1. FC Union

Unions letzter Test wird zum Jubiläums-Fest

Vor 100 Jahren weihte Union Berlin sein Stadion ein. Beim Fest-Testspiel gegen Nürnberg wird Felix Kroos verabschiedet.

Ein paar von diesen Union-Fans werden sicher auch gegen Nürnberg im Stadion sein.

Ein paar von diesen Union-Fans werden sicher auch gegen Nürnberg im Stadion sein.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. Die Tradition schwingt beim 1. FC Union immer mit. In der Klubhymne, die vor jedem Spiel erklingt, werden die Schlosserjungs aus Oberschöneweide besungen, mit denen damals alles anfing. Wenn die Köpenicker am Sonnabend gegen den 1. FC Nürnberg antreten (17.30 Uhr), dann geht der historische Bezug noch ein bisschen weiter. Als SC Union Oberschöneweide empfingen die Berliner die Franken schon am 7. August 1920 im damals neu erbauten Sportpark Sadowa, es war das offizielle Eröffnungsspiel an dem Ort, der heute als Stadion an der Alten Försterei bekannt ist.

Union feiert also ein Jubiläum, 100 Jahre Fußball an der Wuhlheide. Und fast wäre kaum jemand zum Mitfeiern dagewesen. Doch seit 1. September dürfen wieder bis zu 5000 Teilnehmer bei Sportveranstaltungen unter freiem Himmel dabei sein. Deshalb sollen gut 4500 Fans beim Fest-Testspiel in das Stadion kommen. Unter Einhaltung strenger Hygieneregeln und nur mit personalisierten Tickets, die ausschließlich online gebucht werden können. Sogar Restkarten standen am Freitag ab 16 Uhr für Vereinsmitglieder noch zur Verfügung.

Felix Kroos wechselt von Union nach Braunschweig

Es ist ein Vorgeschmack darauf, was in den kommenden Wochen in der Bundesliga zum Standard werden könnte. Nächste Woche beginnt die Saison mit den Erstrundenpartien im DFB-Pokal, in zwei Wochen startet die Liga. In Köpenick dürfen sich die Fans schon mal an die neue Art des Stadionbesuchs mit Maske und vielen Vorschriften gewöhnen.

Auf dem Platz, auf dem Mittelfeldspieler Felix Kroos (29) nach viereinhalb Jahren im Union-Trikot – zwei davon als Kapitän – und dem Auslaufen seines Vertrages in der Pause zu Zweitligist Braunschweig verabschiedet wird, nachdem man bei den Berlinern nicht mehr mit ihm geplant hatte, soll das allerdings keine Rolle spielen. Dort geht es Trainer Urs Fischer nur darum, dem Team den Feinschliff zu verpassen. „Es ist unser letztes Vorbereitungsspiel vor dem Pflichtspielstart und wir haben uns vorgenommen, die Dinge, die gut funktioniert haben, beizubehalten und das besser zu machen, was uns in den letzten Spielen noch nicht so gut gelungen ist“, sagt der Schweizer, dessen Mannschaft zuletzt beim 2:2 in Amsterdam einen guten Eindruck hinterlassen hatte.

Gegen den Zweitligisten Nürnberg erwartet der Coach das auch, will „defensiv wieder gut organisiert und auf dem Weg nach vorne gefährlicher sein“. Als die Franken 1920 nach Köpenick kamen, taten sie das als deutscher Meister und gewannen mit 2:1. Damals verfolgten 7000 Zuschauer die Partie im Sportpark Sadowa. Insofern sind die Dimensionen des Spiels heute ziemlich ähnlich, wenn auch unfreiwillig.

Noch mehr über den 1. FC Union lesen Sie hier.