Fussball

Union hat jetzt die Ruhe weg

Die Köpenicker profitieren von der Erfahrung der Zugänge und werden ballsicherer. Trimmel würde gern Union-Kapitän bleiben.

Außenverteidiger Christopher Trimmel (M.) ist seit fünf Jahren beim 1. FC Union.

Außenverteidiger Christopher Trimmel (M.) ist seit fünf Jahren beim 1. FC Union.

Foto: Georg Hochmuth / dpa

Berlin.. Die bisherige Bilanz in den Testspielen liest sich gut, fünf Partien hat der 1. FC Union absolviert in der Vorbereitung, keine wurde verloren. Entsprechend zufrieden sind die Köpenicker mit der bisherigen Entwicklung der Mannschaft. „Es wird immer besser. Man spürt es einfach“, sagt Christopher Trimmel. Vor allem die Trainingslagertage in Österreich haben die Mannschaft ein gutes Stück nach vorn gebracht.

Nach Österreich geht es nun erneut für die Berliner, das nächste Testspiel steht am Sonnabend auf dem Programm. Es könnte eines sein, das schon etwas mehr aussagt über die wahre Konkurrenzfähig der Köpenicker Fußballprofis. Erstmals treffen sie in der Testphase auf einen Mitbewerber in ihrer neuen Spielklasse, erstmals duelliert sich das Team von Trainer Urs Fischer also mit einem Bundesligisten. Union spielt in Anif bei Salzburg gegen den VfL Wolfsburg (15 Uhr).

Endlich mehr Dampf im Angriff

Der Unterschied zwischen 2. Liga und Bundesliga ist in vielerlei Hinsicht groß, darum hat sich bei Union einiges getan in den vergangenen Wochen, seitdem der erstmalige Aufstieg gelungen ist. Der Kader ist gewachsen, aber nicht nur das, er ist auch besser geworden. Das merke er jeden Tag. „Es gibt selten Phasen im Training, die nicht ideal sind“, sagt der Außenverteidiger. Die Mannschaft sei erfahrener, breiter aufgestellt und damit deutlich stärker.

Besonders die Offensive profitiert von der Kaderaufstockung. „Man spürt es auch in der Geschwindigkeit, im Sturm jetzt richtig Konkurrenz, da ist mächtig Dampf dahinter“, erzählt Trimmel. Aber nicht nur das ist anders als bisher. „Insgesamt ist das Spiel mit dem Ball ruhiger geworden, es ist routinierter. Wir sind ballsicherer“, so der Österreicher. Gerade ein sehr Bundesliga-erfahrener Akteur wie Zugang Christian Gentner übt hier großen Einfluss aus.

Nicht nur spielerisch, auch im Teamgefüge erwartet Trimmel von Gentner oder Neven Subotic, dass sie sich besonders einbringen. Was durchaus auch die Frage nach dem Kapitänsamt einschließt. Bislang hatte Trimmel diese Rolle inne. „Ich möchte Kapitän bleiben. Ich würde auch gern so in dem Mannschaftsrat weiterarbeiten, weil es in der letzten Saison sehr gut funktioniert hat“, erzählt der Verteidiger, der seit fünf Jahren bei Union ist. Spieler wie Gentner oder Subotic würden sich ohnehin melden, wenn sie etwas zu sagen hätten.

Test gegen Wolfsburg kann Aufschlüsse bringen

Doch der größere Konkurrenzkampf im Bundesligateam macht nichts selbstverständlich. „Ein Trainer braucht einen Kapitän, der auf dem Feld steht. Daher sollten wir uns Zeit lassen mit der Entscheidung“, sagt Trimmel. Wobei er nicht auf einer Position ist, auf der ein großes Überangebot herrscht. „Mein Platz ist auch nicht sicher. Ich musste im letzten Jahr schon ackern, um mich in der Konkurrenz zu Julian Ryerson zu behaupten“, so Trimmel, der gut mit Druck umgehen kann und sich auch deshalb in der Rolle des Anführer recht wohl fühlt.

Andere wird es sicher härter erwischen als ihn, Union werde keine Spieler „vom Hof jagen“, wenn sie kaum Einsätze hätten. Unzufriedenheit ist ein Problem, das angesichts der Kadergröße schnell aufkommen kann. Das nicht negativ auf die Mannschaft einwirken zu lassen, ist eine Herausforderung, der sich Trimmel als Kapitän gewachsen fühlt.

Mit der nächsten Woche wird sich langsam herauskristallisieren, welche Spieler die größten Chancen haben, in der ersten Bundesliga-Startelf der Union-Geschichte zu stehen. Der Weg dorthin kann über einen starken Auftritt im Test gegen Wolfsburg führen, über Österreich also. Vielleicht ein gutes Omen für einen Österreicher.