Bundesliga

Unions Siegesserie findet in Nürnberg ihr Ende

Fünf Siege in Folge wäre Vereinsrekord gewesen. Doch der beste Angriff der Liga bleibt torlos gegen die schwächste Abwehr.

Edgar Salli von Nürnberg (l) greift ins Gesicht von Simon Hedlund von Berlin und bekommt für die Aktion danach die Gelb-Rote Karte.

Edgar Salli von Nürnberg (l) greift ins Gesicht von Simon Hedlund von Berlin und bekommt für die Aktion danach die Gelb-Rote Karte.

Foto: Armin Weigel / dpa

Nürnberg. Felix Kroos klang fast schon trotzig. „Auch damit können wir umgehen“, sagte der Kapitän des 1. FC Union. Der Frust, den der Profi des Berliner Fußball-Zweitligisten wenige Minuten nach dem Abpfiff des Gastspiels beim 1. FC Nürnberg offenbarte, war nachvollziehbar. Mit dem fünften Sieg in Folge wollte Union nicht nur den Rekord aus dem Jahr 2002 egalisieren, vor allem Aufstiegsrang zwei sollte dadurch gefestigt werden. Doch die Berliner verloren mit 0:2 (0:1) in Nürnberg, weil „wir nicht die hundertprozentigen Chancen hatten. Deshalb stehen wir mit leeren Händen da“, erklärte Kroos.

Es war das Duell der bis zu diesem Spieltag schlechtesten Abwehr gegen den besten Angriff der Liga. 16 Treffer hatten Union nach oben gebracht, auf der anderen Seite fanden sich die Franken nach 18 Gegentreffern im Liga-Keller wieder. Und Union begann vor 24.465 Zuschauern so, als sollten beide Werte erhöht werden. Nicht so dominant wie über weite Strecken zuvor gegen St. Pauli (2:0), aber durchaus mit dem Selbstvertrauen eines Tabellenzweiten.

Gelb-Rot für Unions Pedersen und den Nürnberger Salli

Kroos scheiterte an Nürnbergs Torwart Thorsten Kirschbaum (9.), auch Simon Hedlund vergab drei gute Möglichkeiten (15., 21., 36.). Der Schwede bekam auf der linken Seite den Vorzug vor Kenny Prince Redondo, weil dieser es nicht gewohnt sei, „so viele Spiele am Stück zu machen“, begründete Union-Trainer Jens Keller die einzige Änderung seiner Startelf: „Er ist ein wenig müde, es liegt nicht an der Leistung.“

Die entscheidende Wendung nahm die Partie in der 38. Minute. Unions Linksverteidiger Kristian Pedersen setzte einem Ball derart ungestüm nach, dass er mit gestrecktem Bein voraus mit Torwart Kirschbaum zusammenstieß --Gelb-Rot für den Dänen. Drei Minuten später sah auch Nürnbergs Edgar Salli die Ampelkarte nach einem Schlag in Hedlunds Gesicht.

Beide hatten schon in kurzem Abstand Gelb gesehen, Pedersen nach rüdem Einsteigen gegen Kevin Möhwald (24.), Salli nach einem Schlag in den Rücken von Christopher Trimmel (26.). Doch Nürnberg steckte das Fehlen des Mittelfeldmannes besser weg als Union das Fehlen des Abwehrspielers.

Kein Vorwurf von Jens Keller

In Rückstand gerieten die Berliner kurz vor der Pause. Möhwald zog aus 22 Metern einfach ab, der Ball drehte sich von Union-Keeper Jakob Busk weg, jedoch nicht weit genug, um auch das Tor zu verfehlen (45.). Sieben Minuten vor dem Ende tanzte der gerade erst eingewechselte Cedric Teuchert Torwart Busk aus und vollendete eiskalt (83.).

Trainer Keller machte seiner Mannschaft keinen Vorwurf: „Wir sind aus dem Nichts in Rückstand geraten und haben alles probiert, das Spiel noch zu drehen.“ Redondo war dafür nach der Pause für den wirkungslosen Stürmer Philipp Hosiner gekommen, auch um sich links in die Viererkette zurückfallen zu lassen, wenn es notwendig war. Doch es waren zunächst die Nürnberger, die auf die Entscheidung drängten. Busk verhinderte dabei einen weiteren Treffer von Möhwald (55., 56.).

Selbst nachdem der Nürnberger Angriffsschwung abnahm, gelang es Union nicht, gefährlich vor das Tor von Kirschbaum zu kommen. Damir Kreilach erwischte den Ball nach Vorarbeit von Steven Skrzybski nicht richtig, Nürnbergs Torwart war zur Stelle (79.). Und als ein Kreilach-Freistoß rechts das Tor verfehlte (86.), war klar, dass für Union am Freitagabend nichts zu holen war.