Zweite Liga

Union hat das erste Endspiel um den Aufstieg

Union braucht einen Sieg gegen Regensburg, um den HSV im Aufstiegskampf unter Druck zu setzen. Und hofft dabei auf eine Initialzündung.

Union-Stürmer Sebastian Andersson setzt sich gegen Paderborns Christian Strohdieck durch

Union-Stürmer Sebastian Andersson setzt sich gegen Paderborns Christian Strohdieck durch

Foto: Andreas Gora / picture alliance/dpa

Berlin. Neue Dinge muss man ja nicht gleich mit den Füßen treten. Im Zweitliga-Spiel des 1. FC Union gegen Jahn Regensburg am Freitag (18.30 Uhr, Alte Försterei) bleibt den Profis allerdings gar nichts anderes übrig. Ein neuer Rasen wurde verlegt, der alte war doch zu arg ramponiert. Dass der Zeitpunkt, sechs Spieltage vor Saisonende, nicht gerade ungelegen kommt, steht außer Frage.

Auf Union wartet gegen Regensburg das erste Endspiel um den Aufstieg in die Bundesliga. Nein, mit einem Sieg gegen den Jahn ist der langersehnte Sprung ins Oberhaus noch nicht vollbracht. Doch er bringt die Mannschaft von Trainer Urs Fischer in die Situation, die sie bislang mit bemerkenswerter Konstanz vermieden hat: in die Vorhand gegenüber dem einzig verbliebenen Konkurrenten um Platz zwei, dem Hamburger SV.

Gegen die Oberpfälzer gilt es für Union, die Frage zu beantworten, ob die Mannschaft tatsächlich gut genug ist für den Aufstieg, ob direkt oder über den Umweg Relegation. Dass sie gut genug ist, um das von Union gesteckte Saisonziel zu erfüllen, steht außer Frage. Fußballerisch, vor allem im defensiven Bereich, sollte sich die Mannschaft nach einer völlig verkorksten Saison – durch diskutable Entscheidungen selbst verschuldet – stabilisieren. Dies ist geschehen.

Appell von Union-Boss Zingler

Druck, jetzt noch etwas erreichen zu müssen, sollte die Mannschaft folglich nicht haben – Druck, sich angesichts der Riesenchance einen Traum zu erfüllen, hingegen schon. Eine erfolgreiche Saison sei die Spielzeit 2018/19 für Union schon jetzt, wie Dirk Zingler im Vorwort des Programmheftes zum Regensburg-Spiel schreibt.

„Wir sind im Sommer demütig aber auch selbstbewusst in die Saison gegangen mit dem Ziel, uns fußballerisch zu stabilisieren und tabellarisch zu verbessern. Stand jetzt haben wir das erreicht“, erklärte der Union-Präsident. Gleichzeitig versuchte der Klubchef, alle Fans noch einmal einzuschwören: „Lieber scheitern wir doch mit fliegenden Fahnen, als ohne den Kampf aufgenommen zu haben.“

Dass Zingler dies für notwendig erachtet, liegt an der gestiegenen Anspruchshaltung, die es inzwischen beim Publikum auf den Rängen gibt und die vor allem auf den in dieser Saison gezeigten Leistungen beruht – und absolut richtig ist, Unmutsäußerungen inklusive, wenn es mal nicht nach Wunsch läuft.

Union-Trainer Fischer baut auf die Fans

„Ich war ja auch nicht ganz zufrieden und habe die Mannschaft in der Analyse auch ein wenig anders behandelt“, verriet Trainer Fischer mit Blick auf die vergangenen drei Partien, in denen Union nur einen von neun Punkten holte. „Es ist ja auch nicht der erste Versuch, den Union unternimmt. Der Verein war ja schon ein, zwei Mal in der gleichen Situation, die Zuschauer haben das also schon miterlebt. Dementsprechend ist der Wunsch, es endlich zu erreichen, noch größer.“

Fischer selbst sieht in den Reaktionen der Zuschauer durchaus auch etwas Positives. „Ich finde, wenn es nicht ein zu lautes Pfeifen ist, kann das auch ein Weckruf für die Mannschaft sein“, erklärte der Schweizer.

An der Unterstützung im für den Verein wichtigsten Endspurt seit dem Wiederaufstieg 2009 hat Fischer allerdings keine Zweifel: „Ich bin mir sicher, wir können uns auf unseren zwölften Mann jederzeit verlassen, gerade jetzt, wo es in den letzten sechs Spielen wirklich um die Wurst geht.“

Union-Konkurrent HSV mit schwerem Restprogramm

Zumal es der Konkurrent aus Hamburg ist, dessen Restprogramm es in sich hat. Schon am Montagabend kommt es zum Gipfeltreffen bei Spitzenreiter 1. FC Köln. Zudem warten auf den HSV noch Gastspiele bei Union (28. April) und beim SC Paderborn (12. Mai), vom DFB-Pokalhalbfinale gegen RB Leipzig (23. April) ganz zu schweigen. Kann Union gegen Regensburg seine „Hausaufgaben lösen“ (Fischer), kann dies die Initialzündung sein, um am 19. Mai den größten Triumph der Klubgeschichte seit dem Mauerfall zu feiern.

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