Felix Neureuther, Claudia Pechstein und Fritz Dopfer haben im Riesenslalom olympisches Edelmetall verpasst. Bei den Winterspielen von Sotschi fuhr Neureuther am Mittwoch nur fünf Tage nach seinem Autounfall auf Platz acht – 0,59 Sekunden fehlten zu Bronze. Dopfer kam auf Rang zwölf. Olympiasieger wurde Weltmeister Ted Ligety. Der US-Skirennfahrer lag 0,48 Sekunden vor dem Franzosen Steve Missilier. Dessen Landsmann Alexis Pinturault belegte Platz drei. Stefan Luitz hatte im ersten Durchgang trotz Klasse-Zeit am letzten Tor eingefädelt.
Nach dem ersten Lauf hatte Neureuther als Achter nur 0,16 Sekunden Rückstand auf Platz drei. „Es ist Wahnsinn, dass ich heute starten kann, der erste Durchgang war wirklich super“, hatte er sich da noch optimistisch gezeigt. „Was mein Physio Martin Auracher die letzten zwei Tage vollbracht hat, ist ein kleines Wunder“, so Neureuther im ZDF. Er hatte sich ein Schleudertrauma, einen gezerrten Bandapparat im Halswirbelbereich und zwei geprellte Rippen zugezogen.
Auch die deutschen Langläufer wurden beim olympischen Teamsprint vom Pech verfolgt. Auf dem Weg zur sicheren Medaille stürzte am Mittwoch in Krasnaja Poljana Tim Scharnke nach der letzten Abfahrt. Am Ende wurden er und Hannes Dotzler Siebte. Die deutsche Teamleitung legte Protest gegen die Wertung ein. Dieser wurde von der Jury abgewiesen, weil sie keinen Regelverstoß erkannte.
Zuvor hatte das deutsche Damen-Duo Stefanie Böhler und Denise Herrmann Bronze nur um 1,15 Sekunden verpasst. Herrmann musste auf der Schlussgeraden Schweden an sich vorbeiziehen lassen. „Wir haben den vierten Platz gewonnen und Bronze nicht verloren“, sagte Böhler tapfer. Olympiasieger wurden bei den Herren Finnland und bei den Damen Norwegen.
Ebenfalls einen vierten Platz fuhr am zwölften Wettkampftag Patrick Bussler ein. Er verpasste im Parallel-Riesenslalom die erste Olympia-Medaille eines deutschen Snowboarders nur knapp. Im Duell um Platz drei unterlag Bussler dem Slowenen Zan Kosir. Gold holte für Russland der gebürtige Amerikaner Vic Wild. Bei den Damen siegte die Schweizerin Patrick Kummer. Selina Jörg schied als beste Deutsche nach einem Sturz im Achtelfinale aus.
Claudia Pechstein hat ihre zehnte Olympia-Medaille verpasst. Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin belegte am Mittwoch über 5000 Meter in 6:58,39 Minuten nur den fünften Platz. Die tschechische Vancouver-Olympiasiegerin Martina Sablikova holte in 6:51,54 Minuten bereits das dritte Olympia-Gold ihrer Karriere. Silber ging an Ireen Wüst (Niederlande/6:54,28) vor ihrer Teamkollegin Carien Kleibeuker (6:55,66). Die Vancouver-Zweite Stephanie Beckert aus Erfurt wurde Achte, Bente Kraus (Berlin) landete auf Rang elf.
Inzwischen hat Deutschland die Führung im Medaillenspiegel wieder abgeben müssen. Zurzeit führt Norwegen für Deutschland.
Seit 14.30 Uhr messen sich die Eisschnellläuferinnen auf der 5000-Meter-Strecke. Mit dabei ist auch Stephanie Beckert, die vor vier Jahren in Vancouver Silber über diese Strecke gewann. Claudia Pechstein kämpft im ihre letzte Medaillenchance.
Von 17.15 bis 19.20 stehen dann die Läufe drei und vier der Zweiterbob-Konkurrenz der Frauen auf dem Programm. Hier stehen die Medaillenchancen gut: Die deutschen Pilotinnen Cathleen Martini, Anja Schneiderheinze und Sandra Kiriasis gehören alle drei zur Weltspitze.

