Kommentar

Union sollte dem Videobeweis dankbar sein

Viele Union-Fans lehnen den Videobeweis ab. Dabei hat der Aufsteiger nicht nur in München von ihm profitiert, meint Michael Färber.

Schiedsrichter Marco Fritz überprüft in München die Szene, die Union wenig später einen Elfmeter beschert.

Schiedsrichter Marco Fritz überprüft in München die Szene, die Union wenig später einen Elfmeter beschert.

Foto: Michael Dalder / Reuters

Der 1. FC Union hat bei den Bayern verloren, das ist im Allgemeinen erwartet worden. Dass die Niederlage jedoch mit 1:2 derart knapp ausfiel, offenbart sowohl den großen Kampfgeist der Köpenicker als auch die fehlende Souveränität des Rekordmeisters, überlegen geführte Partien entsprechend zu Ende zu spielen. Sogar ein Punktgewinn war für den Aufsteiger greifbar nahe, es wäre eine Sensation gewesen.

Nicht unterschlagen werden sollte jedoch ein wichtiger Grund, warum die Mannschaft von Trainer Urs Fischer eine solche Sensation vor Augen haben durfte: der Videoassistent. Nicht zuletzt dank des technischen Hilfsmittels hat Union lange auf ein kaum für möglich gehaltenes Remis in München hoffen dürfen.

Nach knapp einer Stunde bescherte er dem Liga-Neuling einen Elfmeter, der sonst von Schiedsrichter Marco Fritz aus Korb nicht gegeben worden wäre. Die Hoffnung, dass in München doch etwas gehen könnte, wurde dadurch gestärkt. Dass Sebastian Andersson den Elfmeter verschossen hat, ändert daran nichts.

Sieben Mal profitierte Union vom VAR

Und kurz vor Sebastian Polters Anschlusstreffer vom Elfmeterpunkt bewahrte der Video Assistant Referee (VAR) Union vor dem endgültigen K.o., als er vor dem vermeintlich dritten Bayern-Tor durch Robert Lewandowski eine Abseitsstellung offenbarte.

Es waren nicht die ersten Male, in denen Union vom VAR profitieren durfte. Gegen RB Leipzig (0:4) und in Leverkusen (0:2) wurden Gegentore verhindert, in Wolfsburg (0:1) ein Elfmeter gegen Union. Und den Strafstoß für die Berliner gegen Bremen (1:2) hätte es auch nicht gegeben ohne den Videoassistenten.

Elf Mal gab es in Union-Spielen den Videobeweis, sieben Mal profitierten die Köpenicker davon. Dass Union in diesem Zusammenhang auch eine Fehlentscheidung hinnehmen musste (Bremens Elfmeter zum 0:1) mag den Kritikern des VAR in die Karten spielen, und davon gibt es nicht wenige bei Union.

Der Videobeweis half Union beim Aufstieg

All jenen sei die Relegation gegen den VfB Stuttgart Ende Mai noch einmal in Erinnerung gerufen. Ohne den VAR wären die Schwaben im Rückspiel in Führung gegangen und der Bundesliga-Traum fast ausgeträumt gewesen.

Auch wenn es vielen immer noch schwer fällt: Union sollte dem Videobeweis dankbar sein.

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