Marten Winkler zog in der 59. Minute die Flanke scharf vors Tor. Sebastian Grönning warf sich in die Luft und setzte zum Seitfallzieher an. Ein Raunen ging durch das ausverkaufte Hans-Zoschke-Stadion mit seinen 3500 Zuschauern – das wäre der spektakulärste seiner Treffer geworden. Doch ein Verteidiger klärte in letzter Sekunde. Grönning schlug hart auf dem Boden auf, die Chance verpuffte. Der Mann des Nachmittags blieb er trotzdem: Dreimal traf der 29-jährige Däne für Fußball-Zweitligist Hertha BSC – nur eben weniger spektakulär.

Auch interessant

Einiges ließ Grönning allerdings liegen. Direkt nach dem Wiederanpfiff zur zweiten Hälfte und in der 65. Minute scheiterte er aus aussichtsreicher Position am Torwart. „Ja, er hätte fünf Tore machen können“, sagte Trainer Stefan Leitl hinterher – und lobte den Stürmer dennoch: „Aber das war gut, das war wichtig.“

Auch mit dem Auftritt seiner Mannschaft zeigte sich der Cheftrainer des Hauptstadtklubs zufrieden: „Es ist wichtig, dass wir generell Tore schießen. In der ersten Hälfte haben wir unfassbar viele Tormöglichkeiten gehabt, haben die leider nicht so umgesetzt. Aber die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war gut.“

Hertha BSC: Eitschberger löst den Knoten

Vier Tage nach dem 15:0 beim Sechstligisten Frohnauer SC bezwang das Team von Leitl den SV Lichtenberg 47 mit 9:0 (3:0). Auf dem Papier und auf dem Platz war der Gegner eine Klasse stärker als Frohnau: Der Stadtnachbar landete in den vergangenen drei Spielzeiten jeweils auf Platz zwei der Oberliga Nordost.

Fussball Fussball Testspiel, SV Lichtenberg 47 - Hertha BSC Berlin
Stefan Leitl gibt an der Seitenlinie die Anweisungen – und sieht ein 9:0.© picture alliance / Foto Huebner | Foto Huebner

Leicht machten es die Gastgeber den Gästen aus dem Olympiastadion nicht. Lange rannte Hertha gegen einen tief stehenden Gegner an. Erst Julian Eitschberger löste in der 32. Minute den Knoten und traf zum 1:0. Es war der Dosenöffner, denn danach lief es für Hertha. Kevin Sessa erhöhte in der 41. Minute, Niklas Hildebrandt legte kurz vor der Pause zum 3:0 nach.

Die weiteren Treffer: 0:4 Grönning (69.), 0:5 Baermann (77., Eigentor), 0:6 Grönning (79.), 0:7 Todorović (86.), 0:8 Winkler (88.), 0:9 Grönning (89.).

Rätsel um Torwart Tjark Ernst

Auffällig war, dass Torwart Tjark Ernst erneut nicht im Kader stand. Wie schon in Frohnau konnte Leitl nicht auf den 23-Jährigen setzen, um den sich seit Wochen Transfergerüchte ranken. Dass Ernst nach dem Spiel in Frohnau nun auch in Lichtenberg fehlte, nannte Leitl ein Missverständnis. Dann sagte er mit einem Lachen: „Am Samstag wird er spielen.“ Dann tritt Hertha bei Lok Leipzig an (15 Uhr).

Auch interessant

Und die Neuzugänge? Bislang Fehlanzeige. „Bald wird etwas kommen, davon gehe ich aus“, sagte Leitl. „Schön wäre, wenn es Richtung Trainingslager passiert.“