Fußball

„Dieses Spiel muss man unbedingt gewinnen“

Torsten Mattuschka mit seiner filigranen Technik und das Derby zwischen Hertha und Union stehen beim Traditionsmasters im Blickpunkt.

Torsten Mattuschka (M.) ist

Torsten Mattuschka (M.) ist

Foto: Soeren Stache / picture alliance / Soeren Stache

Berlin.  Am Sonnabend werden die Union-Fans beim Traditionsmasters in der Max-Schmeling-Halle (ab 16.30 Uhr) wieder seine Hymne anstimmen: „Torsten Mattuschka, du bist der beste Mann!“ Der 37-Jährige, der seine aktive Karriere bei Altlglienicke in der Regionalliga ausklingen lässt, führt die Altstars des 1. FC Union beim „Budenzauber“ an. Gegner in Gruppe B sind die Hertha-Oldies (mit Dariusz Wosz) und die Glasgow Rangers ( mit Jörg Albertz). In der anderen Gruppe messen sich Martin Max (Schalke), Andrej Woronin (Gladbach) und Thomas Häßler (1860).

Fußball in der Halle, da kommen die Fans den Kickern nah wie nie. Und einer, der besonders für Tricks und Zaubertore steht, ist nun mal Mattuschka. „Dieses Turnier ist einfach genial. Vor gut 8000 Zuschauern zu spielen, ist grandios. Und man trifft viele alte Kumpels wieder“, sagt er selbst. Im Vorjahr musste sich „Tusche“ mit Union erst im Finale Gladbach mit 1:3 geschlagen geben. Dieses Mal soll dann endlich der Pokal her. „Ich will immer gewinnen, sonst brauche ich nicht auflaufen. Mit unserer Truppe ist alles drin. Aber wenn es am Ende nicht reicht, geht die Welt nicht unter. Gerade in der Halle kann ja viel passierenl“, sagt Mattuschka.

Extra eine Regeländerung für „Tusche“

Fußball in der Halle – da war der Fanliebling schon als Steppke in seinen Teams gefragt. „Als Zehn- oder Elfjähriger war ich mit Cottbus mal bei einem Turnier und bin sogar bester Torwart geworden.“ Aber nicht, weil er mit Handschuhen durch seinen Kasten flog. Mattuschka: „Nein, nein, ich habe da fliegenden Torwart gespielt und die Bälle immer aus der Distanz eingeschossen. Schade, dass so etwas heute nicht mehr erlaubt ist und der Torwart in der Kiste bleiben muss.“

Immerhin hatte die Organisiatoren im Vorjahr eine Regel extra für „Tusche“ geändert. Er durfte als einziger die Freistöße direkt aufs Tor schießen. Aber nur aus der eigenen Hälfte und wenn die Fans das legendäre Lied für ihn anstimmen. Doch Mattuschka hämmerte die Bälle beim 5:2 gegen Hertha dann aber auch in der gegnerischen Hälfte dreimal ins Tor. Das sorgte für Konfusion und Diskussionen. Letztlich verzichteten die Herthaner auf Protest – und Mattuschka („Ich habe nur das Tor gesehen, und da muss der Ball ja rein“) auf den Titel bester Torschütze.

Es war übrigens nicht das erste Mal, dass Mattuschkas Schusskunst jemandem teuer zu stehen bekam. Vor knapp fünf Jahren warb ein Elektromarkt im Südosten Berlins mit einer Torwand, auf der man zuvor getätigte Einkäufe zum kostenlosen Schnäppchen umwandeln konnte. Mattuschka haute elf von 16 Bällen rein, was unter anderem zwei große Fernseher einbrachte.

Das Alter spürt er schon

Das Derby gegen Hertha beim Budenzauber steigt dieses Mal so gegen 19 Uhr. Da wird die Stimmung natürlich wieder hochkochen. Mattuschka: „Das Derby ist für die Fans das Highlight, aber auch für uns Spieler. Wir kennen uns zwar untereinander ganz gut. Aber klar, das ist das Spiel, was man als Unioner oder Herthaner unbedingt gewinnen muss. Aber vor allem wollen wir den Zuschauern Spaß machen.“

Für Altglienicke hat er inzwischen 13 Tore in 45 Spielen geschossen. Im Sommer könnte dort nun Schluss sein. „So langsam spüre ich mein Alter. Inzwischen brauche ich schon paar Tage länger, um wieder frisch zu werden“, sagt Mattuschka, der nebenher bereits die A-Jugend trainiert. Demnächst will er die DFB-Elite-Jugend-Lizenz erwerben und ein Jahr später den A-Schein. „Im Januar wollen wir reden, wie es weiter geht.“