Zweite Liga

Unions Gallegos fällt nach Zusammenstoß wochenlang aus

Gallegos bricht sich während eines Testspiels die Nase und muss nun das Krankenbett hüten. Damit fällt das Trainingslager für ihn aus.

Es ist erst das zweite Mal überhaupt, dass der 1. FC Union in der Ära von Trainer Uwe Neuhaus in ein Wintertrainingslager gefahren ist. Und wie schon vor einem Jahr, als sich die Mannschaft des Berliner Fußball-Zweitligisten im südspanischen Chiclana de la Frontera auf den Punktspielstart vorbereitet hatte, so stehen auch die ersten Tage in El Rompido nahe Huelva unter keinem guten Stern. Wobei die Sorgen 2012, als die Trainingsplätze nach langanhaltenden Regenfällen keine optimale Vorbereitung zuließen, im Vergleich zu diesem Jahr noch als klein einzustufen waren.

Denn während die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus am Dienstag im ersten Test in Andalusien 1:1 (0:0) gegen den spanischen Zweitligisten Recreativo de Huelva spielte, ist für einen Unioner das Trainingslager bereits beendet, bevor es richtig begonnen hatte. Luis Felipe Gallegos heißt der Unglücksrabe. Krankenbett statt Trainingsplatz heißt es für den 21-jährigen Chilenen, warten auf die Operation seines Nasenbeinbruches statt Pluspunkte sammeln beim Trainer durch gute Leistungen in den Übungseinheiten. Es war Nico Schäfer, Unions kaufmännisch-organisatorischer Leiter, der die Stimmung bei den Köpenickern treffend zusammenfasste: „Das ist ein sehr unglücklicher Auftakt für das Trainingslager und für Felipe und uns alle ein Schock. Wir hoffen sehr, dass er diesen Rückschlag verkraftet und die Verletzung möglichst schnell verheilt. Natürlich wünschen wir ihm, dass er bald wieder zur Mannschaft zurückkehren kann. Aber das Wichtigste ist jetzt die vollständige Genesung.“

Gallegos verlor kurz das Bewusstsein

Ein eigentlich simples Luftduell ist es gewesen, wie es in jedem Spiel Dutzende Male vorkommt, welches Gallegos am Montagabend niederstreckte und für einen Schockmoment sorgte. Zusammen mit Nachwuchsmann Erol Zejnullahu war der Chilene zum Kopfball hochgestiegen, wurde seitlich im Gesicht getroffen und fiel zu Boden. Mannschaftsarzt Dr. Tankred Haase und Physiotherapeut Frank Placzek mussten Gallegos, der sogar kurz das Bewusstsein verloren hatte, umgehend erstversorgen. Per Ambulanz ging es schließlich ins Krankenhaus nach Huelva. Zu diesem Zeitpunkt war Gallegos bereits wieder voll ansprechbar. „Es geht ihm gut“, sagte Haase am Dienstag. Zu Gallegos" Krämpfen nach dem Zusammenprall sagte der Teamarzt: „Das ist wie bei einem K.o. im Boxen, das kann passieren, muss aber nicht.“ Am Abend konnte der Chilene das Krankenhaus wieder verlassen, am Mittwoch soll er nach Berlin zurückfliegen, wo der Bruch gerichtet werden soll.

Gallegos bleibt damit der Pechvogel bei den Berlinern. Dabei hatte er nach auskuriertem Mittelfußbruch, zugezogen Mitte September beim Auslaufen nach dem Spiel in Ingolstadt (1:2), endlich angreifen, seinem Trainer zeigen wollen, dass er die erhoffte Verstärkung für das linke Mittelfeld ist. Die ganze Verzweiflung des Südamerikaners war bereits wenige Minuten nach dem Zusammenprall spürbar, als er die Sanitäter anfuhr, die ihn auf eine Trage hieven wollten („Ich bin doch kein Weib“). Nun wird er weitere vier bis sechs Wochen pausieren müssen.

100 mitgereiste Fans im spanischen Stadion

Warten muss Union auch auf den ersten Sieg in spanischen Gefilden. Doch immerhin ist mit dem Remis gegen Huelva ein kleiner Aufwärtstrend zu erkennen, nachdem es vor Jahresfrist gegen den Drittligisten Cadiz FC (0:3) und den Viertligisten San Fernando CD (2:4) noch peinliche Niederlagen gegeben hatte. „Wir hätten das Spiel in der ersten Hälfte sicherlich für uns entscheiden müssen. Die Gelegenheiten dazu waren vorhanden. Von der Chancenverwertung hatte ich mir mehr erhofft. Unsere Ordnung hat mir aber gut gefallen“, bilanzierte Trainer Neuhaus die ersten 90 Spielminuten des Jahres.

Tatsächlich nahmen die Unioner die Partie vor 200 Zuschauern, darunter rund 100 nach Spanien mitgereiste Union-Fans, von Beginn an Ernst. Vor allem Silvio und Steven Skrzybski, die zunächst das Sturmduo bildeten, setzten die Spanier mit Pressing immer wieder unter Druck. Tore fielen jedoch erst kurz vor Schluss, nachdem beide Teams ab der 60. Minute ihre kompletten Feldspieler ausgetauscht hatten. Adam Nemec brachte Union per Kopfball nach Ecke von Björn Jopek in Führung (85.). Der Ausgleich für Huelva fiel im Gegenzug durch Andres Lamas (86.). Union-Kapitän Torsten Mattuschka verschoss einen Foulelfmeter (13.). Heute wartet mit dem niederländischen Erstligisten FC Utrecht bereits der nächste Test.