Ein kleines Lächeln huschte dann doch noch über das Gesicht von Stefan Leitl. Ein Punkt zum Einstand bei Hertha BSC, die Pleitenserie von vier Niederlagen in Folge gebrochen. Da war auch der neue Trainer des Berliner Fußball-Zweitligisten ein bisschen erleichtert.

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„Ich bin absolut okay mit dem, was meine Mannschaft heute gezeigt hat“, sagte der 47-Jährige. „Wir wollten aktiv sein, wollten hohe Ballgewinne steuern, das ist uns gut gelungen.“ 0:0 hieß es am Freitagabend gegen den 1. FC Nürnberg vor 41.752 Zuschauern im Olympiastadion.

Hertha BSC: Tjark Ernst ist als Nummer eins zurück im Tor

In Spiel eins nach Cristian Fiél – ausgerechnet im Duell der beiden Ex-Vereine des Spaniers – sollte die Startelf gleich mehrere Überraschungen bereithalten. Die erste zwischen den Pfosten: Tjark Ernst kehrte nach fünf Partien als Nummer zwei ins Tor der Berliner zurück.

„Es war ein Bauchgefühl, auf der Position einen Wechsel vorzunehmen nach vier Niederlagen in Folge“, erklärte Trainer Leitl seine Entscheidung für den 21-Jährigen, der nun wieder den Status der Nummer eins innehat.

Überraschung, die Zweite: Michael Cuisance saß nur auf der Bank. Für den Franzosen, der vor allem am Anfang der Saison den Unterschied machen konnte, bekam nach schwächeren Leistungen in den vergangenen Wochen eine Denkpause. Dafür bespielte Derry Scherhant den rechten Flügel.

Berliner haben die Chancen, machen aber das Tor nicht

Und dann war da noch das große Fragezeichen im Sturmzentrum. Leitl entschied sich für den erfahrenen Florian Niederlechner, der zuletzt Ende November beim 3:1 gegen den 1. FC Magdeburg getroffen hatte. „Wir wollten mit einem klaren Stürmer spielen“, sagte Leitl.

In einer auf den ersten Blick zähen ersten Hälfte waren die Berliner auch tatsächlich die Mannschaft, die offensiv in Erscheinung trat. Die Möglichkeiten von Niederlechner (15./35./43.), Scherhant (25.) und Fabian Reese (28./42.) waren allerdings nicht präzise oder zwingend genug. Das einzige Manko.

Spielerisch war die Handschrift von Stefan Leitl schon deutlich zu erkennen. Die Berliner pressten hoch, gewannen ihre Duelle und Bälle im Mittelfeld und ließen in der eigenen Defensive nichts zu. Diszipliniert und konzentriert.

Hertha-Trainer Leitl sieht Schritt in die richtige Richtung

„Gegen den Ball war es unser bestes Spiel“, konstatierte Fabian Reese. „Wir haben einen sehr guten Plan gehabt, hatten hohe Ballgewinne und eine Mentalität auf dem Platz. Es war defensiv ein Riesenschritt in die richtige Richtung. Es ist lange her, dass hier im Olympiastadion mal ein richtiges Pressing funktioniert hat. Das war Powerfußball.“

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Powerfußball, der normalerweise viel Kraft kostet. Doch auch in einer durchaus chancenarmen zweiten Hälfte ließ Hertha nicht nach. Niederlechner wurde am Pfosten geblockt (66.), Reese versuchte es noch mal per Lupfer (79.), der eingewechselte Marten Winkler von der linken Seite (87.).

„Die Möglichkeiten waren da, um in Führung zu gehen“, erklärte auch Chefcoach Leitl. „Das ist uns leider nicht gelungen. Auf der anderen Seite haben wir aber auch nichts zugelassen und das ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Hertha BSC bleibt zum vierten Mal in dieser Saison ohne Gegentor

Es war erst das vierte Mal in dieser Saison, dass der Hauptstadtklub ohne Gegentor blieb. Abgesehen von zwei harmlosen Versuchen durch Stefanos Tzimas (46.) und Berkay Yilmaz (84.) bekam Tjark Ernst nichts zu tun.

„Das ist jetzt auch der Maßstab für die nächsten Wochen“, sagte Herthas zurückgekehrter Stammkeeper. „Dass noch nicht alles funktioniert, ist auch klar, kurze Woche, neuer Trainer, da prasselt dann schon viel auf einen ein. Nichtsdestotrotz haben wir gesehen, was geht, wenn man intensiv gegen den Ball arbeitet.“

Zum Gesamteindruck der Partie gehörte aber auch, dass Nürnberg wenig einfiel. Die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose wartete auf Kontergelegenheiten, beteiligte sich sonst eher selten daran, den Unterhaltungswert zu steigern.

Lange Trainingswoche für Leitl und sein Team

„Wir wussten, dass es ein Geduldsspiel wird“, erklärte auch Sportdirektor Benjamin Weber. „Wir waren sehr wachsam, haben es gut verteidigt. Wir waren das ganze Spiel sehr aufmerksam, haben sehr gut gearbeitet.“

Die Leistung gegen Nürnberg wird nun die Grundlage sein, auf der in den kommenden Wochen aufgebaut werden muss. Nach einer kurzen Kennlernphase liegt eine lange Trainingswoche vor Leitl und seinem Team. Die nächste Aufgabe wartet erst am Sonntag (2. März) bei der SV Elversberg (13.30 Uhr, Sky).

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