Olympia

Hotel-Chaos in Sotschi – Putin-Portrait steht, Fußboden fehlt

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Foto: Michael Kappeler / dpa

In Sotschi haben es viele Hotels nicht geschafft, pünktlich zum Beginn der Olympischen Winterspiele mit den Vorbereitungen fertig zu werden. Auf Twitter schicken Journalisten skurrile Beweisfotos.

Wer auf eine Dienstreise geht, darf in seinem Hotel keinen Luxus erwarten. Ist doch klar: Man ist schließlich zum Arbeiten unterwegs und nicht zum Vergnügen, braucht also weder goldene Wasserhähne noch Bettwäsche aus feinstem Damast. Doch ein paar grundlegende Dinge, die braucht man schon. Ein eigenes Zimmer zum Beispiel, oder vielleicht eine funktionierende Toilette. Und fließendes Wasser, nun ja, das wäre auch nicht verkehrt.

Die Journalisten aus aller Welt, die in den vergangenen Tagen im russischen Sotschi eingetrudelt sind, haben teilweise jedoch nicht einmal das. Viele Hotels sind nicht pünktlich fertig geworden – und das, obwohl es sich um die teuersten Olympischen Spiele aller Zeiten handelt. Über den Kurznachrichtendienst Twitter schicken die Reporter nun meist mit gewisser Belustigung (Foto-)Beweise von allem, was irgendwie anders oder gleich gar nicht funktioniert: Etwa der TV-Sender CNN hatte laut Reporter Harry Reekie elf Zimmer für sein Team reserviert, doch nur eines davon war beziehbar. Journalistin Stacy St. Clair von der US-Zeitung „Chicago Tribune“ musste zunächst ganz ohne und dann mit gelb-bräunlichem Leitungswasser vorliebnehmen. Wie sie später schrieb, riet ihr das Hotelpersonal vorsorglich dazu, es besser nicht für das Gesicht zu benutzen.

Und zwei Berichterstatter der „Bild“-Zeitung ließen sich vor ihrem Heizkörper ablichten, der leider in rund 2,50 Metern Höhe montiert ist – und damit so hoch, dass man ihn nur mit Trittleiter bedienen kann.

Unzählige weitere Beispiele und Fotos sammelt die Twitterseite @SochiProblems – mit zum Teil absurder Tendenz: Kevin Bishop von der britischen BBC schreibt, dass die Rezeption seines Hotels keinen Fußboden habe. Dafür stehe aber ein golden gerahmtes Foto von Kremlchef Wladimir Putin auf dem Tresen. Und das Zimmer eines Korrespondenten einer polnischen Sportzeitung hatte nicht einmal ein Bett. Naja, wie heißt es so schön: andere Länder andere Sitten. Und ein Tag bis zum Start der Spiele ist ja auch noch Zeit. pau