Bundesliga

Unions Ryerson ist bereit für seinen Einsatz in Mainhattan

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Michael Färber
Unions Verteidiger Julian Ryerson (l.) stoppt Leipzigs Nationalspieler Timo Werner.

Unions Verteidiger Julian Ryerson (l.) stoppt Leipzigs Nationalspieler Timo Werner.

Foto: JENS MEYER / pa / AP Photo

Unions Rechtsverteidiger Ryerson rückt nur in die Startelf, wenn Kapitän Trimmel fehlt. In Frankfurt ist der Norweger wieder gefragt.

Berlin. Erling Haaland? „Natürlich ist er in Norwegen ein großes Thema und bestimmt die Schlagzeilen“, sagt Julian Ryerson über den Stürmer von Borussia Dortmund. Ryerson kennt die neue Tormaschine der Bundesliga gut, der Verteidiger des 1. FC Union hat mit ihm in der U21 Norwegens zusammengespielt. Die Torjäger-Qualitäten, so Ryerson, „hat er damals schon gehabt“.

Schlagzeilen über Ryerson gibt es hingegen seltener, vielleicht am Montagabend wieder, wenn Union bei Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr, DAZN) antritt. Das hat schlicht etwas mit der Präsenz auf dem Platz zu tun.

Haaland machte sich seit der Winterpause für Dortmund unverzichtbar, Ryerson wiederum wird an Spieltagen bei Union nur dann für die Startelf gebraucht, wenn Kapitän Christopher Trimmel fehlt. In Frankfurt, wo Trimmel eine Gelb-Sperre absitzen muss, ist es wieder so weit.

Ryerson ist glücklich, Teil von Union Berlin zu sein

Für Ryerson ist es eine Situation, mit der er sich seit seinem Wechsel von Viking Stavanger zu Union im Sommer 2018 auseinandersetzen muss und mit der er offenbar gut zurechtkommt – auch wenn er um das gewisse Risiko weiß, das seine Situation bei den Köpenickern mit sich bringt.

„Als junger Spieler musst du die etablierten Spieler jederzeit fordern, gleichzeitig musst du sehen, was langfristig gut für dich ist. Das ist ein schmaler Grat, um dies auszubalancieren“, erklärt Ryerson. Natürlich möchte der Norweger öfter spielen, diese Einstellung ist fester Bestandteil der Profi-DNA.

„Dafür tue ich auch jeden Tag alles, aber es ist, wie es ist. Ich kann nicht hier sitzen und sagen: Alles ist in Ordnung. So funktioniert das nicht. Ich muss die Situation in eine positive Richtung bringen“, sagt Ryerson. Und: „Ich bin glücklich, ein Teil von Union zu sein, obwohl ich nicht so oft gespielt habe.“

Ryerson war da, als Union Berlin ihn brauchte

Die Einstellung des Norwegers ist vor allem seinem Alter geschuldet. Ryerson ist mit seinen 22 Jahren fast elf Jahre jünger als Trimmel, der am Montag seinen 33. Geburtstag feiert. Damit steht er immer noch am Anfang seiner Karriere.

„Die letzten eineinhalb Jahre waren für meine Entwicklung sehr gut, auch wenn ich nicht so oft gespielt habe. Ich denke, ich habe nicht nur viel durch die Spiele, sondern auch durch das Training gelernt. Es tut gut, Teil von etwas zu sein, das in die richtige Richtung geht“, gibt Ryerson einen Einblick in seine Gedankenwelt.

Dass sein Weg in die richtige Richtung geht, hat er als Trimmel-Vertreter durchaus bewiesen. Zu nennen sei da nur das Relegationsrückspiel gegen den VfB Stuttgart (0:0), als Trimmel ebenfalls Gelb-gesperrt war. Ryerson machte seinen Job als Rechtsverteidiger und half so mit, den Aufstiegstraum zu verwirklichen. Auch zum Rückrundenstart – Trimmel fehlte erkrankt – lieferte Ryerson gegen die offensivstarken Leipziger einen beherzten Auftritt ab.

Union-Trainer Fischer setzt auf den Norweger

Insgesamt acht Mal stand er bislang in der Bundesliga für Union auf dem Feld. „Das fühlt sich nicht so an, als wäre ich weit weg“, sieht Ryerson eine Entwicklung bei sich, auch wenn er in fünf der 22 Partien nicht im Kader stand.

Zu Saisonbeginn hatte er noch mit den Nachwirkungen einer Wadenverletzung aus der Vorbereitung zu kämpfen, zuletzt gegen Bayer Leverkusen (2:3) fehlte Ryerson wegen Rückenproblemen. „Die sind jedoch ausgestanden“, sagt der Norweger.

Ryerson ist also bereit für seinen Einsatz in Mainhattan. Oder wie es Trainer Urs Fischer formuliert: „Es besteht eine große Möglichkeit“, dass Ryerson in Frankfurt von Beginn an dabei ist.

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