Jens Keller, der neue Trainer des 1. FC Union, war der Erste, der die Katakomben der Alten Försterei verließ und den Platz betrat, noch vor seiner Mannschaft. Ein kurzer Blick über die Ränge, dem die Vorfreude über den ersten Auftritt vor heimischem Publikum nicht abzusprechen war.
7124 Zuschauer, darunter gut 100 aus Utrecht, waren gekommen, um die Generalprobe des Fußball-Zweitligisten für die nächstes Wochenende beginnende Saison zu sehen. Sie wurden mit einem 3:0 (0:0) gegen den FC Utrecht belohnt.
Keller ließ erneut in einem 4-3-3 spielen, mit Fabian Schönheim neben Toni Leistner in der Innenverteidigung, Stephan Fürstner im defensiven Mittelfeld, sowie Steven Skrzybski (rechts) und Adrian Nikci (links) auf den Außenbahnen. Im Zentrum gab Felix Kroos die Kommandos. Unions neuem Kapitän war anzusehen, dass seine Leistungskurve weiter nach oben geht. Nach 73 Minuten wurde er mit Applaus verabschiedet, für ihn kam Eroll Zejnullahu.
Redondo ist an allen drei Toren des Zweitligisten beteiligt
Tore gab es erst nach der Pause, nachdem Keller für den glücklosen Nikci Kenny Prince Redondo gebracht hatte. Vier Minuten stand Redondo auf dem Platz, als sein Pass Damir Kreilach an der Strafraumgrenze und dessen Schuss den Weg in den oberen rechten Winkel fand – ein Traumtor (66.). In der 70. Minute setzte Stürmer Philipp Hosiner den Mittelfeldmann in Szene.
Utrechts Torwart Robbin Ruiter konnte dessen Schuss zwar noch abwehren, jedoch genau vor die Füße von Steven Skrzybski, der keine Mühe hatte (70.). Mit der letzten Aktion des Spiels erhöhte Redondo auf 3:0.
Union gewann 3:0, auch weil Utrechts Sebastien Haller kurz nach dem Wiederbeginn zwar Unions Torwart Jakob Busk ausgetanzt, aber im Anschluss das Tor weit verfehlt hatte. In der Schlussphase hatten Zejnullahu (81.) – nach Glanzparade von Gästekeeper Ruiter – und der ebenfalls eingewechselte Sören Brandy (82.) noch die Latte getroffen.
„Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden, auch wenn wir nichts zugelassen haben. Da hat die Mannschaft zu wenig von dem umgesetzt, was wir vorher trainiert hatten. Das habe ich den Spielern in der Pause auch gesagt. Nach dem Wechsel haben sie dies auch angenommen“, sagte Keller.


