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Stürmer Philipp Hosiner verlässt 1. FC Union Berlin

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Michael Färber
Philipp Hosiner wird den 1. FC Union Berlin verlassen

Philipp Hosiner wird den 1. FC Union Berlin verlassen

Foto: pa

Der Österreicher soll demnächste einen Medizincheck bei Sturm Graz absolvieren. Der Schalker Haji Wright trainiert bei Union.

Marienfeld. Am Wetter kann es ganz sicher nicht gelegen haben, den der Himmel, der am Dienstagvormittag noch sämtliche Schleusen geöffnet und die Trainingsplätze des Hotels Klosterpforte in strömenden Regen getaucht hatte, klarte sich zum Nachmittag auf, Sonne inklusive. Auch die Kraft- und Konditionseinheit, die Trainer Urs Fischer den Profis des 1. FC Union verordnet hatte, war nicht der Grund, dass Philipp Hosiner die Einheit nicht mehr mitmachte. Wer den Österreicher kennt, der weiß, wie sehr er sich quälen kann für den Erfolg.

Medizincheck am Mittwoch

Wenn der Erfolg trotz größter Qual allerdings immer noch auf sich warten lässt, braucht es Veränderung. In Sachen Hosiner bedeutet dies einen Wechsel des Arbeitgebers. So wird der Berliner Fußball-Zweitligist ab sofort ohne den Angreifer auskommen müssen. Während seine Noch-Teamkollegen die Nachmittagseinheit absolvierten, befand sich Hosiner (Vertrag bis 2019) bereits auf den Weg in seine Heimat. Dem Vernehmen nach ist Sturm Graz das Ziel. Der österreichische Erstligist ist auf der Suche nach einem neuen Angreifer, nachdem Sturmkollege Deni Alar zu Rapid Wien abgewandert ist. Bereits am Mittwoch soll Hosiner seinen Medizincheck in Graz absolvieren, dann dürfte das Kapitel Union für den Stürmer beendet sein.

Hosiner gelang der Durchbruch nicht

Ein Kapitel, das alles andere als ein erfolgreiches für Hosiner gewesen ist. Vom damaligen Trainer Jens Keller wurde Hosiner im Sommer 2016 von Stade Rennes verpflichtet. Er sollte den Weggang von Bobby Wood auffangen. Der US-Amerikaner, mit 17 Saisontreffern Unions Rekordtorschütze, wechselte zum damaligen Bundesligisten Hamburger SV. Es sollte ein Neustart für Hosiner werden, nachdem ihn der französische Erstligist ein Jahr zum Bundesligisten 1. FC Köln ausgeliehen hatte.

Doch es sollte anders kommen. Bereits im ersten Saisonspiel 2016/17 verletzte sich Hosiner und musste mitansehen, wie Konkurrent Collin Quaner, der zuvor bei Union keine Rolle gespielt hatte, plötzlich zum Torjäger avancierte. Doch Hosiner kämpfte sich wieder heran und sah, nachdem Quaner in der Winterpause 2016/17 Union in Richtung England (Huddersfield Town) verlassen hatte, seine zweite Chance, trotz zwischenzeitlich kollabierten Lungenflügels – bis Union Publikumsliebling Sebastian Polter zurückholte. Wieder musste sich Hosiner in die zweite Reihe fügen.

Und als in der vergangenen Saison sich ihm doch die dritte Chance eröffnete, wusste Hosiner sie nicht zu nutzen. Weil sich Polter Anfang März vor dem Spiel in Kaiserslautern die Achillessehne gerissen hatte, durfte der Österreicher wieder ran. Die Konstanz, mit der Hosiner jedoch selbst allerbeste Möglichkeiten ungenutzt ließ, war jedoch frappierend. Ganze zwei Tore brachte er zustande, insgesamt waren es acht in 44 Ligaspielen.

Zu Beginn der Vorbereitung auf die Spielzeit 2018/19 gab sich Hosiner noch einmal angriffslustig. „Ich muss mich nicht verstecken“, sagte der 29-Jährige, wohl wissend, dass ihm mit dem drei Jahre jüngeren Schweden Sebastian Andersson ein neuer Konkurrent aus Kaiserslautern vor die Nase gesetzt wurde. Zwei Wochen später kam offenbar doch die Erkenntnis, dass der ehemalige österreichische Nationalspieler (fünf Einsätze, zwei Tore) seine Karriere woanders fortsetzen muss, will er sie retten.

US-Angreifer Haji Wright spielt zur Probe vor

Durch den bevorstehenden Wechsel hat Union – vom Verein gab es keine Stellungnahme – wieder eine Vakanz auf der Stürmerposition. Und mit Haji Wright (20, Schalke 04, zuletzt an Sandhausen ausgeliehen) ist auch schon der erste Kandidat im Trainingslager in eingetroffen.

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