Union Berlin

Union gewinnt Test in Cottbus und dünnt den Kader aus

Union schlägt Cottbus im ersten Test mit 3:1 nach Toren von Subotic, Taz und Bülter. Doch Manager Ruhnert sieht auch Nachholbedarf.

Unions Mittelfeldspieler Sebastian Griesbeck (l.) stoppt den Cottbuser Felix Brügmann.

Unions Mittelfeldspieler Sebastian Griesbeck (l.) stoppt den Cottbuser Felix Brügmann.

Foto: O.Behrendt via www.imago-images.de / imago images/Contrast

Berlin. Die erste Halbzeit des Testspiels bei Energie Cottbus verpasste Oliver Ruhnert fast komplett – Stau auf der Autobahn. Lediglich die letzten zehn Minuten vor der Pause konnte der Geschäftsführer Profifußball des 1. FC Union noch im Stadion der Freundschaft verfolgen. Das erste Tor durch Neven Subotic beim 3:1 (1:0) des Fußball-Bundesligisten hatte der Kaderplaner damit schon verpasst.

Es kommt selten vor, dass Ruhnert zu spät dran ist. Mit Blick auf das Transfergebaren der Köpenicker, die mit Stürmer Max Kruse nicht nur den achten, sondern auch den spektakulärsten Zugang vermelden konnten, zählt Union eher zu den Frühaufstehern.

Und natürlich stand am Rande des ersten Union-Testspiels in der Vorbereitung die Personalie Kruse im Blickpunkt, obwohl der Stürmer wegen Trainingsrückstands noch gar nicht mitspielen konnte. „Unsere Erwartungen an ihn sind, dass Max einer von den Spielern sein soll, damit wir weiter Bundesliga spielen können“, erklärte Ruhnert im RBB.

Union Berlin setzt voll auf Kruse

Natürlich habe der Wechsel des ehemaligen Nationalspielers für „sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt, weil es ein Spieler mit einer entsprechenden Vita ist. Aber er hat eine entsprechend erfolgreiche Karriere gehabt, weil er gut Fußball spielt“, sagte Ruhnert.

Zugleich forderte er von dem 32 Jahre alten Angreifer: „Er muss sein Privatleben mit dem Fußball koordinieren, das wird er tun. Kruse spielt Fußball aus Leidenschaft, nicht weil er es muss, das ist für uns ein ganz wichtiges Kriterium.“

Spielerkäufe bedeuten auch immer, dass aus dem eigenen Nachwuchs die entsprechende Qualität nicht verfügbar ist. „Immer wieder junge Spieler reinwerfen, das können wir noch nicht. Union hat noch einige Jahre aufzuholen“, musste Ruhnert eingestehen. Das neue Nachwuchsleistungszentrum muss erst noch gebaut werden.

Union Berlin hat Nachholbedarf

Die Folge ist: Talentierte Spieler wie Fisnik Asllani (Ruhnert: „Ihn wollten wir gern behalten, er hat sich anders entschieden“) wechseln zur TSG Hoffenheim II, Lennard Maloney schließt sich Borussia Dortmund II an. Und Julius Kade, erst vor einem Jahr von Hertha BSC II zu Union gewechselt, geht zu Dynamo Dresden.

Oder sie werden ausgeliehen, wie in der vergangenen Saison Torwart Lennart Moser und Berkan Taz an Energie Cottbus. Beide sind inzwischen zu Union zurückgekehrt, Taz erhöhte im Test gegen Cottbus sogar auf 2:0 (59.), ob sie jedoch eine Zukunft beim Bundesligisten haben, darf bezweifelt werden. Florian Flecker sah keine bei Union und wechselte nach einem Jahr ohne Einsatz zu den Würzburger Kickers, Unions nächstem Testspielgegner (Mittwoch, 15 Uhr, Alte Försterei).

Ähnlich verhält es sich mit Tim Maciejewski, der gegen Cottbus nach gut einer Stunde ausgewechselt wurde – und kommende Saison eventuell öfter für den Regionalligisten spielen könnte. Eine Ausleihe des Offensivspielers hält Energies Sportlicher Leiter Sebastian König nicht für ausgeschlossen. Die Ausleihen von Moser und Taz „waren gut für uns, für die Spieler und damit auch für Union“, sagte König.

Union Berlin spielt mit fünf Neuen gegen Cottbus

Gut für Union war im Cottbus-Test auch der erste Auftritt dreier Zugänge von Beginn an. Über Linksverteidiger Niko Gießelmann lief in der ersten Halbzeit viel, im defensiven Mittelfeld deutete Sebastian Griesbeck sein Potenzial an, im Tor strahlte Andreas Luthe Ruhe und Souveränität aus.

Nach der Pause machte Unions neue Nummer eins Platz für Jakob Busk. Der Däne ließ sich drei Minuten vor dem Abpfiff vom Cottbuser Marcel Hoppe düpieren (87.). Marius Bülter hatte vorher schon auf 3:0 (78., Foulelfmeter) für Union erhöht. Mit Nico Schlotterbeck und Cedric Teuchert zeigten sich zudem zwei weitere Zugänge erstmals im neuen Union-Trikot.

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