Noch einmal wurde der Ball hoch und weit nach vorn geschlagen, dann waren auch die vier Nachspielminuten im Wildparkstadion vorbei. Und die dritte Saisonniederlage des 1. FC Union besiegelt. Wobei nicht unbedingt das 2:3 beim Karlsruher SC den Berliner Fußball-Zweitligisten schmerzte, sondern vielmehr die Art und Weise, wie die Pleite zustande gekommen war. Uwe Neuhaus brachte es auf den Punkt. „In der ersten Halbzeit habe ich meine Mannschaft nicht wiedererkannt“, erklärte Unions Trainer.
Die Partie war erst gut eine halbe Stunde alt, da war sie vor 17.235 Zuschauern praktisch auch schon entschieden. „Weil wir alles vergessen haben, was wir uns vorgenommen hatten“, sagte Neuhaus. Die Enttäuschung war in seiner Stimme nicht zu überhören. Denn ausgerechnet jene Mannschaft, die ihre Fans schon so oft mit Leidenschaft mitgerissen hatte, ließ sich von den bislang so enttäuschenden Karlsruhern vorführen. Keine Laufbereitschaft, indiskutables Zweikampfverhalten – schon lagen die Berliner 0:3 zurück.
Nach 14 Minuten hatte Alexander Iaschwili steil auf Anton Fink gespielt, der legt den Ball im Strafraum quer auf den völlig freistehenden Michael Blum – 0:1. Auch bei den Toren zwei und drei war die Abwehr nicht im Bilde. Erst tanzt Fink Innenverteidiger Christian Stuff aus und versucht es einfach mal aus 18 Metern – der Ball geht vom rechten Innenpfosten zum 0:2 ins Tor (24.). Acht Minuten später besorgt Fink mit einem überlegten Lupfer über den aus seinem Kasten eilenden Union-Schlussmann Jan Glinker hinweg das 0:3.
Hoffnung durch Kenan Sahin
„Dass wir in der zweiten Halbzeit noch mal die Chance zum Ausgleich bekommen sollten, hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr erwartet“, sagte Neuhaus. Der Trainer hatte für den erkrankten Patrick Kohlmann Michael Parensen von Beginn an links in die Viererabwehrkette gestellt, Kapitän Marco Gebhardt kehrte dafür in die Startelf zurück, ebenso wie Macchambes Younga-Mouhani nach seiner Gelbsperre. Und wie Kenan Sahin, der John Jairo Mosquera (Grippe) im Angriff ersetzte.
Es war der 25-Jährige, der wieder Hoffnung auf zumindest einen Punkt weckte. Dem 1:3 durch Torsten Mattuschkas Foulelfmeter (49.) ging ein Foul von Marco Engelhardt an Sahin voraus, der Karlsruher hatte den Unioner einfach umgerissen. Das 2:3 besorgte Sahin selbst, mit Köpfchen nach einem Mattuschka-Freistoß (70.). Später hätten Sahin (72.) und Benyamina (74.) die dritte Saisonniederlage sogar noch verhindern können.



