++++ Axel Teichmann kann bei der Entscheidung der Langläufer in der Doppelverfolgung am Samstag (22.30 Uhr/MEZ) in Whistler nicht starten. Wie Bundestrainer Jochen Behle am Freitag bekanntgab, musste Teichmann drei Tage wegen einer Erkältung Antibiotika einnehmen. „Ein Start kommt da definitiv zu früh“, sagte Behle. Für den Bad Lobensteiner wird der Oberwiesenthaler Tom Reichelt die Doppelverfolgung bestreiten. Teichmann hatte zum Auftakt der olympischen Wettbewerbe über 15 Kilometer im klassischen Stil den 44. Platz belegt. In der Doppelverfolgung galt der Thüringer als Medaillenkandidat. „Olympia und Axel bleibt also eine unendliche Geschichte“, sagte der Oberhofer Stützpunkttrainer Cuno Schreyl. 2006 hatte Teichmann wegen einer entzündeten Haarwurzel die Winterspiele in Turin verpasst.++++
++++ Der Streit um die neue Skibindung von Skisprung-Olympiasiegers Simon Ammann aus der Schweiz ist vom Internationalen Ski-Verband Fis beendet worden. Die FIS erklärte am Rande der Qualifikation für das Springen auf der Großschanze, dass die Bindung regelkonform sei. „Es ist alles in Ordnung“, hatte Ammann bereits vor der Qualifikation gesagt. Ob der Österreichische Ski-Verband (ÖSV) dennoch an seinem geplanten Protest festhält, war zunächst unklar. Nachdem der Schweizer Ammann im Probesprung mit 142 m erneut die mit Abstand größte Weite gesprungen war, hatte er seine Bindungs-Innovation im Materialcontainer zehn Minuten lang von der Jury begutachten lassen. Sandro Pertile (Italien), Donald Grady (Kanada) sowie Geir Steinar Löng (Norwegen) hatten daran offenbar ebensowenig etwas auszusetzen wie der Chef der Materialkommission Sepp Gratzer (Österreich). Den Streit um Ammanns neues Bindungssystem hatten die Österreicher ausgelöst, nachdem sie im Springen von der Normalschanze von Ammann besiegt worden waren. ++++
++++ Zwei Tage nach dem mühsamen 2:0-Auftaktsieg gegen die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat sich Olympiasieger Schweden auch gegen den zweiten Außenseiter schwer getan. Das Team um die Lokalmatadoren Daniel und Henrik Sedin besiegte in seinem zweiten Vorrundenspiel beim olympischen Turnier in Vancouver Weißrussland mit 4:2 und nahm nur mit viel Mühe Revanche für die peinliche Viertelfinalpleite vor acht Jahren in Salt Lake City. Daniel Sedin von den Vancouver Canucks brachte den achtmaligen Weltmeister bereits in der siebten Minute nach Zuspiel seines Zwillingsbruders Henrik in Führung. Daniel Alfredsson von den Ottawa Senators in Überzahl (10.) und Johan Franzen von den Detroit Red Wings (30.) erhöhten auf 3:0. Alexander Kulakow (35.) und Dimitri Meleschko (52.), zwei der zwölf Spieler des Spengler-Cup-Siegers Dynamo Minsk im weißrussischen Team, machten die Partie wieder spannend. Die 16.000 Fans im Canada Hockey Place feuerten daraufhin den Außenseiter mit lauten „Belarus, Belarus“-Rufen an. Erneut Alfredsson sorgte zehn Sekunden vor Schluss für die Entscheidung (60.). ++++
++++ Der Schweizer Beat Hefti kann nicht am Rennen im Zweierbob teilnehmen. Der vierfache Weltcup-Saisonsieger zog sich bei seinem Trainingssturz am Mittwoch eine Gehirnerschütterung zu und fällt für den Wettbewerb am Samstag und Sonntag aus. Das teilte der Schweizer Bob-Verband am Freitag mit. Damit fehlt bei den Rennen im Eiskanal von Whistler ein Hauptkonkurrent des Oberhofers André Lange um Olympia-Gold. Ob Hefti in der kommenden Woche am Rennen im Viererbob antreten kann, war zunächst unklar. Im großen Schlitten soll Hefti den Bob von Ivo Rüegg als Anschieber verstärken. ++++
