Zweite Liga

1. FC Union geht den nächsten Schritt Richtung Aufstieg

Mattuschka und Schönheim sorgten für einen ungefährdeten Heimsieg gegen den FSV Frankfurt. Rot-weißer Jubel brandete nach dem 2:0 in der Alten Försterei in Köpenick auf.

Da gab es selbst für Daniel Haas kein Halten mehr. Im Sprint eilte der Torwart des 1. FC Union zur Eckfahne, auf das rot-weiße Knäuel zu. Irgendwo mittendrin: Fabian Schönheim. Alle Spieler des Berliner Fußball-Zweitligisten wollten zum Innenverteidiger, ihn herzen, mit ihm jubeln, die Anspannung der vergangenen Wochen, der vergangenen Minuten einfach hinausschreien. Mit seinem ersten Saisontreffer hatte der 27-Jährige den lang ersehnten ersten Sieg in diesem Jahr besiegelt. Union schlägt den FSV Frankfurt völlig verdient mit 2:0 (1:0) und schiebt sich zunächst einmal vor auf Relegationsplatz drei.

Die Erleichterung über den ersten Erfolg des Jahres war fast schon greifbar. Allein Schönheim kam beinahe kaum noch aus dem Grinsen heraus. „Der Ball ist mir auf den rechten Fuß versprungen. Auf einmal lag er da, und ich habe ihn rein gemacht“, wurde der Defensivmann nicht müde, das entscheidende Tor zu beschreiben. Mit einem Augenzwinkern, versteht sich. Denn sein Treffer war schon sehr ansehnlich. Von Torsten Mattuschka hatte Schönheim den Ball mit der Hacke vorgelegt bekommen, hinter die Defensivreihe der Hessen. Der Abwehrversuch von Marc Andre Kruska ging ins Leere, weil der Union-Profi den FSV-Verteidiger mit einem Haken einfach aussteigen ließ. Aus acht Metern ließ Schönheim schließlich Frankfurts Schlussmann Patric Klandt keine Chance (76.). Es war die Entscheidung in einer Partie, die nur eine Beschreibung verdiente: einseitig.

Vor der Pause gar nicht am Spiel teilgenommen

Vor allem in der ersten Halbzeit blieben die Frankfurter den Beweis ihrer Zweitliga-Tauglichkeit schuldig. Das Fazit von FSV-Coach Benno Möhlmann ist bezeichnend: „Vor der Pause haben wir gar nicht am Spiel teilgenommen, weder läuferisch noch kämpferischen – vom fußballerischen will ich gar nicht reden.“ Ganz anders Union. Hellwach von der ersten Minute an, wurde Frankfurt sofort unter Druck gesetzt. In den ersten 20 Minuten hatte man sogar ob vieler hektischer Szenen das Gefühl, die Berliner seien übermotiviert. „Die Mannschaft hat nichts anderes zugelassen als einen Sieg“, war Union-Coach Uwe Neuhaus zufrieden mit dem Auftritt der Seinen.

Nur nicht mit der Torausbeute. Schon nach vier Minuten klärte Mathew Leckie gegen Unions Marc Pfertzel. Stürmer Simon Terodde schoss halbherzig aus 16 Metern (12.), ein 25-m-Freistoß von Mattuschka wurde von der Mauer abgefälscht, Klandt war zur Stelle (17.), ebenso bei einem Kopfball von Damir Kreilach (31.). Kurz darauf köpft Terodde an den Pfosten (36.). Union hätte längst führen müssen.

Mattuschka verwandelt Strafstoß

Die Köpenicker brauchten Hilfe – und bekamen sie. Weil sich Björn Schlicke bei einem Tackling gegen Terodde im Strafraum ungeschickt anstellte, Schiedsrichter Sascha Stegemann (Niederkassel) auf Strafstoß entschied und sich Mattuschka die Chance nicht entgehen ließ. Torwart Klandt war zwar in der richtigen Ecke, doch der Schuss des Union-Kapitäns ins rechte untere Eck war zu platziert (39.). Endlich konnten die 17.082 Zuschauer in der Alten Försterei (Minuskulisse) jubeln.

Nach dem Wechsel ging das muntere Auslassen guter Chancen weiter. Terodde (48.), Sören Brandy (61.), wieder Terodde (66.), das zweite Tor wollte einfach nicht gelingen. Bis sich Schönheim ein Herz fasste. „Mattuschka hat mir den Ball aber auch überragend vorgelegt“, wollte der Torschütze das Lob nicht für sich allein beanspruchen. Der Rest war rot-weißer Jubel in der Alten Försterei. Da durfte Torwart Haas natürlich nicht fehlen.