Peter Görlich ließ keine Zweifel. „Wenn man sich für jemanden entscheidet und das auch so publik macht, durchaus gegen die eine oder andere kritische Stimme, dann ist so was auch fix“, hatte der Geschäftsführer von Hertha BSC vor ziemlich genau einer Woche bei Sky erklärt und dabei auf seine im April ausgesprochene Jobgarantie für Cheftrainer Stefan Leitl Bezug genommen.

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Der Entscheider des Berliner Fußball-Zweitligisten hatte entschieden, nur die kritischen Stimmen sind nach dem 1:6 in Bielefeld mehr und lauter geworden. Nach dem Debakel riefen sie aus dem Gästeblock „Leitl raus“.

Hertha BSC: Trainer Stefan Leitl brachte Stabilität, aber zuletzt keine Entwicklung

Es mag wie ein branchenüblicher Reflex wirken, den Coach nach dem desaströsen Ende einer enttäuschenden Saison zu wechseln. Görlich schien sich gegen diesen Reflex wehren zu wollen, um wenigstens auf einer Schlüsselposition Kontinuität walten zu lassen, wenn schon dem Kader ein Umbruch bevorsteht.

Doch damit steckt der Klub in einem schwerwiegenden Zwiespalt. Nicht erst wegen der Abreibung auf der Alm geht Leitl, sollte er bleiben, als beschädigter Trainer in die neue Saison. Nach 15 Monaten im Amt gelang dem Coach zunächst die Stabilisierung einer taumelnden Truppe in einem unruhigen Umfeld. Auch eine energetische Impulsübertragung auf das Team machten die Verantwortlichen aus.

In der ernüchternden Rückrunde, die statt in der Bundesliga auf Tabellenrang sieben endet, scheint die Entwicklung rückläufig – auch wegen mannschaftlicher Totalausfälle wie beim 2:5 in Paderborn oder am Sonntag in Bielefeld. Vor diesem Hintergrund würde Leitl die Trainerdiskussion in die neue Saison begleiten.

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Immer Hertha – Mit Vollbruch in den Umbruch
Immer Hertha
 

Görlichs Dilemma ist ein kommunikatives. Gibt er dem Druck der Fans nach, müsste er die 180-Grad-Wende nach seinem jüngsten Bekenntnis zu Leitl erklären – und sich Wankelmütigkeit vorwerfen lassen. Kritiker würden einwenden, ein „Weiter so“ auf dem Trainerstuhl wäre eine Fahrlässigkeit.

Verlierer, so viel ist nach der schlimmsten Niederlage der vergangenen drei Zweitligajahre klar, gab es in Bielefeld nicht nur auf dem Platz.