Union Berlin

Union holt ersten Punkt – und steht vor Karius-Ausleihe

Union holt in Gladbach im zweiten Saisonspiel den ersten Punkt und steht vor einer Ausleihe von Loris Karius aus Liverpool.

Nico Schlotterbeck (Mitte) feiert sein Tor für Union Berlin in Gladbach.

Nico Schlotterbeck (Mitte) feiert sein Tor für Union Berlin in Gladbach.

Foto: Ulrich Hufnagel / pa / U. Hufnagel

Berlin. Als Nico Schlotterbeck über den Weg, auf dem sich der 1. FC Union befindet, erzählen sollte, kam er im Eifer des Gesprächs um ein Eigenlob nicht herum. „Wir haben super Zugänge hier und ich denke, dass wir eine Super-Entwicklung nehmen. So müssen wir weitermachen“, sagte der Verteidiger des Berliner Fußball-Bundesligisten.

Dass er als Torschütze das 1:1 (0:0) der Köpenicker bei Borussia Mönchengladbach ermöglichte, lässt seine Aussage für manche vielleicht ein wenig überzogen erscheinen. Klar ist jedoch, dass die Leihgabe des SC Freiburg alles andere als überzogen selbstbewusst ist. Und dass sie recht hat mit ihrer Einschätzung, denn der erste Punktgewinn im zweiten Saisonspiel war vor allem eines: verdient.

Das sah Unions Trainer genauso. „Wegen der Leistung fällt das Fazit positiv aus, weil wir es Gladbach über 90 Minuten unheimlich schwer gemacht haben und sie gut im Griff hatten“, sagte Urs Fischer: „Sie hatten kaum Aktionen, und wir haben es immer wieder hingekriegt, Nadelstiche zu setzen.“

Union Berlin steht vor Ausleihe von Torwart Karius

Auch Oliver Ruhnert atmete nach dem Remis ordentlich durch. „Das war wichtig nach dem Spiel gegen Augsburg, das tut uns einfach gut“, sagte Unions Geschäftsführer Profifußball. Und kündigte im TV-Sender Sky gleich noch an, den Kader noch einmal verstärken zu wollen.

„Wir wollen noch eine Besetzung im Sturm nachlegen, dazu sind wir gezwungen durch den Ausfall von Ujah“, erklärte Ruhnert. Die Nachwirkungen eines Routineeingriffs im Knie während der Sommerpause machen Ujah immer noch zu schaffen. Doch nicht nur vorn, auch hinten soll noch nachgebessert werden, wir Ruhnert verriet. „Das haben wir auch gesagt, so wie sich das im Torhüterbereich entwickelt. Zumal auch klar war, dass wir Torhüter haben, die ausgeliehen werden können.“

Bei der Frage, ob Loris Karius vom FC Liverpool ein möglicher Zugang sei, gab sich Ruhnert wenig kryptisch: „Das ist ein möglicher Zugang. Wir können immer erst bestätigen, wenn ein Vertrag auch unterschrieben ist, deshalb kann ich noch nichts bestätigen.“ Laut „Bild“-Zeitung steht Union kurz davor, Karius für ein Jahr von den „Reds“ auszuleihen.

Union Berlin zeigt sich mutig in Gladbach

Für die Mannschaft wiederum gab es zwei Fragen, die sie am Sonnabendnachmittag zu beantworten hatte. Gelingt es den Köpenickern, den Ausfall von Christian Gentner zu kompensieren? Und ist die Mannschaft so mutig, wie Trainer Fischer es von ihr gefordert hatte?

Die erste Frage lässt sich ruhigen Gewissens mit Ja beantworten. Und die zweite auch. Wie erwartet setzte Fischer in einem 3-4-3-System auf Robert Andrich und Grischa Prömel im zentralen Mittelfeld. Und das Duo präsentierte sich im Wechsel als Abräumer, Antreiber und umsichtiger Passgeber.

Paradebeispiel hierfür war der Union-Angriff nach rund einer halben Stunde, als sich die Berliner über Andrich und Prömel aus der Gladbacher Umklammerung befreiten, spielerisch, so wie es die Köpenicker in der Saison-Vorbereitung auch immer wieder trainiert hatten. Gekrönt wurde diese beste Offensivaktion zwar nicht mit einem Tor, sondern mit einem Schuss von Sheraldo Becker an die Latte, gefolgt von vergebenen Nachschussmöglichkeiten durch Taiwo Awoniyi und Grischa Prömel.

Awoniyi belebt Offensivspiel von Union Berlin

Es war nicht die einzige Situation, in der Union sich mutig präsentierte. Weil Awoniyi, der wenige Tage nach seiner Ausleihe vom FC Liverpool gleich in der Startelf stand, jene Sturmspitze gab, die Union noch zum Saisonstart beim 1:3 gegen den FC Augsburg gefehlt hatte. Zielstrebig, wuchtig, seinen Körper immer einsetzend präsentierte sich der Nigerianer.

Schon nach 15 Minuten hatte man im Union-Lager den Torschrei auf den Lippen, als Awoniyi mitten im Strafraum aus elf Metern nach einer Becker-Vorarbeit zum Drehschuss ansetzte, das Ziel jedoch haushoch verfehlte. Doch der Stürmer ließ die Gastgeber damit wissen, dass er nicht lange fackelt, wenn er die Gelegenheit dazu bekommt.

Dass die Borussia die reifere Spielanlage hatte, stand dennoch außer Frage, gute Chancen inklusive. Alassane Plea ließ erst Robin Knoche stehen, düpierte dann Christopher Trimmel, ehe er an Union-Torwart Andreas Luthe scheiterte. Beim Kopfball des Gladbacher Angreifers nach 38 Minuten tauchte Luthe im richtigen Moment ab und verhinderte einen Rückstand. Keine Frage, hier war etwas möglich für den Außenseiter aus der Hauptstadt.

Schlotterbeck trifft erneut für Union Berlin

Selbst nach dem Rückstand durch Marcus Thuram ließ Union keinen zweifel daran, aus dem mit 10.383 Zuschauer gefüllten Borussia-Park etwas mitnehmen zu wollen. Christopher Trimmel hatte einen Kopfball des Franzosen nach einer Ecke von Jonas Hofmann noch unglücklich für Luthe abgefälscht (56.).

„Wir haben uns nach dem Rückstand offensiver aufgestellt und verdient den Punkt geholt“, sagte Schlotterbeck. Mit einer Kopfball-Bogenlampe aus elf Metern nach einem Eckball von Marcus Ingvartsen sicherte er Union den verdienten Punkt (80.). Apropos Super-Zugang: Schlotterbeck hatte Union schon im DFB-Pokal mit seinem Treffer das Weiterkommen in Karlsruhe ermöglicht.

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