Zweite Liga

Union will in Spanien zurück in den Zweitliga-Tunnel

Im Trainingslager machen sich die Berliner fit für das Aufstiegsrennen. Nicht mit nach Andalusien reisen Hedlund und Redondo

Auf die Dienste von Simon Hedlund (r.) muss Trainer Urs Fischer (M.) künftig verzichten.

Auf die Dienste von Simon Hedlund (r.) muss Trainer Urs Fischer (M.) künftig verzichten.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin.  Sonne, um die 15 Grad, mediterranes Klima, da sollte die Vorfreude beim 1. FC Union auf das Trainingslager in Jerez de la Frontera groß sein, oder? „Man muss sich auf das Fußballerische konzentrieren, und da sind die Bedingungen in Spanien schon klasse“, sagte Christopher Trimmel. Doch der Kapitän des Zweitligisten fügte hinzu: „Ansonsten freut man sich nicht wirklich, man schläft schon lieber im eigenen Bett.“

Geht es nach Trainer Urs Fischer, werden seine Profis in den kommenden acht Nächten gut schlafen können. „Das Trainingslager kommt zur rechten Zeit. Wir haben auf unserem Platz gut trainieren können, die Verhältnisse sind nicht schlecht. Aber man merkt schon, wenn es zwei, drei Tage regnet, wird der Platz sehr tief. Deshalb denke ich, dass wir von den Bedingungen in Spanien profitieren können“, sagte der Schweizer.

Hedlund wechselt nach Dänemark, Redondo nach Fürth

Am Sonnabend reist der Union-Tross nach Andalusien. Nicht mit dabei sein wird Angreifer Simon Hedlund (25). Der Schwede, der unter Fischer nicht mehr erste Wahl war, wechselt zum dänischen Klub Bröndby IF. Über die Höhe der Ablöse wurde Stillschweigen vereinbart. Kenny Prince Redondo (24) wird das Trikot der Köpenicker ebenfalls nicht mehr tragen. Der Flügelspieler, in dieser Saison in sieben Ligapartien ohne Torbeteiligung, schließt sich dem Ligakonkurrenten Greuther Fürth an. Zudem wurde der Vertrag von Christoph Schösswendter (30) aufgelöst. Der Innenverteidiger hatte seit 2017 nur drei Pflichtspiele absolviert.

Am Sonntag steigt für Union das Duell gegen den chinesischen Zweitligisten Shenzhen, das erste von drei Testspielen in Spanien. Der zunächst abgesagte Test beim FC Basel findet nun zum Abschluss der Wintervorbereitung (26. Januar) in Berlin statt. Die Partie sollte zunächst in Basel gespielt werden, aber die Schweizer Behörden untersagten sie.

Mit der ersten Trainingswoche in Berlin war Fischer zufrieden. „Die Auswertungen waren sehr positiv, die Jungs haben kaum etwas verloren, was die physische Präsenz anbelangt. Das ist sehr positiv nach 14 Tagen Pause“, erklärte der 52-Jährige: „Deshalb können wir sehr viel mit dem Ball arbeiten und weiter Fortschritte erzielen. Und die Jungs trainieren ja ohnehin lieber mit dem Ball. Das gilt auch für den Trainer.“

Fischer hat zum Jahreswechsel neue Kraft schöpfen können. Im Urlaub bei der Familie in der Schweiz, und zuvor beim Weihnachtssingen in der Alten Försterei. Schon da habe er nicht mehr an das 0:3 wenige Stunden zuvor in Aue, zugleich die erste Liga-Niederlage überhaupt in dieser Saison, denken müssen. „Ich bin mit einem sehr guten Gefühl in die Pause gegangen, auch wenn das direkt nach dem Spiel in Aue natürlich nicht der Fall war“, sagte er.

Trainer Fischer als Psychologe gefragt

Nun gilt es, in der kommenden Woche die Automatismen wieder in Schwung zu bringen. Erste Anhaltspunkte werden dann die beiden Testspiele am Freitag gegen den Drittligisten SpVgg Unterhaching und den Schweizer Zweitligaklub FC Lausanne-Sport geben.

Neben dem sportlichen Geschehen auf dem Rasen wird es auch zahlreiche Gespräche mit den Spielern geben. Fischer wird dann genau darauf achten, dass seine Spieler so schnell wie möglich wieder in den Tunnelmodus schalten, der die Mannschaft eine bislang gute Saison hat spielen lassen: Nur von Spiel zu Spiel schauen, bloß nicht auf die Tabelle.

Gut möglich, dass Fischer als Psychologe gefragt sind. „Die Spieler kennen ja die Situation. Es gilt, sich wieder aufzubauen und bereit zu sein für das erste Spiel gegen Köln“, sagte er. Der Tabellenzweite ist im Aufstiegsrennen gleich am 31. Januar erster Pflichtspielgegner des Jahres. „Die Jungs kennen alle Abläufe, den Trainer, wie er spricht, was er sehen will – ich denke nicht, dass ich da jetzt mehr gefragt bin. Aber natürlich wird es Gespräche geben“, so Fischer weiter. Gibt es dann doch Freizeit, wird der eine oder andere Profi sich die Zeit mit der Playstation vertreiben. Kapitän Trimmel hat andere Pläne. „Ich werde ein Buch mitnehmen, vielleicht zwei. Und natürlich mein iPad, an dem ich Tattoos entwerfe.“

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