zu Union

Union leiht Torwart Loris Karius aus Liverpool aus und eröffnet den Kampf um die Nummer eins neu – zumindest auf dem Papier.

Loris Karius wechselt auf Leihbasis vom FC Liverpool zu Union Berlin.

Loris Karius wechselt auf Leihbasis vom FC Liverpool zu Union Berlin.

Foto: Seskimphoto / imago

Berlin. Am Sonnabend, kurz nach dem Unentschieden bei Borussia Mönchengladbach, hatte Oliver Ruhnert, Manager von Union Berlin, noch von einem möglichen Zugang gesprochen. Einen Tag später war Loris Karius bereits in Berlin. Am Montagvormittag ging es für den Torwart zum obligatorischen Medizincheck, wenige Stunden später war das Leihgeschäft mit dem FC Liverpool schließlich unter Dach und Fach.

Der Berliner Fußball-Bundesligist verstärkt sich mit dem 27 Jahre alten Profi, die Leihe vom englischen Meister ist zunächst auf diese Saison ausgelegt. Karius, der zuletzt für Besiktas Istanbul in der türkischen Süper Lig spielte, hat in Liverpool noch einen Vertrag bis 2022, spielt in den Planungen von Teammanager Jürgen Klopp offensichtlich keine Rolle mehr.

Karius freut sich auf Union Berlin

Dafür in den Planungen der Köpenicker umso mehr. Mit dem in Champions- und Europa-League-erfahrenen Karius steigert Union die Qualität auf der Position zwischen den Pfosten. „Die Verpflichtung von Loris Karius bedeutet für uns, einen Torhüter mit großer nationaler und internationaler Erfahrung zu holen. Seine Stärken sind bekannt, deshalb freuen wir uns, auf dieser wichtigen Position nun aus unserer Sicht bestens aufgestellt zu sein. Für Loris bietet es die Chance, sich wieder in einem stabilen Umfeld auf die Bundesliga und den Klassenerhalt mit Union zu fokussieren“, sagte Ruhnert.

Karius selbst ließ nach seiner Unterschrift unter den Leihvertrag wissen: „Ich freue mich auf meine neue Aufgabe in Berlin und bin glücklich, wieder in der Bundesliga spielen zu können. Union ist ein spezieller Verein, der sich nicht erst mit dem Aufstieg in die Bundesliga viel Respekt erarbeitet hat. Ich möchte gern meinen Teil zu dieser positiven Entwicklung beitragen und dabei helfen, das große Ziel, den Klassenerhalt in der Bundesliga, erneut zu erreichen.“

Neuer Konkurrenzkampf bei Union Berlin

Die Verpflichtung von Karius bringt das Personalkarussell auf der Torwartposition wieder in Bewegung. Union hatte im Sommer Andreas Luthe (33) als neue Nummer eins geholt. Der Ex-Augsburger hatte in den ersten beiden Spielen dieser Bundesliga-Saison gegen den FC Augsburg (1:3) und bei Borussia Mönchengladbach (1:1) auch zwischen den Pfosten gestanden. Vor allem in Gladbach hatte er die Berliner mit seinen Paraden im Spiel gehalten. Nun dürfte er vor einer Rückstufung auf die Ersatzbank stehen.

Die zehnte Neuverpflichtung der Köpenicker für diese Saison hat damit auch Auswirkungen auf die beiden weiteren Torhüter im Profikader, Jakob Busk und Lennart Moser. Der Däne Busk (27), seit Januar 2016 bei Union und noch mit einem Vertrag bis Saisonende ausgestattet, wird sich mit der Rolle des Ersatzmannes vom Ersatzmann zufriedengeben müssen, wie bereits in der vergangenen Saison, als er hinter Rafal Gikiewicz (32, zum FC Augsburg) und Moritz Nicolas (22, zurück zu Borussia Mönchengladbach, inzwischen beim VfL Osnabrück) nur die Nummer drei gewesen ist.

Union Berlin hat nun einen Torwart zuviel

Für Lennart Moser rückt damit die von ihm erhoffte Leihe näher. Schon in der Vorbereitung hatte der 20 Jährige den Verein über seine Wechselabsichten informiert. Moser, in der Saison 2019/20 zunächst an Regionalligist Energie Cottbus, dann an den belgischen Erstligisten Cercle Brügge ausgeliehen, geht es vor allem darum, Spielpraxis zu sammeln. Dies ist bei Union in der Bundesliga praktisch nicht möglich, auch wenn sich Moser sowohl in den beiden Bundesligaspielen als auch im DFB-Pokalspiel beim Karlsruher SC den Platz hinter Luthe gesichert hatte.

Loris Karius könnte schon am Freitagabend im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 (20.30 Uhr, Alte Försterei) zum Einsatz kommen. Für die Mainzer absolvierte er auch seine bislang 91 Bundesligaspiele. Diese Zahl dürfte sich in dieser Saison nun erhöhen.

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