Union-Torhüter

Nicolas ist bereit für das Duell mit Gikiewicz

Unions neuer Torwart Moritz Nicolas traut sich den Sprung zur Nummer eins zu. Doch an Rafal Gikiewicz ist nur schwer vorbeizukommen.

Foto: nordphoto / Engler / picture alliance / nordphoto

Berlin. Moritz Nicolas ist längst in Köpenick angekommen. In Grünau, um genau zu sein, hat der neue Torwart des 1. FC Union ein Quartier gefunden. „Direkt am Wasser, schön gelegen“, erzählt der 21 Jahre alte Fußball-Profi.

Privat hat sich Nicolas also eingerichtet, fehlt nur noch das Fußfassen beim Bundesliga-Aufsteiger. Es ist sicher nicht so, dass Nicolas im Kader von Trainer Urs Fischer nur Außenseiter ist, dafür lebt die Mannschaft den Teamgeist-Gedanken zu sehr.

Doch der 1,93-Meter-Mann ist nicht wegen der guten Atmosphäre oder der schönen Aussicht in die Hauptstadt gekommen. Nicolas wechselte von Borussia Mönchengladbach zu Union, um den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen zu können. Den Schritt zu einer Nummer eins.

Nicolas mit reichlich Einsatzzeit

Am Sonnabend im Testspiel gegen den spanischen Erstligisten Celta de Vigo (16 Uhr, Alte Försterei) hat der gebürtige Gladbecker ein letztes Mal die Gelegenheit, Pluspunkte zu sammeln, ehe am 11. August mit dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal bei Regionalligist Germania Halberstadt der erste Pflichtauftritt wartet – wenn ihn Trainer Fischer denn lässt.

Bislang hat er jedenfalls keinen allzu schlechten Eindruck hinterlassen. Sechs Testspiele haben die Köpenicker bislang absolviert, macht insgesamt 570 Spielminuten (Der Test in Wolfsburg ging über 4x30 Minuten). 240 Minuten davon stand Nicolas im Tor, Jakob Busk brachte es – auch wegen Blessuren – nur auf 45 Minuten. Lediglich Rafal Gikiewicz, im Aufstiegsjahr unangefochtene Nummer eins, brachte es auf 285 Minuten.

Nicht nur diese Zahlen belegen: Nicolas hat sich den Platz hinter Gikiewicz bereits erobert. Dazu passt, dass Busk Union nach 57 Pflichtspielen verlassen will. Mit 25 Jahren ist es für den Dänen an der Zeit, sich den Status als Stammtorhüter zu erarbeiten. Seine Chancen bei Union sind dafür auf ein Minimum gesunken.

Nicolas hat Busk bereits hinter sich gelassen

Busk war im Januar 2016 zu Union gekommen, um den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu machen. Diesen Schritt hat Nicolas nun an der Alten Försterei vor sich, nachdem er den Kampf um den Platz hinter Gikiewicz bereits für sich entschieden hat.

Borussia Mönchengladbach „und ich haben entschieden, dass wir den Weg über eine Ausleihe gehen möchten, um mir neue Erfahrungen zu geben und damit ich mehr Spielpraxis sammeln kann“, erklärte der Torwart. Die Situation in Gladbach sei „relativ klar mit Yann als Nummer eins“, verdeutlichte Nicolas. Am Schweizer Nationaltorwart Yann Sommer gibt es für ihn schlicht kein Vorbeikommen.

Doch bei Union sieht es zunächst für ihn kaum besser aus. Gikiewicz war einer der Eckpfeiler der Köpenicker in der vergangenen Spielzeit. Angetrieben wird der Pole von unglaublichem Ehrgeiz, der nicht nachlassen wird, nur weil er sein Ziel, die Bundesliga, erreicht hat.

“Ich traue mir das schon zu“

„Rafal hat auf jeden Fall eine gute Runde in der vergangenen Saison gespielt, dessen bin ich mir auch bewusst“, sagt Nicolas: „Doch im Fußball ist alles möglich.“ Und er gibt sich kämpferisch, auch wegen des neuen Umfeldes.

Seine neuen Teamkollegen bezeichnet er als „ganz entspannte Truppe. Es hilft mir auf jeden Fall, einen anderen Input zu bekommen, auch mal weg vom gewohnten Umfeld zu sein. Und wenn Rafal Leistungen bringt, die übermenschlich sind, dann wird es schwierig“, ihn abzulösen. „Aber ich traue mir das schon zu.“

Mehr über Union lesen Sie hier.