++++ Bronzemedaillen-Gewinner bei Olympischen Spielen sind öfter zufrieden als zweitplatzierte Athleten. Dies ist das Ergebnis einer Studie von Pyschologen der Northwestern University’s School of Management in Illinois. „Es hat mit dem Phänomen des kontrafaktischen Denkens zu tun, mit dem Umgang mit der ’Was wäre, wenn’-Frage“, erklärte die beteiligte Forscherin Victoria Medvec in einem Interview mit der kanadischen Tageszeitung Globe and Mail: „Im Durchschnitt sind Gewinner von Bronze glücklicher als die Silbermedaillen-Gewinner. Sie denken häufiger, dass sie wenigstens eine Medaille gewonnen haben, und das erzeugt und steigert Zufriedenheit. Athleten auf Platz zwei dagegen trauern oft vergebenen Chancen auf Gold nach und beeinträchtigen damit die eigene Freude.“ Medvecs kanadischer Kollege Saul Miller misst außerdem den Erwartungen von Sponsoren, Medien, Teamkollegen und Fans einen großen Einfluss auf die persönliche Zufriedenheit von Medaillengewinnern zu. „Die olympischen Slogans stellen immer die Teilnahme über den Erfolg. Aber gerade bei Olympia ist das immer der größte Mist.“ ++++
++++ Der Deutsche Curling-Verband (DCV) fordert einschneidende Regeländerungen, um die Sportart attraktiver für Medien und Werbekunden zu machen . „Curling erscheint manchmal viel zu langwierig und langweilig. Wir sollten ein Match auf acht Ends verkürzen, um so eine aggressivere Spielweise zu erzwingen“, sagte Sportdirektor Ralph Schneider im Vancouver Centre. „Wir haben ein Problem mit der Länge des Spiels. Gerade den jungen Menschen ist das nicht aufregend genug“, sagte Schneider, der allerdings befürchtet, beim Weltverband WCF auf taube Ohren zu stoßen: „Die kanadische Lobby ist zu stark.“ Momentan wird ein Spiel über zehn Ends gespielt und dauert bis zu drei Stunden. ++++
++++ Die slowenische Langläuferin Petra Majdic hat bei den Winterspielen in Vancouver mit vier gebrochenen Rippen und einem Lungenfellriss die Bronzemedaille im Sprint geholt. Das ergab eine Untersuchung am Donnerstag. Die 31 Jahre alte Topfavoritin war beim Warmlaufen auf der völlig vereisten Piste im Whistler Olympic Park in einer Kurve gestürzt, mehrere Meter einen Abhang hinuntergefallen und gegen einen Baum geflogen. Majdic trat trotz starker Schmerzen zur Qualifikation an, kam als 19. unter die Top 30 und erkämpfte danach die erste slowenische Medaille in einem olympischen Langlaufwettbewerb. Nach dem Finale musste Majdic von zwei Betreuern zum Siegertreppchen geführt werden. Für diese außergewöhnliche Leistung soll Majdic goldenen Staatsorden für besondere Verdienste ihres Heimatlandes erhalten. „Sie hat gezeigt, welcher Kampfgeist und Stehvermögen möglich und notwendig sind, um ein Sportziel zu erreichen. Es ist ein einmaliger Erfolg für den ganzen slowenischen Sport“, sagte Staatspräsident Danilo Türk. Weitere Olympiastarts sind für Majdic wegen der schweren Verletzungen nicht mehr möglich. Der slowenische Verband erwägt eine Klage gegen die Olympia-Organisatoren, weil die Unfallstelle nicht abgesichert gewesen sei. ++++
++++ Olympiasiegerin Magdalena Neuner steht an der Spitze der deutschen Biathleten bei den Massenstartrennen am Sonntag . Neben Neuner qualifizierten sich bei den Frauen Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Simone Hauswald für die letzte Einzelentscheidung der olympischen Biathlon-Wettkämpfe. Bei den Männern schafften Michael Greis, Arnd Peiffer, Andreas Birnbacher und als Vorletzter der Rangliste auch noch Christoph Stephan den Sprung unter die für den Wettbewerb zugelassenen besten 30. Laut Reglement genießen alle bisherigen Medaillengewinner dieser Winterspiele persönliches Startrecht in den Wettbewerben am Sonntag. Dahinter werden alle nicht über die Medaillengewinner-Regel qualifizierten Top 15 der Weltrangliste gesetzt. Die restlichen Startplätze bis 30 werden auf der Basis einer Punkteliste der bisherigen olympischen Rennen von Whistler vergeben. ++++
Lesen Sie am Samstag in der Tageszeitung "Die Welt" warum Deutschlands Biathlon-Männer nicht nur am Schießstand enttäuschen.
