Es sind keine beruhigenden Nachrichten, die in diesen Tagen die Runde machen. Bei 777 Partners, dem Investor von Hertha BSC, rumort es ordentlich. Wie das Investigativ-Portal „Josimarfootball“ am Freitagabend berichtete, wurden die CEOs Josh Wander und Steve Pasko von ihren Ämtern im Vorstand des Private-Equity-Unternehmens entbunden.

Grund für diesen Schritt ist die finanzielle Schieflage, in die sich 777 gebracht hat. Es wird von Zahlungsschwierigkeiten berichtet – und von Insolvenzspezialisten, die nun die Führung des Unternehmens übernommen haben.

Lüttich-Ultras erzwingen Spielabsage

Im Mittelpunkt der jüngsten Krise steht der belgische Erstligist Standard Lüttich, den 777 im März 2022 zu 100 Prozent gekauft hatte. Dort sollen bis Saisonende keine Gehälter mehr gezahlt werden, wie Anfang der Woche bekannt wurde.

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Daraufhin haben der frühere Besitzer Bruno Venanzi und die Anteilseigner der Stadion-Gesellschaft gerichtlich die Beschlagnahmung des 777-Vermögens in Belgien eingefordert. Auch die Ultras des Klubs gehen auf die Barrikaden, verhinderten mit Protesten am Freitagabend die Austragung der Partie gegen Westerlo.

Bleibt die Frage, was die aktuellen Entwicklungen für Hertha BSC bedeuten. Im März 2023 hatte 777 die Anteile von Lars Windhorst gekauft, für weitere 100 Millionen insgesamt 78,8 Prozent an Herthas KGaA erworben.

Wander und Pasko sitzen in Herthas Aufsichtsrat

Diese Summe sollte in mehreren Tranchen überwiesen werden. Der Berliner Fußball-Zweitligist hatte erst Anfang April erklärt, dass man die vereinbarte Summe von 22 Millionen Euro bereits vor Zahlungsfrist Ende Mai erhalten hatte. Weitere 25 Millionen Euro, die für Hertha überlebenswichtig sein dürften, stehen noch aus und sollen laut Vertrag im Laufe der kommenden Saison ausgezahlt werden.

Fraglich ist auch, was die jüngsten Vorkommnisse für Wander und Pasko bedeuten. Beide sitzen im Aufsichtsrat von Herthas KGaA. Wie es im Falle einer Insolvenz von 777 weitergeht, ist ebenfalls offen.

Hertha BSC reagiert über die Sozialen Netzwerke

Hertha reagierte am Sonnabendvormittag auf die besorgten Nachrichten der eigenen Fans. „Auch wir haben die aktuellen Entwicklungen rund um die 777 Football Group zur Kenntnis genommen“, ließ der Hauptstadtklub bei X, vormals Twitter, wissen.

„An dieser Stelle gilt es festzustellen, dass die 777 Football Group sämtliche vertraglichen Verpflichtungen gegenüber uns nicht nur erfüllt, sondern sogar vereinbarte Zahlungen frühzeitig geleistet hat. Mit Blick auf eure Fragen können wir auch klarstellen, dass es an der Aktionärsstellung von 777 an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA keinerlei Änderungen gab. Verfügungen über die Aktien von 777 bedürften aufgrund der satzungsrechtlichen Vorgaben ohnehin unserer Zustimmung.“

Bedeutet: Ein Verkauf der Anteile ohne Herthas Mitsprache würde es nicht geben. Genau wie im Fall von Windhorst, als es ebenfalls Herthas Zustimmung brauchte, um die damaligen 64,7 Prozent zu veräußern.