Bundesliga

Union-Fans kritisieren Vertrag mit neuem Sponsor

Die Anhänger sind unzufrieden mit der Union-Führung über den Hauptsponsor-Vertrag mit einem Immobilien-Unternehmen.

Unions neuer Hauptsponsor „Aroundtown“ verdient sein Geld vor allem mit Gewerbe- und Hotelimmobilien. Union-Fans sind irritiert.

Unions neuer Hauptsponsor „Aroundtown“ verdient sein Geld vor allem mit Gewerbe- und Hotelimmobilien. Union-Fans sind irritiert.

Foto: dpa

Berlin. Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union, hat im ersten Bundesliga-Jahr den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. „Das natürliche Ziel eines Aufsteigers ist es, die Klasse zu halten – egal, ob auf Platz 15 oder 12“, sagte Zingler (54) der „Welt am Sonntag“. Sorgen, der Klub könnte der Kommerzialisierung anheimfallen – in der Bundesliga wird der Etat etwa 20 Millionen Euro höher sein als in der Zweiten Liga (rund 50 Millionen Euro) – teilt der Präsident nicht: „Union war schon immer ein Profi-Sportverein. Wir können damit umgehen und werden uns deshalb im Kern auch nicht verändern.“

Union unterzeichnet Zwei-Jahres-Vertrag mit „Aroundtown“

Doch gerade beim Stichwort „Kommerzialisierung“ regt sich Widerstand. So sind viele der treuen Union-Fans unzufrieden mit ihrer Vereinsführung über den neuen Hauptsponsor „Aroundtown“. In den sozialen Netzwerken gibt es heftige Kritik an dem Zwei-Jahres-Vertrag mit dem in Luxemburg ansässigen Unternehmen aus der Immobilien-Branche.

Die Zusammenarbeit bis 2021 (plus einer Option für ein weiteres Jahr) hatte der Verein am Freitag bekanntgegeben. Für die Bundesliga wird Union, so darf man vermuten, eine Summe zwischen ein und zwei Millionen Euro vom Hauptsponsor einstreichen. Die Aktiengesellschaft „Aroundtown“ verdient ihr Geld vor allem mit Gewerbe- und Hotelimmobilien. Der Anteil von Wohnungsimmobilien liegt bei derzeit etwa 16 Prozent.

US-Fondsgesellschaft hält Aktien-Paket am Union-Sponsor

Einer der Punkte, der in der Union-Anhängerschaft kritisiert wird, ist der Umstand, dass die US-Fondsgesellschaft Blackrock ein größeres Aktienpaket bei „Aroundtown“ hält. Zudem ist „Aroundtown“ zu 39 Prozent beteiligt am Wohnimmobilien-Portfolio „Grand City Properties“. Das ist in Berlin stark vertreten. Ein Drittel dieser Immobilien liegt im direkten Einzugsgebiet von Union, in Treptow-Köpenick.

Nun hat Union seit Jahren das Image gepflegt, der etwas andere Fußballverein zu sein, der sich besonders der sozialen Verantwortung verschrieben hat. In der aktuellen hitzigen Diskussion in Berlin (und anderen Städten im Land) um Wohneigentum, bezahlbare Mieten und der Angst vor Verdrängung, verstehen viele Union-Anhänger diese Entscheidung ihrer Vereinsführung nicht. Ob bei Twitter, bei Facebook oder Blogs wie „Textilvergehen“: Der Vertrag mit dem Hauptsponsor wird als unpassend­ für Union empfunden, als eine „Erfolg-um-jeden-Preis“-Haltung.

Union reagiert direkt bei Facebook auf Fan-Diskussionen

Beim Verein werden die vielen Reaktionen durchaus registriert. Anders als in sonstigen Fällen, bei denen Union sich eher selten und dann zumeist offiziell (via Twitter oder Medienmitteilung) geäußert hat, schaltete sich Christian Arbeit, Unions Geschäftsführer für Kommunikation, etwa bei Facebook direkt in Fan-Diskussionen ein.

Aber wie es aussieht, haben die Union-Anhänger noch reichlich Fragen an ihre Vereinsführung.