Schon der Blick auf den Aufstellungsbogen verriet, dass es für Hertha BSC langsam ernst wird. Denn Cheftrainer Stefan Leitl bot beim Testspiel gegen Standard Lüttich (2:3) am Freitagnachmittag in Albufeira eine Startelf auf, die große Ähnlichkeit mit der Personalformation haben dürfte, die am 17. Januar zum Rückrundenauftakt des Berliner Fußball-Zweitligisten gegen Schalke 04 gefordert sein dürfte.

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Einzig Marton Dardai fehlte überraschend in der ersten Elf. Der Innenverteidiger war genau wie Maurice Krattenmacher kurzfristig erkältet. Ansonsten bot Leitl jene Stammspieler auf, mit denen in der zweiten Saisonhälfte ein erfolgreicher Kampf um die Aufstiegsränge geführt werden soll.

Doch die Generalprobe am Ende des Trainingslagers an der Algarve schlug fehl – wegen individueller Fehler und eines Treffers kurz vor Spielende.

Hertha BSC geht gegen Standard Lüttich in Führung

„Ich bewerte Testspiele nicht über. Die Platzverhältnisse waren für beide Mannschaften extrem schwierig. Beide Teams haben das Beste draus gemacht“, resümierte Leitl.

Die Berliner waren schon in der 4. Minute in Führung gegangen. Ein ansehnlich herausgespielter Konter, bereits in der Hinrunde ein bewährtes wie erfolgreiches Stilmittel, führte zur Führung. Per Doppelpass mit Kennet Eichhorn verschaffte sich Kapitän Fabian Reese Platz auf der linken Außenbahn und fand mit seiner flachen Hereingabe Michael Cuisance.

Der französische Spielgestalter narrte einen Gegenspieler und traf zum 1:0. Ein Vorsprung mit geringer Halbwertszeit, postwendend nutzte der belgische Erstligist einen Berliner Patzer zum Ausgleich.

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Immer Hertha – Special Guest: Toni Leistner
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Linus Gechter, der anstelle des gegen Schalke gesperrten Toni Leistner in die Innenverteidigung rückte, spielte den Ball unter Bedrängnis in die Füße von Lüttichs Marco Ilaimaharitra. Der nutzte den Platz am Strafraumrand und erzielte in der 5. Minute das 1:1.

Dudziak erzielt Ausgleichstor

Der Hauptstadtklub behielt zunächst die Kontrolle gegen den Klub aus dem Nachbarland, der einst wie Hertha zum Fußballgeflecht des mittlerweile in Insolvenzen verstrickte US-Investors „777 Partners“ gehörte und sich mit dem Verein aus Westend unter der Woche Teamhotel und Trainingsplatz geteilt hatte. Allerdings schoss Lüttich das nächste Tor.

Ein von Casper Nielsen gewaltvoll getretener Freistoß fand seinen Weg aus 18 Metern zentraler Position durch die Berliner Mauer hindurch und an Keeper Tjark Ernst vorbei ins Tor (33. Minute). Zudem wurde Stürmer Luca Schuler zum selben Zeitpunkt von Trainer Leitl ausgewechselt.

„Er hat mir den Eindruck gemacht, dass er nicht ganz auf der Höhe ist, vielleicht in Form von Müdigkeit. Dann gehe ich kein Risiko ein“, begründete Leitl im Nachgang die Herausnahme. „Es geht darum, wie intensiv wir Fußball spielen, auch auf schlechten Bodenverhältnissen. Das hat mir in der ersten Phase nicht so gefallen.“

Immer wieder hatten beide Mannschaften ihre Mühe mit dem holprigen Geläuf im städtischen Stadion. Schuler war die Unzufriedenheit über die Auswechslung dennoch anzumerken.

Im Verlauf der zweiten Hälfte häuften sich die Wechsel, die übrigen Spieler aus dem mit an den Atlantik gereisten Kader bekamen ihre Einsatzzeit. Zu ihnen gehörte auch Jeremy Dudziak, der seit dem Herbst wieder zum Profiteam der Berliner gehört, in der Zweiten Liga bislang aber nicht zum Einsatz kam.

Niederlage in der 89. Minute

Doch der Offensivspieler war zur Stelle, als Cuisance in der 70. Minute einen Befreiungsschlag im gegnerischen Strafraum blockte. Aus der Nahdistanz stellte Dudziak auf 2:2.

Zu einem versöhnlichen Ende der Zeit an der Algarve gereichte der Treffer nicht. Das inzwischen bunt zusammengewürfelte Hertha-Team gewährte dem eingewechselten Leandre Kuavita zu viel Platz, den dieser zum 3:2 nutzte (89.).

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