Zweite Liga

Deshalb drückt Unions Zulj Hoffenheim die Daumen

Unions Robert Zulj braucht den Aufstieg mit dem Zweitligisten. Zugleich hofft der Leihspieler auf einen TSG-Endspurt in der Bundesliga.

Mittelfeldspieler Robert Zulj ist vom 1. FC Union bis Saisonende von der TSG Hoffenheim ausgeliehen

Mittelfeldspieler Robert Zulj ist vom 1. FC Union bis Saisonende von der TSG Hoffenheim ausgeliehen

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Berlin. Es war bislang sein bestes Spiel, eines, das seinen Ansprüchen so nah kommt wie keiner der davor 25 Auftritte im Trikot des 1. FC Union. Ein Tor, eine Torvorlage beim 2:0 gegen den Hamburger SV – Robert Zulj war der Spieler des Spiels aus Sicht des Berliner Fußball-Zweitligisten.

Am Sonntag, wenn die Köpenicker bei Darmstadt 98 (13.30 Uhr, Sky) ihren Traum von der Bundesliga weiter verwirklichen wollen, stellt sich jedoch nicht die Frage, ob Zulj erneut solch eine Leistung abliefern kann, sondern ob er es überhaupt von Beginn an darf. Denn wenn es eine Konstante bei Unions Trainer Urs Fischer gibt, dann sind es die personellen Rochaden im offensiven Mittelfeld.

Mittendrin: Robert Zulj. Immerhin zwölf Mal kam der Österreicher erst in der Schlussphase zum Einsatz, nur in zehn Partien ging es über die volle Distanz. Zu wenig für jemanden, der den Wunsch hat, Champions League mit der TSG Hoffenheim spielen zu wollen – dem Klub, von dem Union ihn bis Saisonende ausgeliehen hat.

Zulj hat Mitleid mit den Hoffenheimern

So ist die Spielzeit 2018/19 für Zulj ein Hoffen und Bangen. Hoffen darauf, dass der Aufstieg mit Union tatsächlich gelingt, schon um sich dadurch auch selbst wieder mehr ins Rampenlicht zu rücken.

Zugleich bangt der Mittelfeldspieler auch mit den Hoffenheimern, bei denen er – Stand jetzt – zur nächsten Saison wieder aufläuft. Doch die Chancen der TSG auf die Teilnahme an der Königsklasse sind zuletzt arg geschrumpft. Und nun wartet am Sonnabend in Mönchengladbach auch noch ein kleines Endspiel um die Champions-League-Plätze.

„Wenn ich ehrlich bin, dann war mir das nicht egal“, kommentierte Zulj die 1:4-Heimpleite Hoffenheims gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Wochenende. „Ich habe meinen Ex-Kollegen, vielleicht meinen möglichen Kollegen in der kommenden Saison, natürlich die Daumen gedrückt, weil sie in den letzten Wochen einen guten Job gemacht haben und auf dem richtigen Weg in Richtung Champions League waren“, erklärte Zulj: „Die Mannschaft gehört mit dieser Qualität da auch hin. Ich hatte schon ein bisschen Mitleid mit den Jungs.“

So half Trainer Fischer dem Mittelfeldspieler

Zu dieser internationalen Qualität würde er gern seinen Teil beitragen. Zuvor muss er jedoch in den letzten drei Saisonspielen von Union nachweisen, dass sein Anteil an der bislang besten Zweitliga-Saison der Köpenicker noch größer werden kann.

Gegen den Hamburger SV half ihm der taktische Kniff seines Trainers. Urs Fischer hatte sich für eine Mittelfeld-Raute entschieden, aus der sich nach Ballverlusten die beiden Außenspieler – in diesem Fall Grischa Prömel und Julian Ryerson – zu Manuel Schmiedebach gesellten und mit ihm eine Dreierkette vor der Vierer-Abwehrreihe bildeten.

Für den Offensivmann im Mittelfeld, Zulj, bedeutete dies mehr Platz und mehr Freiraum, um sein Können zu entfalten. Folglich sprach der 27-Jährige auch von einem kleinen Unterschied, der es ihm auf dem Platz leichter machte. „Ich war mehr ein Zehner, aber ich denke, dass das System gut zu mir passt“, erklärte Zulj.

Zulj: „Müssen vom Kopf bereit sein“

Dass Trainer Fischer nun in Darmstadt zu seinem alten System mit einer offensiven Dreierreihe zurückkehrt, ist anzunehmen. Der Platz in der Kreativabteilung dürfte also wieder etwas enger werden, die Konzentration auf Laufwege und Abspiele noch höher.

„Wir müssen vom Kopf bereit sein“, sagte Zulj, damit Union auch in Darmstadt „hundert Prozent geben kann“. Zumal die Unterstützung von den Rängen geringer ausfallen wird. Da das Stadion am Böllenfalltor in Darmstadt derzeit eine Baustelle ist, können nur rund 1600 Union-Fans ihre Mannschaft unterstützen.

„Natürlich wird es deswegen auch etwas schwerer. Gegen Hamburg wurden wir nach vorn gepeitscht von den Fans“, weiß Zulj. Gelingt ihm eine ähnliche Leistung wie gegen den HSV, dürfte sich der Union-Anhang in Darmstadt jedoch noch lauter bemerkbar machen als wohl ohnehin schon.

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