Beim 1. FC Union Berlin ist der gewünschte Effekt nach dem Trainerwechsel ausgeblieben. Dynamo Dresden gewann am Samstag mit 1:0 (0:0) bei den Eisernen und verdarb André Hofschneiders Debüt als Chefcoach gründlich. Fünf Tage nach der Entlassung von Hofschneiders Vorgänger Jens Keller zeigten die Berliner vor 22 012 Zuschauer in der ausverkauften Alten Försterei eine schwache Leistung und kassierten verdient die erste Heimniederlage der Saison.

Andreas Lambertz (71.) erzielte den einzigen Treffer in einem durchschnittlichen Ost-Derby und sorgte für den ersten Sieg der Dresdner seit 1988 bei Union. Die Köpenicker bleiben bei 26 Punkten stehen und verlieren immer weiter den Kontakt zu den Aufstiegsrängen. Dynamo festigte mit nun 23 Zählern seinen Mittelfeldplatz.

Hofschneider nahm eine einzige bemerkenswerte Änderung vor: Er beorderte den von Keller auf die Bank verbannten Stürmer Steven Skrzybski in die Startelf. Durchschlagende Auswirkung auf eine verbesserte Union-Offensive hatte diese Maßnahme zunächst nicht. Die spielerisch besseren Dresden kontrollierte die Partie und ließen gegen die ideenlosen Hausherren kaum etwas zu.

Die erste Möglichkeit des Spiels bot sich Dynamo nach einem Ballverlust von Akaki Gogia in Mittelfeld. Doch Erich Berko konnte die scharfe Hereingabe nicht mehr aufs Tor bringen (14.). Union brachte nach 20 Minuten etwas mehr Struktur in sein Spiel und hätte durch Chancen von Gogia und Skrzybskis Kopfball in Führung gehen können (23./37.).

Nach der Pause versuchten die Berliner gegen die ballsicheren Gäste den Druck zu erhöhen. In der 54. Minute hätten die Hausherren das schmeichelhafte 1:0 erzielen können. Doch der blasse Union-Angreifer Sebastian Polter köpfte aus sechs Metern am Tor vorbei. Danach verfielen die Berliner wieder in den alten Trott und ließen Leidenschaft und Laufbereitschaft vermissen. So fiel die Führung der Dresdner durch das erste Saisontor von Oldie Lambertz nicht unverdient (71.). Ein Aufbäumen der Berliner in der Schlussphase blieb aus.

BM/dpa