Nur Unentschieden

Union verschenkt in Duisburg zwei wertvolle Punkte

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Inga Böddeling
Der Duisburger Dustin Bomheuer (r) und Unions Sebastian Polter beim Kopfballduell

Der Duisburger Dustin Bomheuer (r) und Unions Sebastian Polter beim Kopfballduell

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Ein Kopfballtreffer von Toni Leistner reichte den Eisernen nicht. Kurz vor Schluss erzielte der MSV noch den Ausgleich.

Berlin. Toni Leistner hatte noch einmal seinen Kopf hingehalten. Der Abwehrchef vom 1. FC Union wehrte den letzten Eckball der Gastgeber aus Duisburg ab. Danach war Schluss. 1:1 (0:0) - ein Ergebnis, das den Glanz der vergangenen Spiele ermatten lässt. Drei Gegner aus der unteren Tabellenregion, neun Punkte – so der ursprüngliche Plan. Nach den Siegen gegen Regensburg (2:0) und Fürth (3:1) wollten die Köpenicker ihre Erfolgsserie gegen den MSV Duisburg weiter ausbauen. Dies gelang nicht.

Mit dem verschenkten Sieg können die Berliner nur einen matten Schlussstrich unter einen bis dahin goldenen Oktober ziehen. Das oberste Ziel, den Anschluss an die Aufstiegsplätze herzustellen, ist erreicht. Von Platz zehn auf Platz vier in fünf Wochen ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Die Steilvorlagen der Konkurrenz aus Nürnberg, das am Sonntag 0:1 in Heidenheim verlor, und Kiel (1:1 amSonnabend in Darmstadt) konnten die Köprnicker jedoch nicht nutzen. Der Abstand zu Platz zwei, der sicheren Startrampe in die Bundesliga, beträgt weiter vier Punkte. Der zur Spitze könnte sich durch einen Düsseldorfer Sieg in Bochum sogar auf neun Punkte vergrößern.

Das Team von Trainer Jens Keller verpasste neben dem Vorstoß in die direkte Aufstiegsregion auch den dritten Auswärtssieg in Folge. Das wäre Vereinsrekord gewesen. Eine Serie konnten die Berliner immerhin halten. Nach einer 1:0-Führung hat Union keines der vergangenen 27 Saisonspiele verloren. Für das 1:0 gegen den MSV hatte auch Toni Leistner seinen Kopf hingehalten – und zwar in den Eckball von Christopher Trimmel (49.). Dass das Tor nach einer Standardsituation fiel, passte zum behäbigen Spiel der Mannschaft, die die von Trainer Jens Keller gebetsmühlenartig geforderte Energie vermissen ließ.

Dabei hatte der Coach im Vergleich zum furiosen Pokalspiel am Dienstag in Leverkusen erneut fast das komplette Personal gewechselt. Fehlende Frische konnte also nicht der Grund sein, warum aus Kontrolle, die Union in den ersten 20 Minuten vor 15.492 Zuschauern ausübte, Bewegungs- und Ideenlosigkeit wurde. „Wir haben von Anfang an nicht die Intensität ins Spiel gebracht, die wir von uns gewohnt sind“, sagte Keller.

Gogia schwächelt auf der rechten Seite

Wenn die Offensive belebt wurde, dann über die linke Seite mit Peter Kurzweg und Simon Hedlund. Kollege Akaki Gogia verrichtete auf der rechten Seite seine Arbeit nur mäßig. Umso unverständlicher, dass Keller Dauerläufer Hedlund durch Rechtsaußen Steven Skrzybski ersetzte (62.) und Gogia auf links stellte. Damit war dann auch die hoffnungsvolle Seite lahm gelegt. „Ich glaube schon, dass es zwei verlorene Punkte sind, weil ich der Meinung bin, dass wir das Spiel in der zweiten Halbzeit dominiert haben“, sagte Sebastian Polter. Dominanz, die sich jedenfalls nicht in Torgefahr äußerte. Die war mit einer Doppelćhance durch Polter und Marcel Hartel (5.) sowie einem Distanzschuss von Kapitän Felix Kroos (11.) eher gering.

Nur der stabilen Defensivarbeit um Abwehrchef Leistner war es zu verdanken, dass die Duisburger die offensiven Schwächen der Köpenicker nicht ausnutzten. Als MSV-Joker Stanislav Iljutschenko in der 86. Minute zum verdienten Ausgleich einköpfte, war es Leistners Abwehrkollege Fabian Schönheim, der nicht nah genug am Torschützen stand.

„Am Ende war es der verdiente Lohn für Duisburg. Wir hätten heute den Sieg nicht verdient mit der Leistung, die wir gebracht haben“, sagte Keller, der nun alles dafür tun muss, damit auch der Start in den November hell erstrahlt. Am besten schon am Sonnabend gegen den FC St. Pauli.