Olympia 2012

Geplagte Wasserspringer mit Medaillenhoffnung

Patrick Hausding und Sascha Klein wollen trotz aller Schmerzen wieder eine Medaille gewinnen. Sie sind nicht einzigen Verletzten im Team.

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Die Verletzungen und Schmerzen werden ausgeblendet, Deutschlands Wasserspringer Patrick Hausding und Sascha Klein wollen allen Problemen zum Trotz am Montag vom Turm wieder eine olympische Medaille gewinnen. „Wir sind das einzig verbliebene Synchronpaar von Peking und verfügen über entsprechende Erfahrung. Das ist ein Vorteil. Wir haben wieder eine Chance“, sagt Hausding, und Synchronpartner Klein fügt hinzu: „Eine erneute Medaille ist ein realistisches Ziel.“

Vor vier Jahren waren die beiden ebenso zu Silber gesprungen wie bei der WM im Vorjahr in Shanghai. Doch die Vorbereitung auf London lief alles andere als optimal. Hausding, der ohnehin mit langwierigen Knie- und Schulterproblemen zu kämpfen hatte, knickte auch noch im Olympischen Dorf um. Klein zwickt es schon länger im Ellbogen. Zudem hatte der 26-Jährige im Februar bei einem Wettkampf in Rostock beim dreieinhalbfachen Auerbachsalto mit den Füßen die Plattform touchiert und war dann waagerecht ins Wasser geknallt.

Doch rechtzeitig zu Olympia sind die Probleme weitgehend ausgestanden. „Toi, toi, toi. Jetzt passt alles soweit. Unsere Springer wissen mit dem Schmerz umzugehen“, sagt Lutz Buschkow, Leistungssportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) und Sprung-Bundestrainer in Personalunion.

Als sich die Verletzungen im Lager der Mannschaft im Frühsommer gehäuft hatten, war es Buschkow mulmig geworden. „Aber jetzt ist alles im grünen Bereich“, sagt er: „Wir haben ein kleines, schlagkräftiges Team, das zum deutschen Medaillensegen beitragen kann.“

Team mit vielen Patienten

Bei Olympia vor vier Jahren hatten die Wasserspringer besonders im Blickpunkt gestanden, als Ditte Kotzian und Heike Fischer mit Bronze im Synchronspringen vom 3-Meter-Brett für die erste deutsche Medaille in Peking sorgten. Ein Ergebnis wie 2008 ist wieder das Ziel, soll heißen: zwei Medaillen. Gold in den acht Entscheidungen wird zum Großteil für die Sprung-Künstler aus China reserviert sein. Die besten Chancen auf Edelmetall haben die fünfmaligen Europameister Klein und Hausding vom Turm.

Die Synchronpartner sind übrigens nicht die einzigen Patienten im deutschen Team. Der Dresdner Martin Wolfram wurde lange Zeit von einer Handgelenksverletzung gestoppt, Christin Steuer aus Riesa musste wegen einer Sehnenentzündung ihren Ellbogen im Training verbinden, und der Leipziger Stephan Feck brach sich kürzlich beim Fußballspielen den großen Zeh.

Die Olympia-Teilnahme von Maria Kurjo grenzt schon fast an ein Wunder. Die 22 Jahre alte Berlinerin war vor zwei Jahren mit dem Kopf auf die Plattform des Turms geprallt und bewusstlos ins Wasser gestürzt.