Leverkusen im Pokal-Achtelfinale - 4:1 gegen Union Berlin

Bayer war spielerisch die bessere Mannschaft, trotzdem benötige das Herrlich-Team eine gewisse Anlaufphase, um gefährlich zu werden.

 Marc Torrejon

Marc Torrejon

Foto: Getty Images

Bayer Leverkusen hat die Hürde Union Berlin im DFB-Pokal mit Mühe gemeistert und steht im Achtelfinale: Drei Tage nach dem 5:1-Kantersieg in Mönchengladbach siegte der Bundesligist gegen den Zweitliga-Tabellenvierten aus der Hauptstadt mit 4:1 (1:0) und musste vor allem in der zweiten Halbzeit starke Gegenwehr der Berliner brechen.

Nationalspieler Julian Brandt (36.), der Argentinier Lucas Alario (58.), Wendell (89.) mit einem unberechtigten Foulelfmeter und Charles Aranguiz (90.+2) erzielten die Tore für die Werkself. Dennis Daube (46.) hatte zwischenzeitlich zum 1:1 ausgeglichen. Die stimmgewaltige Unterstützung der Union-Elf durch 3200 mitgereiste Fans konnte die Niederlage des Pokalfinalisten von 2001 aber nicht verhindern. Der Berliner Stephan Fürstner sah in der Nachspielzeit noch Gelb-Rot.

"Wir sind vom Ergebnis her sehr zufrieden. Allerdings hätten wir schon früher den Sack zumachen müssen. Es ist schön, dass wir uns in den letzten Spielen den Frust von der Seele geschossen haben", sagte Brandt.

Bayer-Trainer Heiko Herrlich hatte seine Startformation gegenüber dem Gladbach-Match auf sechs Positionen geändert. Bei Eisern Union rotierte Coach Jens Keller sogar neun neue Spieler in die Start-Elf gegenüber dem 3:1 zuletzt gegen Fürth. Bei den Gastgebern war von Beginn das Bemühen zu sehen, sich nicht wieder von einem unterklassigen Gegner im Pokal düpieren zu lassen.

Aufseiten der Berliner stand nur ein Schuss von Steven Skrzybski

Vor Jahresfrist waren die Rheinländer beim Drittligisten Sportfreunde Lotte in der 2. Runde im Elfmeterschießen gescheitert. Dagegen hatte sich Union im vergangenen Jahr in derselben Runde bei Borussia Dortmund beachtlich geschlagen und erst im Elfmeterschießen verloren.

Bayer war spielerisch die klar bessere Mannschaft, trotzdem benötige das Herrlich-Team eine gewisse Anlaufphase, um gefährlich zu werden. Der Mann der klaren Chancen war im ersten Durchgang Admir Mehmedi, der gleich viermal (9./22./zweimal 40.) hochkarätige Chancen vergab. Immer wieder zeichnete sich Union-Schlussmann Daniel Mesenhöler aus, so auch gegen Alario (25.), Karim Bellarabi (40.) und Brandt (45.).

Aufseiten der Berliner stand nur ein Schuss von Steven Skrzybski (24.). Doch die zweite Halbzeit begann aus Sicht der Gäste mit einem Paukenschlag, denn Daube nutzte eine Unachtsamkeit in der Bayer-Innenverteidigung eiskalt. Die Gäste-Fans brannten anschließend Bengalos ab, die durch starke Rauchentwicklung die Sicht auf dem Spielfeld behinderte.

Bayer verlor fortan die Souveränität aus der ersten Hälfte, während Eisern Union mit neuem Selbstvertrauen das Spiel offener gestalten konnte. Auch vom erneuten Rückstand ließen sich die Keller-Schützlinge nicht entmutigen. Damir Kreilach (66.) traf mit einem Freistoß nur die Latte des Bayer-Tores. Erst am Ende machte Leverkusen alles klar.

Brandt und Charles Aranguiz waren beste Leverkusener. Bei Union gefielen Mesenhöler, Christopher Trimmel und Kreilach.