Bundesliga

1:2 gegen Frankfurt: Ujahs Jokertor reicht Union nicht

Nächster Dämpfer für Union: Vor heimischer Kulisse mussten sich die Eisernen Eintracht Frankfurt geschlagen geben.

Sheraldo Becker (l) und Christian Gentner zeigten sich nach der erneuten Niederlage ratlos.

Sheraldo Becker (l) und Christian Gentner zeigten sich nach der erneuten Niederlage ratlos.

Foto: Tom Weller / dpa

Berlin. Wieder hingen die Köpfe, wieder waren die Mienen enttäuscht. Der 1. FC Union hat das Freitagabendspiel der Fußball-Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt mit 1:2 (0:0) verloren und damit die dritte Pleite in Folge kassiert. Langsam aber sicher rückt die bedrohliche Abstiegszone, die die Köpenicker doch so lange wie möglich meiden wollten, für den Aufsteiger näher. „Das war trotz Niederlage eine gute Antwort auf die letzten Leistungen“, sagte Kapitän Christopher Trimmel. „Aber wir haben gesehen, dass kleine Fehler schnell bestraft werden.“

Vor der Partie gegen den Europa-League-Teilnehmer hatte Trainer Fischer seine Startelf mal wieder durchwürfeln müssen. Für Christopher Lenz (Probleme am Hüftbeuger) durfte Ken Reichel auf Linksaußen ran. Neven Subotic kehrte nach seiner Gelb-Rot-Sperre für Keven Schlotterbeck in die Innenverteidigung zurück. Akaki Gogia ersetzte den zuletzt schwächelnden Sheraldo Becker auf Rechtsaußen und Manuel Schmiedebach verstärkte das defensive Mittelfeld. Denn Fischer hatte sich für die Partie gegen die Eintracht für eine 4-2-3-1-Formation entschieden, mit Sebastian Andersson als einziger Spitze, dafür einem offensiv ausgerichteten Christian Gentner im Mittelfeld.

Und die Partie begann hitzig – nicht nur wegen der unsäglichen Pyrotechnik-Aktion im Gästeblock, mit der die Eintracht-Fans den Anpfiff um wenige Minuten verzögerten. In den dicken Rauchschwaden, die danach über der mit 22.012 Zuschauern ausverkauften Alten Försterei hingen, fehlte beiden Mannschaften erstmal der Durchblick für ein geordnetes Aufbauspiel.

Wer sich auf eine hochklassige Flutlicht-Partie gefreut hatte, wurde enttäuscht. Nicht nur weil schon zu Spielbeginn einer der Flutlichtmasten ausgefallen war. Das, was sich in der ersten Halbzeit auf dem Platz entwickelte, war nichts für Fußball-Feinschmecker. Gestocher im Strafraum, lange Bälle ins Niemandsland und Fehlpässe, die den Köpenickern nur deshalb nicht zum Verhängnis wurden, weil die Frankfurter ebenso ideenlos und unruhig auftraten wie Union.

Frankfurt tut sich gegen Unions Abwehr schwer

Wenn etwas für den Aufsteiger ging, dann über Standards. So wie in der sechsten Minute als Marvin Friedrichs Schuss nach einer flachen Ecke von Kapitän Christopher Trimmel gerade noch von Eintracht-Keeper Kevin Trapp entschärft werden konnte. Oder als Ken Reichel nach einem Freistoß von der rechten Seite erst an Frankfurts Abwehr und im zweiten Versuch an Trapp scheiterte (37.). Auf der anderen Seite fiel aber auch dem Gegner nicht viel ein, um Unions recht sicher stehende Abwehr zu überlisten. Weder André Silvas Schussversuch (16.), noch Silvas Kopfball fanden den Weg zwischen die Pfosten der Berliner (42.).

Stattdessen ging es dann nach Wiederanpfiff ganz schnell. Nur drei Minuten waren gespielt, als Frankfurts Stürmer Bas Dost im Köpenicker Strafraum Friedrich entwischte und den Abpraller von Torhüter Rafal Gikiewicz aus vier Metern einschob (48.). Das Gegentor war eine kalte Dusche für die Hausherren, wirkte aber nicht wie eine. Union war nicht wacher, das Spiel nicht wirklich belebter, das 0:2 durch den stark aufspielenden Silva per Kopfball eine Viertelstunde später (62.) somit nur die logische Schlussfolgerung.

Fischer reagierte mit einem offensiven Doppelwechsel. Für Marius Bülter brachte der Schweizer Joshua Mees, für den blassen Schmiedebach kam Stürmer Anthony Ujah (66.). Kurz zuvor hatte Union bereits verletzungsbedingt wechseln müssen, nachdem sich Gogia ohne Einwirkung des Gegners am Knie verletzt hatte. Für den Rechtsaußen bekam Becker seine Chance (60.).

Nächste Chance beim hat Union beim VfL Wolfsburg

Fischers Vorhaben funktionierte immerhin ansatzweise. Union wurde mutiger, entdeckte seinen Kampfgeist wieder, mit dem man Borussia Dortmund geschlagen und sich in Augsburg einen Punkt geholt hatte. Aber weder Trimmels Schuss aus 25 Metern (72.) noch Beckers Versuch, den Trapp nur mit einer Glanzparade zur Ecke klären konnte, brachten etwas Zählbares.

Erst kurz vor Schluss fand Becker mit seiner Flanke Richtung Elfmeterpunkt in Ujah einen treffsicheren Abnehmer (86.). Der Anschlusstreffer des Stürmers konnte die erneute Niederlage aber nicht mehr abwenden. Am kommenden Sonnabend haben die Köpenicker beim VfL Wolfsburg die nächste Chance, ihren Negativ-Lauf zu beenden.