Die Scheu vor der Kamera war nicht sehr groß. Immerhin sind Katrin Holtwick und Ilka Semmler es gewohnt, in knappem Outfit vor Publikum zu bestehen. Die Berlinerinnen gehören zu den weltbesten Beachvolleyballspielerinnen und der Bikini ist quasi ihre Arbeitskleidung.

Jetzt tauschte das Erfolgs-Duo für ein paar Stunden den Strand gegen ein Fotostudio, um neue Werbeaufnahmen zu machen, denn die Nationalspielerinnen sind die neuen Testimonials der internationalen Kampagne des Bodywear-Herstellers Mey. Damit treten sie in die Fußstapfen von Biathlon-Star Magdalena Neuner .

Starfotografin Gabo hat die beiden Athletinnen aus der Hauptstadt ins rechte Licht gerückt, und die drei Frauen hatten mächtig Spaß.

Der große Traum vom Olympia-Start

„Es war eine grandiose Erfahrung mit solch einer Starfotografin wie Gabo zu arbeiten. Das Shooting für die neue Mey-Kampagne hat sehr viel Spaß gemacht. Es war schön, mal wieder vor der Kamera zu stehen“, sagt Ilka Semmler. Und Katrin Holtwick ergänzt: „Die Fotos können sich ja durchaus sehen lassen.“

In der Tat machen die beiden Berlinerinnen eine Top-Figur. Müssen sie auch, wenn sie sich in diesem Jahr ihren großen Traum vom Start an den Olympischen Spielen in London verwirklichen wollen. Derzeit sieht es für das Duo, das hinter Sara Goller/Laura Ludwig (Berlin) die deutsche Nummer zwei ist, gut aus.

Manager frohlockt

„Nach jetzigem Stand sind Katrin und Ilka in London mit dabei“, frohlockt ihr Manager Marc Stöckel. Aber die Qualifikation nimmt erst im Frühjahr Fahrt auf. Acht Turniere stehen noch aus, bei denen dem Berliner Duo der Olympia-Startplatz streitig gemacht werden könnte.

Deshalb konzentrieren sich die Studentinnen der Rehabilitationspädagogik zurzeit auf die Saisonvorbereitung. „Denn wir müssen jetzt die Grundlagen legen“, erklärt Semmler. Im Winter werden die Meister gemacht, lautet ein Motto im Beachvolleyball. Es gilt, Kondition zu bolzen und die Abstimmung zu perfektionieren. Statt Sonne und Strand werden im nasskalten Berlin Gewichte gestemmt.

Schöne Abwechselung

„Da war das Fotoshooting eine schöne Abwechslung“, sagt Holtwick. Im Februar geht es für das Duo in die Sonne Griechenlands ins Trainingslager. Anschließend wird noch auf Fuerteventura, in Los Angeles und Rio de Janeiro geübt. In Brasilien startet dann Mitte April auch die Turniersaison.

Die Reisen und ihre Trainer müssen die Athletinnen zu etwa 80 Prozent aus eigener Tasche bezahlen. Die Belastung beträgt rund 100.000 Euro pro Jahr. Da kommt der Vertrag mit Mey gerade recht. Höfel jedenfalls sagt: „Ilka und Katrin sind für die Olympia-Saison gut aufgestellt.“