Bundesliga

Profis von Hertha und Union müssen zum Hirntest

| Lesedauer: 2 Minuten
Michael Färber
Die Stuttgarter Holger Badstuber (l.) und Ozan Kabak (r.) – hier gegen Union-Stürmer Sebastian Andersson – mussten in der Relegation mit Kopfverbänden weiterspielen.

Die Stuttgarter Holger Badstuber (l.) und Ozan Kabak (r.) – hier gegen Union-Stürmer Sebastian Andersson – mussten in der Relegation mit Kopfverbänden weiterspielen.

Foto: Maja Hitij / Bongarts/Getty Images

Die Profis der 36 Klubs in Bundesliga und Zweiter Liga, darunter auch Hertha und Union, müssen sich jährlichen Hirntests unterziehen.

Berlin. Die Intensität der Zweikämpfe, vor allem im Mittelfeld, hat in den vergangenen Jahren im Profifußball extrem zugenommen. Immer öfter prallen Spieler mit den Köpfen zusammen oder werden durch einen Stoß durch den Ellenbogen des Gegenspielers am Kopf getroffen.

Gehirnerschütterungen sind die Folge, auch Verletzungen am Kopf bleiben oft nicht aus. Um mögliche Hirnschäden früher zu erkennen, haben der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) beschlossen, dass sich die Profis der 36 Erst- und Zweitligaklubs jährlich einem Gehirntest unterziehen müssen. Die Vereine, darunter auch die Bundesligisten Hertha BSC und 1. FC Union, wurden per Rundschreiben von DFB und DFL über diese Maßnahme informiert.

Nationalspieler Kramer mit Erinnerungslücken

Getroffen wurde der Beschluss von der Medizinischen Kommission des DFB. Vorsitzender dieser Kommission ist Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer. Sportmediziner prangern seit Jahren an, dass die Gefahr von Langzeitschäden durch bei Luftkämpfen entstehenden Kopfverletzungen unterschätzt wird.

Spätestens seit dem WM-Finale 2014 ist die Problematik von Kopfverletzungen auch der breiten Öffentlichkeit bekannt. Im Endspiel zwischen Deutschland und Argentinien (1:0 n.Verl.) musste der deutsche Nationalspieler Christoph Kramer nach dem rüden Einsteigern des Argentiniers Ezequiel Garay wegen einer schweren Gehirnerschütterung ausgewechselt werden.

Noch auf dem Spielfeld des Maracana-Stadions in Rio de Janeiro hatte sich Kramer zweimal beim italienischen Schiedsrichter Nicola Rizzoli erkundigt, ob das Spiel das Finale sei. Bis heute kann sich der inzwischen 28 Jahre alte Kramer nicht an alle Einzelheiten der Partie erinnern.

Zusammenprall in der Relegation zwischen Union und Stuttgart

Zuletzt rasselten Holger Badstuber und Ozan Kabak mit ihren Köpfen zusammen. Beide hatten sich im Relegationsrückspiel des VfB Stuttgart beim 1. FC Union (0:0) bei einer Abwehraktion gegen Stürmer Sebastian Andersson im Luftduell verletzt und mussten die Partie mit einem Kopfverband fortsetzen.