Was die Spieler des 1. FC Union in den kommenden knapp zwei Wochen bis zum nächsten Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (23. November, 20.15 Uhr) zu tun haben werden, war schnell klar. Das wusste so ziemlich jeder, der den Berliner Fußball-Zweitligisten beim 2:3 am Sonntag in Karlsruhe gesehen hatte. „Wir müssen daran arbeiten, dass wir mit der entsprechenden Einstellung von der ersten Sekunde an in ein Spiel gehen“, sagte Trainer Uwe Neuhaus also. Diese Einstellung hatte die Mannschaft im Wildparkstadion lange Zeit vermissen lassen.

Die gesamte Mannschaft? Nicht ganz. Ein Spieler versuchte in vorderster Front, sich der drohenden Niederlage entgegenzustemmen. Einer, der beim Aufsteiger bislang über die Rolle des Edeljokers nicht hinausgekommen ist. Und der nun in Karlsruhe erneut gezeigt hat, wie wertvoll er für den Aufsteiger sein kann. Dabei hätte er auch beim KSC eigentlich gar nicht von Anfang an spielen sollen. „Kenan Sahin hat noch nicht die Kraft für 90 Minuten“, erklärte Neuhaus. Durch den grippalen Infekt von John Jairo Mosquera bekam der 25-Jährige nun doch eine Chance von Beginn an. Er hat sie genutzt.

Sahin selbst stellte das Abschneiden der gesamten Mannschaft in den Vordergrund. „Leider haben wir das Tor zum Ausgleich nicht mehr gemacht“, sagte der Stürmer. Nachdem er den durch Torsten Mattuschka verwandelten Foulelfmeter rausgeholt und einen Treffer selbst erzielt hatte. Fünf Tore hat Sahin nun auf dem Konto. „Meine Leistungen in den vergangenen Spielen waren sicher nicht verkehrt“, ließ er bereits wissen. Er sagt aber auch, dass die Mannschaft gut funktioniert, und es bislang keinen Grund gab, etwas zu ändern.

Das könnte sich in den noch fünf ausstehenden Liga-Spielen dieses Jahres ändern. Denn sollte Mosquera bis zum Duell gegen Kaiserslautern wieder fit werden, wovon auszugehen ist, stellt sich die Frage, wer dann neben dem Kolumbianer stürmen darf: Sahin oder Karim Benyamina? Sahin zumindest schickt sich an, Unions Torjäger der vergangenen Drittliga-Saison (16 Treffer) langsam aber sicher den Rang abzulaufen.

„Der Trainer weiß, was ich kann“, antwortet Sahin stets auf die Frage, ob er durch seine Leistungen nun näher an die Stammelf herangerückt ist. Zumindest auf das Engagement seines Angreifers kann sich die sportliche Leitung verlassen.