Sportlich steht der SG Dynamo Dresden auf Abstiegsplatz 17 das Wasser bis zum Hals, nun kommt für den Fußball-Zweitligisten der nächste Tiefschlag. Das Team von Trainer Peter Pacult soll bei den Auswärtsspielen beim FC Erzgebirge Aue (10. März 2013), Eintracht Braunschweig (28. März 2013) und dem 1. FC Union (12. – 15. April 2013) auf seine Fans verzichten.

Das beschloss der Klub in einer außerordentlichen Sitzung als Konsequenz aus den Randalen in Kaiserslautern am Freitag. „Wir haben die Thematik ausführlich analysiert. Wir haben bei Auswärtsspielen immer wieder Vorfälle mit Fans, die wir nicht beeinflussen können und die auch größtenteils dem Dresdner Umfeld nicht zuzurechnen sind“, erklärte Präsident Andreas Ritter nach der Versammlung am Mittwoch. Vor allem der Ausschluss in Berlin wird die Anhänger treffen, da der Verein am 12. April seinen 60. Geburtstag begeht.

Union wird von der Ankündigung überrascht

Bei den Berlinern zeigte man sich überrascht. „Bislang liegen uns noch keine Informationen aus Dresden vor. Es sind auch einige Fragen zu klären“, sagte Klub-Sprecher Christian Arbeit: „Wie zum Beispiel will Dynamo verhindern, dass Fans aus Dresden anreisen und sich Karten an der Tageskasse kaufen?“ Auch ein möglicher Einnahmeverlust dürfte ein Thema sein. Von Dresdner Seite ist das Thema ohnehin noch nicht abgeschlossen. „Der Fanverzicht für alle drei Spiele ist noch nicht in Stein gemeißelt“, sagte Dynamos Vereins-Sprecher Henry Buschmann: „Es hängt vom Verhalten unserer Fans ab. Je nachdem kann die Strafe verkürzt oder verlängert werden.“

Auf dem Betzenberg hatten sogenannte Anhänger während der Partie (0:3) massiv Pyrotechnik abgebrannt. Zudem versuchten sie, einen benachbarten Block zu stürmen. Nach dem Spiel griffen Fangruppen Polizisten auf dem Messeplatz an und beschädigten vier Busse sowie Einsatzfahrzeuge der Polizei. Dabei entstand ein Sachschaden von 70.000 Euro.

„Wir bewegen uns als Verein auf dünnem Eis“

In den nächsten Tagen will der Verein zudem mit seinen Anhängern in den Dialog treten und die weitere Vorgehensweise beraten. Es soll eine Charta für den Selbstregulierungsprozess erarbeitet und die Fanabteilung personell aufgestockt werden, um die angestrebten Maßnahmen umsetzen zu können. „Wir bewegen uns als Verein auf ganz dünnem Eis, und wir können nur gemeinsam den Karren aus dem Dreck ziehen“, glaubt Präsident Ritter. Trotz der Vorkommnisse und Konsequenzen wird der Klub gegen das Urteil des Pokalausschlusses wegen der Ereignisse bei der Zweitrundenpartie in Hannover in Berufung gehen.

ste/dpa