Fussball

Union-Stürmer Skrzybski startet unter Keller durch

Der Angreifer legt den Schatten des ewigen Talents endgültig ab. Im Testspiel gegen Udine (3:2) war er der überragende Mann.

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Villach.  Den freien Montagnachmittag im Trainingslager in Villach/Österreich dürfte Steven Skrzybski genossen haben. Schließlich war der Stürmer des 1. FC Union der einzige Feldspieler, der am Sonntag die kompletten 90 Minuten im Testspiel gegen Udinese Calcio (3:2) durchspielte, derweil seine Teamkollegen nur eine gute Stunde oder eben knapp 30 Minuten ran mussten.

„Er hat in der ersten Halbzeit so gut gespielt, da hab ich mir spontan überlegt, dass er die komplette Zeit durchspielt“, sagte Trainer Jens Keller. Ein Scherz, wie sich später herausstellte. „Das war vorher so abgesprochen“, machte Skrzybski deutlich, der dann wohl am Dienstag im zweiten Test in Kärnten gegen den FC Watford ein wenig kürzer treten wird.

Es war kein leichtes Unterfangen, angesichts der Trainingsbelastung der Vortage und der durchaus robusten Spielweise der Italiener voll durchzuziehen. Doch Skrzybski tat genau das: Er zog voll durch. Und sammelte gehörig Pluspunkte.

An allen drei Toren beteiligt

Durch seine Zielstrebigkeit, mit der er den Elfmeter zur Führung des Berliner Fußball-Zweitligisten durch den Österreicher Philipp Hosiner generierte. Mit einem sauberen Abschluss von der Strafraumgrenze, mit dem er selbst auf 2:0 erhöhte. Und mit ebenso feiner wie überlegter Technik bei jenem Doppelpass, mit dem er Mannschaftskollege Stephan Fürstner beim dritten Union-Tor in Szene setzte.

Aktionen, für die es von Keller ein Sonderlob gab. „Er hat ein Riesenpotenzial, ist aber inzwischen in einem Alter, bei dem man aufhören muss, von einem Talent zu sprechen. Er hätte sogar das vierte Tor machen können“, sagte der Union-Coach: „Doch weil es ein Testspiel war, ist das nicht ganz so schlimm. Wichtig war mir der Laufweg“.

Den hat Skrzybski offenbar verinnerlicht. Für das Spiel gegen Udine und für den weiteren Verlauf seiner Karriere. „Es war wichtig, dass wir viel Tempo gemacht haben. Auch wenn es für niemanden leicht war, haben wir es versucht“, sagte das Union-Eigengewächs, das vor allem mit seinem Tempo immer wieder beeindruckt.

Mit Blick auf seine Entwicklung fügte der Angreifer hinzu: „Die Talentzeit ist vorbei. Ich denke, dass ich den Status jetzt abgelegt habe. Ich bin 23 Jahre alt, also eher ein junger Spieler. Das trifft es noch eher.“ Trainer Keller wird dies wohlwollend registrieren.