Fussball

Neven Subotic: Zwischen alter und neuer Liebe

Der Innenverteidiger des 1. FC Union feiert ein emotionales Debüt in der Alten Försterei und hat seinen Ex-Klub nicht vergessen.

Unions Neven Subotic verneigt sich vor dem Gästeblock.

Unions Neven Subotic verneigt sich vor dem Gästeblock.

Foto: O.Behrendtvia www.imago-images.de / imago images / Contrast

Berlin. Die Härchen auf Neven Subotics Armen dürften ähnliche Schwerstarbeit verrichtet haben, wie der Innenverteidiger des 1. FC Union über diese 90 Minuten am Sonnabend. Dieses erste Heimspiel, dieser 3:1-Sensationssieg gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund haben beim Neu-Unioner wohl mehr als eine Gänsehaut verursacht. „Wir haben uns selbst, unseren Fans und allen Mannschaften, die noch zu uns kommen, bewiesen, dass wir zwar ein kleiner Verein sind, aber ein großes Herz haben“, sagte Subotic. „Wir haben heute gezeigt, dass wir in der Bundesliga angekommen sind.“

Hätte es eine Kamera gegeben, die den 30-Jährigen dabei begleitet hätte, sie hätte wohl fast alles über das Seelenleben des Serben erzählen können. Subotic, wie er beim Warmmachen schon nach drei Schritten auf dem Platz Richtung Gästeblock schaut. Subotic, wie er aber trotzdem über 90 Minuten als Chef der Köpenicker Abwehr kämpft, seine Vordermänner antreibt, die Abwehrreihe organisiert und jede gelungene Aktion seiner Teamkollegen beklatscht.

Der 30-Jährige schwärmt von den Köpenicker Fans

Doch direkt nach dem Schlusspfiff ist da wieder der Subotic, der seine alte Liebe nicht vergessen hat. Hier ein aufmunternder Schulterklopfer für BVB-Stürmer Paco Alcácer, dort eine innige Umarmung mit Marco Reus, Trikottausch mit Mats Hummels. Während die Unioner schon feiern, steht Subotic noch immer am Mittelkreis. Das gelbe Trikot lässig über die Schulter geworfen.

Einen kleinen Abstecher zum Gästeblock lässt er sich auf der Ehrenrunde natürlich auch nicht nehmen. Sie lieben ihren Neven, ihren „Dortmunder Jung“, wie sie sofort skandieren. Subotic verbeugt sich, klopft sich dreimal auf die Brust. Ja, da schlägt es immer noch, sein schwarz-gelbes Herz. Wenige Meter weiter wird er ebenso frenetisch von den Anhängern des Aufsteigers gefeiert. „Wir haben ein großartiges Stadion, wir haben großartige Fans“, schwärmt Subotic, dessen Herz am Sonnabend wohl auch den ersten roten Tupfer abbekommen hat.