Fussball

Union setzt auf Stabilität statt Rotation

Trainer Urs Fischer vertraut in der ersten DFB-Pokalrunde in Jena dem bewährten Kader. Reichel und Schmiedebach sind einsatzbereit.

Unions Innenverteidiger Michael Parensen (l.) stoppt Jenas Julian Günther-Schmidt selbst auf Knien

Unions Innenverteidiger Michael Parensen (l.) stoppt Jenas Julian Günther-Schmidt selbst auf Knien

Foto: Annegret Hilse / picture alliance/dpa

Berlin.  Wenn es etwas gibt, das Urs Fischer wichtig ist, dann ist es Stabilität. Das wurde in den ersten Wochen deutlich, in denen der Schweizer Trainer dem 1. FC Union eine Defensive verordnet hat, die der gesamten Mannschaft Sicherheit geben soll und in den ersten zwei Zweitliga-Spielen gegen Aue (1:0) und in Köln (1:1) auch gegeben hat. Ein Konzept, an dem der Coach der Berliner auch in der ersten Runde des DFB-Pokals am Sonntag bei Carl Zeiss Jena (18.30 Uhr/Sky) festhalten wird.

Soll heißen: Eine Rotation, wie sie zum Beispiel Jens Keller, Fischers Vorvorgänger bei Union, praktiziert hatte, wird es unter dem 52-Jährigen nicht geben. Auch wenn er sich natürlich die Option offen lässt, möglicherweise auf der Torhüterposition einen Wechsel vorzunehmen. „Natürlich ist das eine Überlegung“, reagierte Fischer nicht zwingend abgeneigt auf einen möglichen Wechsel von Rafal Gikiewicz zu Jakob Busk. Bei den Feldspielern dürfte er allerdings dem Kader vertrauen, der in der Liga die ersten vier Punkte eingefahren hat.

Denn, das weiß auch Fischer, es geht um mehr als den Umstand, gegen einen niederklassigen Gegner jenen Spielpraxis zu verschaffen, die bislang nicht zum Zuge gekommen sind. Es geht um 332.000 Euro, mit dem der Sprung in Runde zwei versüßt wird. Um die Aussicht, endlich mal länger im Pokalwettbewerb zu bleiben. 16 Mal waren die Köpenicker bislang im DFB-Pokal vertreten, acht Mal war in Runde eins, fünf Mal in Runde zwei Schluss. Das Pokalfinale 2001 gegen Schalke ist längst nur noch eine verschwommene Erinnerung in der Union-Historie.

Ja, man muss den Berlinern zugute halten, dass gerade in den vergangenen Jahren mit Borussia Dortmund (2016, 1:4 im Elfmeterschießen) und Bayer Leverkusen (2017, 1:4) zwei Bundesliga-Schwergewichte das Pokal-Aus in Runde zwei besiegelten – und das erst nach großem Kampf der Berliner. Es darf aber auch nicht verschwiegen werden, dass die dazu gehörenden Erstrundenpartien Zitterspiele gewesen sind. Vor zwei Jahren wurde der damalige Drittligist MSV Duisburg, voriges Jahr Regionalligist 1. FC Saarbrücken niedergekämpft, jeweils mit 2:1 nach Verlängerung.

„Wenn wir nur ein bisschen nachlassen, wird es schwierig“, weiß Fischer um die Brisanz des Ostderbys beim Drittligisten: „Aber wenn ich unsere beiden Spiele betrachte, gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Mannschaft nicht bei der Sache war.“ Auch Oliver Ruhnert, Unions Geschäftsführer Profifußball, fordert von den Profis volle Konzentration: „Wenn du das nicht hundertprozentig ernst nimmst, bekommst du ein Problem oder fliegst raus. Wir gehen ran wie an ein Zweitliga-Spiel.“

Fischer kann in Jena wieder auf Linksverteidiger Ken Reichel und den defensiven Mittelfeldspieler Manuel Schmiedebach setzen, die nach dem Köln-Spiel am Montag wegen Blessuren etwas kürzer treten mussten.

Union startet beim erstmals ausgespielten Baltic Sea Cup

Apropos Spielpraxis: Union nimmt am erstmals ausgetragenen Baltic Sea Cup teil. Dabei wird ein Team aus U19-Spielern, U21-Profis und maximal drei älteren Spielern starten. Fischer: „Man darf nicht unterschätzen, dass wir keine U23 haben. Gerade der Übergang von der Jugend in den Männerbereich ist ein großer Schritt. Auch für Spieler, die wegen Verletzungen den Anschluss verpasst haben, ist dieser Wettbewerb wichtig.“

Gegner sind der FC Kopenhagen (28.8., auswärts), Aalborg AK (18.9, 12 Uhr), Halmstads BK (3.10., 12 Uhr, beide Alte Försterei) und Odense BK (im November, auswärts). Betreut wird die Mannschaft von Fischers Co-Trainer Sebastian Bönig.

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