Die Stimmung auf dem Betzenberg in Kaiserslautern ist berüchtigt, das weiß nicht nur Benjamin Köhler. „Da geht die Post ab“, sagt der Mittelfeldspieler des 1. FC Union, der ebenso wie seine Klubkollegen Adam Nemec und Fabian Schönheim schon das Trikot der Lauterer trug. Sie dürfen am Mittwoch mal wieder an ihrer alten Wirkungsstätte vorbeischauen (17.30 Uhr, Sky), und Trainer Norbert Düwel hofft, dass seine Mannschaft im Zweitliga-Fußballduell mit dieser Stimmung etwas anfangen kann: „Wir müssen die Atmosphäre, die auf dem Betzenberg immer hitzig und aggressiv ist, für uns in positive Energie ummünzen.“
Zumindest fahren die Berliner schon mal mit einer ganzen Menge guter Laune in die Pfalz, das ist ja auch wichtig. „Na klar ist es eine Erleichterung, wenn man mal wieder das Gefühl hat zu gewinnen. Da fällt schon eine Last ab“, sagt Köhler, der mit den Berlinern am Sonntag beim 2:1 gegen RB Leipzig am sechsten Spieltag gerade den ersten Sieg der Saison bejubeln durfte. Die Köpenicker sind wieder selbstbewusster.
Zum ersten Mal funktionierte fast alles bei ihnen. „Alle waren heiß und richtig gut drauf. Sie haben taktisch und läuferisch alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagt Düwel. Fast wichtiger ist dabei der mentale Aspekt. Denn Rückschläge passieren während einer Partie häufiger mal, so auch gegen Leipzig mit dem Ausgleichstreffer. „Aber das hat uns kein bisschen aus dem Konzept gebracht“, so der Trainer. Im Gegensatz zu den Spielen zuvor haderte das Team nicht zu lange, war nicht mit anderen Dingen beschäftigt als mit dem Gegenschlag. „Diesmal haben wir gleich eine Reaktion gezeigt, die Köpfe hochgenommen und unseren Plan verfolgt“, sagt Düwel.
Jungen Spielern fehlt manchmal die Abgeklärtheit
Um das Team dauerhaft dazu zu befähigen, arbeitet er oft an diesen Dingen. Doch da die Berliner einige junge Spieler einbauen, fehlt in manchen Situationen etwas die Abgeklärtheit. Jetzt haben „die Jungs einen Schritt weiter gemacht“, so Düwel, der in der Partie gegen Leipzig einen Fortschritt in der Entwicklung seiner Mannschaft gesehen hat. Der ist auch nötig, soll in Kaiserslautern etwas Zählbares herauskommen. Ihre bisherigen drei Heimspiele gewannen die Pfälzer, die gerade in Fürth die erste Saisonniederlage kassiert haben (1:2), allesamt.
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