++++ Der Weltverband FIBT hat auf die zahlreichen Stürze im Training zum Zweierbob-Wettbewerb bei den Olympischen Spielen reagiert und zwei zusätzliche Probefahrten für die Frauen und den Viererbob der Männer angesetzt . Durch die zusätzlichen Läufe sollen die Starter mehr Sicherheit auf dem Hochgeschwindigkeitskurs im Whistler Sliding Centre gewinnen. Die Zahl des Zweierbob-Trainings konnte aufgrund des Zeitplans nicht erhöht werden. In den ersten vier Trainingsläufen mit dem kleinen Schlitten stürzten insgesamt elf Athleten, darunter Karl Angerer (Königssee). Ernste Verletzungen blieben zum Glück aus. ++++
++++ Der ehemalige Vierer-Europameister Janis Minins muss auf seinen Start beim olympischen Zweierbob-Wettbewerb verzichten . Der Lette erhielt nach einer vor ein paar Tagen durchgeführten Blinddarm-Operation vom Arzt Startverbot. Das gab die lettische Teamsprecherin Marita Vilcina bekannt. Möglicherweise kann er aber mit dem großen Schlitten noch an den Start gehen. ++++
++++ Für Pechvogel Robert Lehmann sind die Winterspiele schon nach dem ersten Einsatz beendet . Den Eisschnellläufer aus Erfurt plagt eine leichte Bronchitis , er muss Antibiotika einnehmen und wird weder über 1500 noch über 10.000 Meter an den Start gehen. Über 5000 m hatte er den 26. Platz belegt. ++++
++++ Die deutschen Bob-Piloten haben ihre hohen Ambitionen bei den Olympischen Winterspielen im Zweier-Training untermauert . Vize-Weltmeister Thomas Florschütz (Riesa) fuhr im vierten Training Bestzeit vor dem Kanadier Lyndon Rush. Der dreimalige Olympiasieger Andre Lange (Oberhof) wurde Vierter, Karl Angerer (Königssee) landete im Whistler Sliding Centre auf Platz zehn. Im dritten Training lag das deutsche Trio mit Florschütz (Zweier), Lange (Dritter) und Angerer (Vierter) nur hinter Rush. Zudem testeten die deutschen Piloten noch am Material. Die vier Trainingsläufe auf der schnellsten Eisbahn der Welt wurden von insgesamt elf Stürzen überschattet. Der Schweizer Europameister Beat Hefti musste wegen Hautabschürfungen und Prellungen am gesamten Körper sogar auf die Trainingsläufe drei und vier verzichten. ++++
Lesen Sie am Samstag in der Tageszeitung "Die Welt" über den einzigen deutschen Schiedsrichter beim olympischen Eishockey-Turnier.
sid/dpa/jr





